Sammelwut

Warum Katzen Socken klauen

Wenn Gegenstände wie Socken, Haargummis oder Spielzeugmäuse quasi im Nichts verschwinden und man keinen Räuber dingfest machen kann, steckt vielleicht eine Katze dahinter. Doch warum sind manche Katzen so leidenschaftliche Sammler? 
 
Rote Katze liegt mit viel Spielzeug in einem Karton © shutterstock.com
So manch eine Katze scheint auf den ersten Blick mehr Sammler als Jäger zu sein.
Als „Klepto-Kitty“ machte er ein ganzes Wohnviertel im kalifornischen San Mateo unsicher: Dusty, der schnurrende Räuber. Über 600 Gegenstände – von Socken über Handtücher bis hin zu Topflappen und Büstenhaltern – erbeutete der Kater still und heimlich.

Viele Katzen sammeln gerne alle möglichen Objekte – wenn auch nicht so zwanghaft wie Dusty. Da werden Socken geklaut und verschleppt, oder alle Spielmäuse im Wassernapf „ertränkt“. Doch was steckt hinter diesem seltsamen Verhalten? Dazu gibt es verschiedene Theorien.
 

Liegt das Sammeln unseren Katzen im Blut?

Eine wild lebende Katze würde nie auf die Idee kommen, für schlechte Zeiten vorzusorgen. Frisch erlegte Beute wird an Ort und Stelle verzehrt. Einzige Ausnahme: Eine Mutterkatze bringt ihrem Nachwuchs oft tote und später lebende Beute, damit die Kleinen fit für die Jagd werden.

Katze spielt in der Nähe ihres Wassernapfes
Manchmal platzieren Katzen absichtlich ihr Spielzeug im Wassernapf. ©shutterstock.com

Dieses instinktive Verhalten scheinen sich einige Wohnungstiger erhalten zu haben – nur, dass statt lebender Beute beispielsweise Spielmäuse herhalten müssen. Diese werden herumgeschleppt und in der Nähe des Wasser- oder Futternapfes platziert. Man nimmt an, dass die Katze diese Orte mit der Sicherheit eines Nests verbindet und deswegen ihre „Beute“ dort ablegt.

Dagegen spricht, dass Katzen normalerweise ungern dort fressen, wo sie trinken (und umgekehrt): Für ihre wild lebenden Vorfahren waren Wasserstellen nämlich sehr kostbar und durften nicht mit erlegter Beute verunreinigt werden. Darüber hinaus zeigen auch Kater manchmal einen Sammeltrieb, weswegen die Theorie der sammelnden Katzenmutter nicht pauschal zutreffend ist.
 

Diebstahl aus Vergnügen oder zum Stressabbau

Begehrtes Diebesgut ist leichtgewichtig und verführt zum Spielen: Haargummis, Verschlüsse von Milchkartons, Kugelschreiber, aber auch glänzende Dinge wie Münzen oder Ohrringe können auf den kätzischen Jagd- bzw. Spieltrieb sehr anregend wirken.

Graue Katze spielt mit Spielzeugmaus
In der Wohnung ersetzt Spielzeug die lebende Beute. ©shutterstock.com

Unglücklicherweise landen nicht alle Objekte unter dem Sofa oder dem Kühlschrank, sondern ab und zu auch im Katzenbauch: es drohen im schlimmsten Fall Darmverschlüsse ! Deswegen ist es wichtig, das Sammeln verschluckbarer Objekte nicht als niedlichen Spleen abzutun. Eher sollte der Katze geeignetes Spielzeug angeboten werden, von dem keine Gefahr ausgeht.

In seltenen Fällen – wie bei Kater Dusty – nimmt der Sammelwahn zwanghafte Züge an. Katzen sind geschickt darin, seelische Probleme und Stress mit ungewöhnlichem Verhalten zu kompensieren. Das Leben in einer reizarmen Umgebung sowie Langeweile und Stress können dazu beitragen, dass sich die Katze in eine Sammelleidenschaft hineinsteigert.
 

Der Raubzug nach Aufmerksamkeit

Es ist unerheblich, ob man die kleinen Diebe auf Samtpfoten für ihr Verhalten ausschimpft oder sich darüber amüsiert: Jegliche Form von Aufmerksamkeit wird von ihnen als Erfolg verbucht. Merkt eine Katze, dass sie mit einer geklauten Ringelsocke eine Reaktion bei Frauchen oder Herrchen hervorruft, wird sie ihre Raubzüge unter Umständen fortsetzen, um sich weiterhin Bestätigung zu holen.

Da hilft nur eines: Ablenkung! Beschäftigen Sie kleine Gauner sinnvoll, zum Beispiel mit regelmäßigen Spieleinlagen und positiver Bestärkung, wenn sie das Stehlen sein lässt.

Eine reizvolle Umgebung mit attraktiven Klettermöglichkeiten und das interaktive Spiel mit „ihren“ Menschen lenkt Katzen gekonnt von Dummheiten ab. Steckt ein psychisches Problem hinter der Sammelwut, so sollte dieses natürlich zuerst gelöst werden.
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