Gesundheitsvorsorge

Wurmkur für Katzen

Unsichtbare Gefahren werden häufig unterschätzt, so auch die Gefahr durch Wurmbefall bei Katzen. Dabei ist nicht für jede Katze das Infektionsrisiko gleich groß. Eine Wurmkur sollte also immer individuell auf die jeweiligen Lebensumstände der Katze zugeschnitten sein.
 
 
Kleiner Junge trägt Katze auf dem Arm. © shutterstock.com
Regelmäßiges Entwurmen schafft sichere Nähe zwischen Mensch und Tier.
Während man Flöhe und Zecken leicht mit bloßem Auge im Fell erkennen kann, spielt sich das Leben von Würmern (Endoparasiten) im Verborgenen ab. Meist ahnt der Katzenhalter nichts von ihrer Existenz, schließlich ist der Katze der Untermieter von außen ja nicht anzusehen.

Doch verschiedene Studien haben gezeigt, dass Würmer bei Katzen sehr viel häufiger vorkommen als gedacht – sowohl bei Freigängern, als auch bei Wohnungskatzen.
 

Gegen welche Würmer muss eine Wurmkur bei Katzen wirken?

Für Katzen in unseren Breitengraden sind vor allem folgende Wurmarten von Bedeutung:

Spulwurm
  • je nach Region tragen vier bis 35 Prozent der Katzen Spulwürmer in sich

  • bei Katzen unter sechs Monaten liegt dieser Wert in der Regel noch höher, da sie sich bereits im Mutterleib und über die Muttermilch mit Spulwürmern infizieren können

  • zu den häufigsten Spulwurm-Vertretern gehört Toxocara cati

  • Symptome eines Spulwurm-Befalls: breiiger Kot, struppiges Fell, Dehydration und Gewichtsverlust

  • bei stark befallenen Jungtieren können Entwicklungsstörungen, Bauchfellentzündung und Darmverschlüsse auftreten

Hakenwurm
  • im Schnitt sind rund ein Prozent der Katzen mit Hakenwürmern befallen; je nach Region liegt der Wert bei bis zu zehn Prozent oder höher

  • Hakenwürmer dringen über die Haut in ihren Wirt ein und beißen sich dort an der Dünndarmschleimhaut fest, um Blut zu saugen

  • Symptome eines Hakenwurm-Befalls: Abmagerung, Blutarmut und Durchfall

Bandwurm
  • vor allem der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) macht Katzen das Leben schwer; er verbreitet sich durch das Zerkauen und Abschlucken von Flöhen

  • Symptome eines Bandwurmbefalls: Appetitlosigkeit, Abmagerung, Mangelerscheinungen , Juckreiz in der Afterregion

Lungenwurm
  • eine Wurmart, deren Larven vom Magen-Darm-Trakt ins Lungengewebe wandern und dort heranreifen

  • rund 15 Prozent aller Katzen sind betroffen, besonders jagende Freigänger bilden eine Risikogruppe

  • Symptome eines Lungenwurm-Befalls: Entzündungen und Verstopfungen der Atemwege

  • das Ausmaß der Symptome ist von der Anzahl der Würmer, Larven und Eier in den Atemwegen der Katze und der Stärke ihres Immunsystems abhängig

All diese Wurmarten können auch zur Gefahr für den Menschen werden. Eine Wurmkur schützt also nicht nur die Katze, sondern auch den Halter.
 
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein Parasit, der sich in seinem Endwirt – dem Fuchs – zum geschlechtsreifen Bandwurm entwickelt. Infizierte Füchse scheiden über ihren Kot Wurmeier aus. Diese werden von Mäusen, die auf dem Waldboden nach Nahrung suchen, aufgenommen.

Kleinnager dienen dem Fuchsbandwurm als Zwischenwirt, in der sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne vollzieht. Wird die Maus vom Fuchs gefressen, gelangen die Finnen in den Fuchs und werden zu ausgewachsenen Bandwürmern – der Kreislauf beginnt erneut!
 
Nehmen Katzen eine infizierte Maus auf, werden sie genau wie der Fuchs zu einem Endwirt. Der Fuchsbandwurm parasitiert in ihrem Dünndarm. Während etwaige Symptome erst bei starkem Wurmbefall deutlich werden, besteht bei einer Fuchsbandwurm-Infektion vor allem eine Gefahr für den Tierhalter, da infizierte Katzen Wurmeier ausscheiden.
 
