In diesen Farben sieht die Katze unsere Welt

Katzenaugen lassen niemanden kalt. Sie sollen so viel besser sein als menschliche Augen, im Dunkeln sehen können und ein Geheimnis bergen. Doch bei der Farbpalette sind dem Katzenauge Grenzen gesetzt. 
 
Katze mit grünen Augen © shutterstock.com/Kuttelvaserova Stuchelova
Die Katzenwelt ist wohl ein wenig grauer als die unsere.
Die Faszination von Katzenaugen liegt mehr in unserem „Katzenbild“ als am eigentlichen Sinnesorgan der Katze, das dem menschlichen Auge prinzipiell im Aufbau gleicht. Das Auge eines jeden Säugetieres besteht – grob beschrieben – aus einem Loch (Pupille), durch das das Licht auf die Linse fällt.Von der Linse werden die Lichtstrahlen gebrochen und fallen, nachdem sie eine dunkle Kammer (den Glaskörper) durchquert haben, auf eine lichtempfindliche Schicht (Netzhaut). Dort kommt es zur Abbildung des Gesehenen.
 

Diese Farben nehmen Katzen wahr

Die Welt einer Katze ist wohl ein wenig grauer als die unsere. Im Katzenauge sind weniger Zapfen enthalten, also Zellen, mit denen wir Farben sehen können. Katzen fehlen auch jene Zapfen, die für rotes Licht empfindlich sind. So kann die Katze wahrscheinlich Grün und Blau unterscheiden, nimmt aber Rot und Gelb nur als Grautöne wahr. Dafür ist sie eine Meisterin des „schnellen Auges“. Spezielle Rezeptoren in ihrem Auge dienen ihr als Bewegungsmelder und ermöglichen ihr blitzschnelle Reaktionen. Zudem nimmt sie Bewegungen detaillierter wahr. Sie kann mehr Einzelbilder pro Sekunde verarbeiten als der Mensch. 
 
Katzen nehmen ihre Umgebung in Blau- und Grünschattierungen wahr. 

Eine Untersuchung des zoologischen Instituts in Mainz ergab, dass Blau die Lieblingsfarbe vieler Katzen war. Um ans Futter zu gelangen, mussten sich die Katzen zwischen Gelb und Blau entscheiden. 95% wählten Blau!

Katzenauge
Katzenpupillen können zu senkrechten Schlitzen werden. ©stock.adobe.com/farbcombinat
 

Katzenaugen sind im Vergleich zum menschlichen Auge riesig

Mit einer Größe von 21 mm Durchmesser ist das Katzenauge riesengroß – zum Vergleich erreichen die Augen des viel größeren Menschen gerade einmal 24 mm im Durchmesser. Zudem erscheint das Katzenauge starr. Wir Menschen sind es gewöhnt, viel Weiß im Auge unserer Mitmenschen zu sehen. Ändern Menschen ihre Blickrichtung, scheint die Iris über das weiße Feld des Auges zu wandern. Bei der Katze ist das Weiß versteckt in der Augenhöhle. Wechselt die Katze die Blickrichtung, sehen wir kaum „weiß“ und glauben, die Augen stünden still. 

Die Pupillen, die sich zu senkrechten Schlitzen verengen können, sind manchem Menschen nicht geheuer, denn sie erinnern an Reptilienaugen. Tatsächlich kann die Katze mit diesen senkrechten Pupillen den Lichteinfall viel feiner dosieren als wir Menschen mit unseren kreisförmigen Pupillen. Am unheimlichsten finden die meisten aber das Aufleuchten der Katzenaugen, wenn sie ein Lichtstrahl in der Dunkelheit trifft. Diese Eigenschaft hat ganz praktische Gründe, Katzen kommen mit fünf bis sechsmal weniger Licht aus als Menschen. Einer der Gründe für diese „Hellsichtigkeit“ der Katzen, die nun wirklich nichts mit Übernatürlichem zu tun hat, ist das Tapetum lucidum, eine reflektierende Schicht auf ihrer Netzhaut.
 

Deswegen sehen Katzen bei Dämmerung so gut

Eine reflektierende Schicht auf der Netzhaut des Katzenauges (Tapetum lucidum) dient als „Restlichtverstärker“, indem sie jeden Lichtstrahl spiegelt und damit die Sehzellen der Katze noch einmal aktiviert. Auch ihre große Linse trägt zu einer besseren Ausnutzung des Lichts bei. Schließlich haben Katzen rund doppelt so viele lichtempfindliche Zellen wie der Mensch. Ein wenig Licht muss jedoch vorhanden sein, bei völliger Finsternis sieht auch die Katze nichts. So lichtempfindlich die Augen der Katze auch sind – gestochen scharf sieht sie nicht. Zum einen kann sie ihre Augen weniger gut an Entfernungen anpassen und zum anderen hat sie im Vergleich zum Menschen einen großen Sehschärfewinkel. Der Sehschärfewinkel ist ein Maß für die Fähigkeit, zwei nah beieinander liegende Punkte noch getrennt wahrzunehmen. 
 

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