Ernährung

Seltsame Gelüste von Katzen

Hin und wieder entwickeln Katzen seltsame Gelüste auf Lebensmittel oder Gegenstände, die sie eigentlich nicht fressen. Ursache davon sind häufig Mangelerscheinungen. Lesen Sie hier, welche Gelüste auf welche Mängel hindeuten.

 
Veränderte Futter-Gelüste © Tommy Maenhout / iStockphoto
Seltsame Gelüste bei Katzen durch Störung im Futterwarnsystem
Katzen wissen genau, was sie brauchen, um gesund und fit zu bleiben. Wenn sie seltsame Gelüste entwickeln und sich plötzlich für Lebensmittel interessieren, die sie eigentlich gar nicht fressen, hat das meistens einen Grund. Manchmal liegt es an einer Störung im Futterwarnsystem, d. h. dass alle entsprechenden Instinkte nur noch abgeschwächt vorhanden sind. Meist zeigt die Katze damit allerdings eine Mangelerscheinung aufgrund unzureichender Ernährung an. Da es sich dabei durchaus um Anzeichen einer Krankheit handeln kann, sollten man versuchen, den Grund herauszufinden.

Gelüste bei Katzen und ihre Ursachen

Katzen können ganz unterschiedliche Gelüste entwickeln:
  • Stehen plötzlich Popcorn, Chips und Co. auf ihrem Speisezettel, kann dies ein Hinweis auf Salzmangel sein. Das ist bei Katzen, die über lange Zeit ausschließlich oder überwiegend mit Büchsenfutter ernährt werden, relativ häufig zu beobachten. Aber auch bei reiner Rohfütterung kann dies passieren, weil die zuzusetzenden Mineralstoffmischungen nicht immer ausreichend Salz enthalten.
  • Bei Schokolade, Sahnetorte und Ähnlichem geht es der Katze nicht um die Süße, sondern um das Fett.
  • Das Ablecken von Schmutz (Natursteinböden) oder Wänden kann auf Kalkmangel (eher selten), Anämie oder auch eine Halsentzündung hinweisen.
  • Handelt es sich um eine frisch geweißte/tapezierte Mauer, kann es an den animierenden Duftstoffen liegen; Farbe und Tapetenkleister können nämlich richtig high machen.
  • Auch die Wolle-Nuckler lassen sich gern betäuben, und zwar durch den Lanolin-Duft. Diese Katzen leben nicht ganz ungefährlich, weil sie dabei Fäden verschlucken können. Wolliges sollten Sie daher immer unerreichbar aufbewahren.

Abschrecken durch Sprühen

Kommen die seltsamen Gelüste nicht durch einen Nährstoffmangel, sondern ausschließlich durch die Duftstoffen, können Sie der Katze das Belecken bzw. Nuckeln vergraulen, indem Sie zehn bis zu 20 Tropfen Zitronen- oder Orangenöl mit ¼ Liter Wasser in eine Sprühflasche geben und das Ganze kräftig schütteln – fertig ist der abschreckende Cocktail. Wenn Sie beim Sprühen einen Mindestabstand von circa 30 Zentimetern einhalten, wird weder die Tapete noch der Wollpullover durch die Sprühaktion beschädigt. Weil sich alle Gerüche relativ schnell verflüchtigen, müssen Sie regelmäßig nachsprühen (etwa alle zwei bis drei Tage).

Wenn Katzen an Mobiliar nagen

Manche Katzen benagen das Mobiliar, wie etwa ein Sesselbein oder den Türstock. Das kann ein Zahnproblem zur Ursache haben. Wird das Gebiss vom Tierarzt als für in Ordnung befunden, können „Kauknochen“ manchmal Abhilfe schaffen: größere und harte Leckerchen (Trockenfutter ist meistens zu klein) ebenso wie daumengroße Brocken von rohem oder getrocknetem Rindfleisch, wie es z. B. für kleinere Hunde angeboten wird.

Einen „echten“ Hundeknochen wird eine Katze nicht annehmen, ebenso wenig wie Röhrenknochen. Generell sind Knochen für Katzen absolut tabu, weil sie splittern und Teile im Maul oder Hals stecken bleiben bzw. den Darm perforieren können. Ob es nun einen „Ersatz“ für das zu benagende Tischbein gibt oder nicht: Sie sollten auf jeden Fall unterbinden, dass die Katze an Holz knabbert, denn Holzsplitter sind nicht weniger gefährlich als Knochensplitter.
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