Katzenrassen

Scottish Fold

Mit ihren gefaltenen Ohren und den großen Kulleraugen passt die Schottische Faltohrkatze genau ins Kindchenschema und ist sehr beliebt. Ihre Zucht und Anschaffung muss jedoch kritisch hinterfragt werden, da mit den Faltohren eine schwere, bislang unheilbare Erbkrankheit einhergeht.
 
Die Scottish Fold © Pixabay: Cat-Cheng
Die gesellige Schottin eignet sich gut als Familienkatze

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze 3,5 - 5 kg; Kater 4,5 - 7 kg
  • Felllänge: Kurzhaar
  • Fellfarben: alle Farben und Point-Farben
  • Augenfarbe: passend zu Fell
  • Ursprungsland: Schottland 


Charaketristika

  • Bewegungsdrang: mittel
  • Lautstärke: gering
  • Pflegeaufwand: mittel
  • Zeitaufwand: mittel


Aussehen 

Die Scottish Fold ist mittelgroß und muskulös. Ihr Kopf ist rund und breit und besitzt ein kräftiges Kinn und Kiefer. Sie hat ein geschwungenes Profil ohne Stopp. Ihre Ohren sind vorwärts abwärts gefaltet und klein. Sie liegen eng am Kopf an und heben die Rundheit des Kopfes hervor. Ihre Augen sind groß und passen in der Farbe zum Fell. Der Schwanz und die Beine der Scottish Fold dürfen nicht zu kurz geraten und müssen in jedem Fall gut beweglich sein.
Das Haarkleid der Scottish Fold ist mittelkurz und sehr dicht. Es besitzt eine weiche Textur und es kommen keine toten Haare darin vor. Die Struktur des Fells kann je nach Farbe und Jahreszeit variieren. Die Haare der Scottish Fold liegen nicht eng an. Sie stehen eher etwas ab und lassen das gesamte Fell dadurch plüschartig wirken. In der Zucht der Rassekatze mit den Kippohren sind alle Farben und Point-Farben ohne Weiß anerkannt. 


Charakter 

Die gesellige Schottin eignet sich gut als Familienkatze, da sie Kinder mag und auch mit hektischen Momenten gut zurechtkommt. Egal ob Hund, Katze oder Meerschweinchen – eine Scottish Fold verträgt sich mit anderen Haustieren gut und sollte nicht als Einzelkatze gehalten werden. Die liebenswerte Rassekatze ist immer gut gelaunt, sanft, intelligent, verspielt, freundlich, anhänglich und manchmal zu Späßen aufgelegt.


Haltung und Pflege

Das Fell der Scottish Fold ist kurz und dicht. Um das Risiko eines Darmverschlusses zu minimieren, sollte sie daher wöchentlich mit einem großen Kamm gekämmt werden. Auf diesem Weg werden die losen Haare einfach entfernt. Neben der Fellpflege gehört auch die regelmäßige Kontrolle der Ohren. Durch die geknickten Ohren kann sich vermehrt Ohrensekret absetzen, welcher sanft mit einem Wattebausch abgestrichen wird.


Krankheitsanfälligkeiten

Verantwortlich für die typischen Faltohren ist eine Genmutation, die Knorpel und Knochen des gesamten Körpers beeinflusst. Da das verantwortliche Gen (Fd) autosomal dominant vererbt wird, sind daher sowohl homozygote als auch heterozygote Katzen dem Risiko ausgesetzt, an Osteochondrodysplasie zu erkranken. Folgende Symptome gehen mit der Erbkrankheit einher:
  • Lahmheit
  • verdickte Gelenke an allen Gliedmaßen
  • Berührungsschmerz
  • Bewegungsunlust
  • Arthrosen
  • abnormale Gangart

Prinzipiell ist jede Scottish Fold von OCD betroffen: Homozygote Katzen entwickeln Symptome früher und schwerwiegender. Heterozygote Katzen sind von meist milden Verläufen betroffen, aber nichtsdestotrotz krank und unter Umständen ihr Leben lang auf Schmerzmittel angewiesen, sollten sich Symptome entwickeln.

Für die Gesunderhaltung der Rasse werden keine rasseverwandten Tiere gekreuzt. Stattdessen werden bevorzugt Britisch-Kurzhaar-Katzen eingekreuzt. Durch diese selektive Züchtung ging die Häufigkeit der Knochendeformationen zwar zurück, die Zucht und Anschaffung der Rasse ist aber dennoch umstritten. Die Bundestierärztekammer fordert ein Verbot der Zucht, da mit dem Merkmal der Faltohren willentlich eine Erkrakung der Katze in Kauf genommen wird.

Die Kippohren sind zudem der Grund für vermehrtes Ohrensekret. Das lässt sich durch regelmäßge Pflege gut vorbeugen. Wegen ihrer gemütlichen Art tendiert die Schottische Faltohrkatze leichter zu Übergewicht als andere Katzen. Einzelne Katzen können auch unter HCM (erblich bedingte Erkrankung der Herzmuskulatur) oder PKD (vererbte Zystenbildung in den Nieren) leiden.


Herkunft und Geschichte

In Schottland wurde 1961 in einem Wurf Bauernhofkatzen eine Katze mit „umgekippten“ Ohren entdeckt – sie wurde Susie getauft und sollte die Stammmutter der Scottish Fold werden. Aufgebaut wurde die Rasse in Schottland und England durch die Einkreuzung von Hauskatzen und der British Shorthair.
 
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