Psychologie der Katze

Katzenlogik erklärt! Deshalb lieben Katzen Kartons

Typisch Katze! Sie folgen ihren Regeln. Ihre Verhaltensweisen nachzuvollziehen ist nicht immer einfach. Wir möchten die Logik hinter Gurkenangst, Kartonliebe und Co. entschlüsseln  
 
 
Katze sitzt im Karton © Shutterstock.com/ Dennis Gross
Kartons scheinen Katzen wie magisch anzuziehen.
Nennen wir es das letzte große Rätsel der Menschheit: Katzenlogik. Egal ob wieder einmal der Karton interessanter ist als alles andere oder sich ein flauschiges Etwas direkt zwischen uns und dem Computerbildschirm positioniert: Viele Verhaltensweisen unserer Katzen sind für uns ein Buch mit sieben Siegeln. Doch nicht immer sind wir zur Ratlosigkeit verdammt, denn vieles lässt sich mit ein wenig Wissen um Katzenpsyche und Anatomie erklären. Hinter jeder skurrilen Verhaltensweise steckt ein Bedürfnis, sei es nach Aufmerksamkeit oder Sicherheit. Letztlich sind Katzen nämlich nicht immer so undurchschaubar, wie sie es uns gegenüber gerne sein möchten.
 

1. Das schreckliche Gurken-Monster

Katzen erschrecken, indem man unbemerkt eine Salatgurke hinter ihnen platziert – ein fragwürdiger „Spaß“. Woher kommt die Angst vor dem grünen Gemüse? Verhaltensexpertin Jill Goldman vermutet, dass Katzen die Gurke mit einer Schlange verwechseln und sich vor dem potenziellen Räuber erschrecken. Prinzipiell reagieren Katzen jedoch oft schreckhaft auf Objekte, die ganz plötzlich hinter ihnen auftauchen. 
 

2. Katzen haben einen Knick in der Optik

Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal gewundert, warum Ihre Katze einen Spatz auf meterweite Entfernung erkennt, aber das Leckerli direkt vor ihrer Nase nicht. Die Ursache für diese Kurzsichtigkeit sind ihre Raubtier-Augen: Zwar sind die großen Augen mit ihren Pupillen perfekte Nachtsicht-Geräte, auf kurze Distanz aber so gut wie unbrauchbar. Katzen sind nicht in der Lage, ihre Sicht auf nahe Objekte zu fokussieren. Alles, was weniger als zehn Zentimeter von ihren Augen entfernt ist, bleibt für sie unsichtbar.
 

3. Ihre größte Liebe: der Karton

Katzen lieben Kartons, denn so eine Pappschachtel ist sicherer Hafen, Schlafplatz, Spieleburg und Versteck in einem. Eine „cat in the box“ bietet wenig Angriffsfläche für potenzielle Störenfriede: Jeder, der sich der Kartonfestung nähert, kann sofort erspäht werden. Katzen mögen es, ihre Umgebung aus sicherer Perspektive im Blick zu haben. Kommt dann noch zufällig ein Beuteziel des Weges, kann aus der Deckung heraus danach gehascht werden.
 

4. Katzen sind kleine Physiker

Ein Schubs und schon segelt die Vase vom Tisch. Amy Shojai, Verhaltensexpertin und Autorin zahlreicher Katzenratgeber, vermutet Neugier und Jagdtrieb hinter diesem Verhalten: „Ein bewegliches Objekt zu untersuchen vereint die besten Aspekte der Jagd.“ Demnach pföteln Katzen nach Objekten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie diese sich bewegen. Fällt der Gegenstand dann zu Boden, erlebt die Katze denselben Kick wie bei einer flüchtenden Beute.
 

5. Laptop Liebe erklärt

Katzen regieren das Internet – logisch also, dass sie mit Vorliebe auch unsere Laptops besetzen. Natürlich immer dann, wenn wir gerade daran arbeiten wollen. Das liegt zum einen an der Wärme des elektronischen Gerätes, die für Katzen besonders verlockend ist. Was sie aber noch mehr wollen, ist unsere Aufmerksamkeit. Wenn diese sich stattdessen auf einen Bildschirm richtet, lernen Katzen schnell, uns zu „korrigieren“.
 

6. Wohlfühlen im Quadrat

Unter dem Hashtag #CatSquare häufen sich die Bilder von Katzen in Klebestreifen-Quadraten. Es scheint eine magische Anziehungskraft zu sein, die Katzen in die viereckige Formen zieht. In Wahrheit steckt dahinter ein konkretes Bedürfnis. Enge bedeutet für Katzen Sicherheit und Komfort. Sei es Erfindungsreichtum oder Vorstellungskraft: Auch wenn die Klebestreifen-Quadrate keine Wände haben (wie etwa ein Karton), sehen Katzen in ihnen einen möglichen Rückzugsort. So bekommen die lustigen Videos einen ernsten Unterton und zeigen deutlich, wie wichtig Ruheplätze für unsere Katzen sind.