Geheimnis der Anziehung

Wie Katzen unsere Seele spiegeln

Es findet zusammen, was zusammengehört – auch, wenn eine Samtpfote in unser Leben tritt. Doch wie beeinflusst unser Charakter unsere Katzen?
 
Mensch und Katze berühren einander. © shutterstock.com
Mensch und Katze beeinflussen einander auch in Charakterfragen.
Bestimmt erinnern Sie sich noch ganz genau an den Moment, in dem Sie Ihrer Katze das allererste Mal begegnet sind und beschlossen haben: „Du bist es, wir gehören zusammen!“ Vielleicht dachte ihre Katze genau das Gleiche. Die Frage nach dieser „Miez-­Mensch-Liebe auf den ersten Blick“ lässt sich rational nicht erklären – oder etwa doch?

Das Forscherteam um Lauren R. Finka von der Nottingham Trent University  wollte genau das herausfinden und untersuchte daher, inwieweit die Persönlichkeitsmerkmale von Menschen und Katzen zueinander passen und einander beeinflussen.

„Für viele Menschen ist es selbstverständlich, ihre Haustiere als Familienmitglied zu bezeichnen und enge, soziale Bindungen mit ihnen aufzubauen. Es ist daher davon auszugehen, dass wir unsere Haustiere durch unser Verhalten und unsere Persönlichkeit beeinflussen und prägen, ähnlich wie in einer Eltern-­Kind-Beziehung.“

(Lauren R. Finka)

Graue Katze ist gestresst
Gestresster Halter? Gestresste Katze! Das ergab eine Studie. ©shutterstock.com

Finka und ihr Team befragten über 3.000 Katzenhalter zu ihrer eigenen Persönlichkeit, wobei sie sich am Vorbild der „Big Five“ (Neurotizismus, Extraversion, Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit) aus der Humanpsychologie orientierten. Im Anschluss sollten die Teilnehmer ihre Katze näher beschreiben und insbesondere auf Wohlbefinden und eventuell vorhandene Verhaltensprobleme eingehen.

Die Auswertung ergab, dass die Persönlichkeitsmerkmale der Besitzer nicht nur die Gesundheit der Katze, sondern auch deren Charakter beeinflussten.
 

Helikopter-Halter machen ihre Katzen unbewusst krank

So zeigte sich beispielsweise eine Verbindung zwischen hohem Neurotizismus (Neigung zu emotionaler Labilität, Ängstlichkeit und Traurigkeit) beim Katzenhalter und Verhaltensproblemen oder auch Übergewicht bei dessen Katze.

Menschen mit hoher Extraversion (Neigung zur Geselligkeit und zum Optimismus) lebten mit Katzen zusammen, die ebenfalls sehr sozial waren und viel Zeit in Aktion verbrachten, während hohe Verträglichkeit (Rücksichtnahme, Empathie und Nachgiebigkeit) beim Menschen auch zu verträglichen Katzen führte.
 

Wir bestimmen maßgeblich, wie es unseren Katzen geht

Es scheint, dass Katzen unsere tiefsten Ängste, aber auch unsere Freuden spiegeln, indem sie selbst diese Wesensmerkmale annehmen. Ein ausgeglichener Mensch macht eine ausgeglichene Katze – das ist mehr als nur eine Phrase. 

Blonde Frau spielt mit Katze
Menschliche Zuwendung, zum Beispiel durch interaktives Spiel, ist für Katzen extrem wichtig.
©shutterstock.com

Eine Persönlichkeit – egal ob bei Mensch oder Tier – ist immer bis zu einem gewissen Grad formbar. Das Wissen darum kann helfen, nicht nur selbst gelassener und achtsamer zu werden: Auch unsere Katzen profitieren davon, wenn wir im Zusammenleben mit ihnen mehr Ruhe ausstrahlen.

Das beginnt schon bei kleinen Situationen des Alltags, zum Beispiel beim Tierarztbesuch. Katzen spüren unsere Nervosität. Sie spüren, ob uns Sorgen oder schlichter Zeitdruck im Nacken sitzen. All das wird von ihnen erfühlt und beeinflusst ihr eigenes Verhalten, sie werden unter Umständen selber nervös und sind gestresst.

Umso wichtiger ist es, sich bewusst mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen. Denn: Sind wir glücklich, ist es unsere Katze auch – und natürlich umgekehrt! 
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