Der Mensch ist im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes ein Fehlzwischenwirt. Er muss die Wurmeier über den Mund aufnehmen, um sich zu infizieren. Obwohl der Mensch die Infektion nicht selbst an einen Endwirt weitergeben kann, findet in seinen Organen eine Finnenentwicklung satt. Dabei kommt es zu schweren Organschäden, vor allem in Lunge und Leber.

Eine Heilung ist kaum möglich, weswegen für Halter von fleißigen Mäusefängern strenge Hygienemaßnahmen – und eine regelmäßige Entwurmung – Pflicht sein sollten.
 

Wie oft sollte man seine Katze entwurmen?

Das ist eine Frage des individuellen Infektionsrisikos, dem Ihre Katze ausgesetzt ist. Beachten Sie, dass eine Wurmkur bei Katzen nie prophylaktisch wirkt.

Grundsätzlich empfiehlt die ESCCAP:
  1. bei Katzen in reiner Wohnungshaltung: ein bis zweimal jährlich eine Untersuchung einer Sammel-Kotprobe und Entwurmung bei nachgewiesenem Wurmbefall
  2. bei Freigängern: monatliche Kotuntersuchung und Entwurmung
Dabei ist zu beachten, dass ein negativer Befund bei einer Kotprobenuntersuchung keine hundertprozentige Garantie für ein wurmfreies Tier ist.

Steckt sich eine Katze mit Wurmeiern an, dauert es je nach Parasiten-Art drei bis sechs Wochen, bis diese im Darm zu geschlechtsreifen Würmern herangewachsen sind. Erst dann werden Eier produziert, die von der Katze ausgeschieden und in einer Kotprobe nachgewiesen werden können. Erfolgt die Untersuchung der Kotprobe zufällig einen Tag vor Ende dieser Präpatenzzeit, kann der Befund negativ sein – und einen Tag später positiv, da die Katze nun Wurmeier ausscheidet.

Spulwurm-Eier unter dem Mikroskop.
Spulwurm-Eier unter dem Mikroskop – ein eindeutiger Befund. ©shutterstock.com
 
Prinzipiell bleibt es jedem Katzenhalter selbst überlassen, in welchen Rhythmus die Entwurmung der Katze erfolgen soll. Folgende Fragen können eine Entscheidung erleichtern:
 
  • Hat Ihre Katze (unbeobachteten) Freilauf?

  • Füttern Sie Ihrer Katze regelmäßig rohes Fleisch und Innereien?

  • Hat Ihre Katze die Möglichkeit, Mäuse, Schnecken und/oder den Kot anderer Tiere aufzunehmen?

  • Befinden sich in Ihrem Haushalt Kinder, Senioren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem? Wenn ja, haben diese Personen engen Kontakt zu Ihrer Katze?

  • Besteht bei Ihnen ein hundertprozentiger Hygienewunsch bezüglich Ihrer Katze?
 
Wenn Sie eine (oder mehrere) dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie über eine strategische Entwurmung Ihrer Katze im 4-Wochen-Rhythmus nachdenken, um die Infektionsgefahr für Mensch und Tier so gering wie möglich zu halten.
 

Welche Formen von Wurmkuren für Katzen gibt es?

Wurmmittel gibt es in Tablettenform, als Spot-On oder Paste zum Eingeben. Nicht jedes Antihelminthikum wirkt gegen alle Endoparasiten, und manche Präparate müssen über mehrere Tage verabreicht werden. Ein Tierarzt berät über das passende Mittel.

Katze bekommt Wurmtablette.
Für jede Katze gibt es die passende Entwurmung, dosiert wird nach Gewicht. ©shutterstock.com
 
Viele Tierhalter lehnen chemische Präparate aus Angst vor Nebenwirkungen ab und schwören auf „natürliche“ Alternativen. Deren Wirkung konnte jedoch noch nicht wissenschaftlich und in unabhängigen Studien belegt werden. Hinzu kommt, dass Hausmittelchen wie Knoblauch giftig für Katzen sind. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen und seine Katze nicht als Versuchskaninchen für fragwürdige Hausmittelchen nutzen möchte, lässt sich vom Tierarzt über ein passendes, auf die Bedürfnisse der Katze abgestimmtes Präparat beraten.
 
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