Prachtvolle Luxuskatze mit Kuschelfell

Perserkatze im Portrait: Charakter, Haltung, Krankheiten

Die Perserkatze gehört zu den ältesten und beliebtesten Katzenrassen weltweit. Teils extrem kurze Nasen haben die Perserkatze jedoch auch in die Kritik gebracht. In unserem Portrait erfahren Sie alles zu Herkunft, Haltung und Krankheiten der prächtigen Perser.
 
 
Weiße Perserkatze mit grünen Augen. © istockphoto.com/ Olivia7
Die Perserkatze ist in allen Farbschlägen mit passender Augenfarbe erlaubt.
Die Perserkatze galt viele Jahre als der Inbegriff der Luxuskatze. Sie ist ein wahrer Traum für alle Katzenfreunde, die gerne mit ihrer Katze kuscheln und schmusen. Durch ihr ruhiges und ausgeglichenes Wesen eignet sie sich sehr gut als reine Wohnungskatze. Doch eines müssen zukünftige Perserkatzenhalter unbedingt mitbringen: Spaß an der Fellpflege, denn hier benötigt die Katze Unterstützung.
 

Die Perserkatze im Überblick

Steckbrief
Größe: mittelgroß
Gewicht: Katze 2,5 – 6 kg; Kater bis 7 kg
Felllänge: Langhaar
Fellfarben: fast alle Farben erlaubt
Augenfarbe: passend zu Fellfarbe, oft Orange bis Kupfer
Ursprungsland: Kleinasien, vermutlich Türkei 
 
Charakteristika
Bewegungsdrang: gering
Lautstärke: gering
Pflegeaufwand: hoch
Zeitaufwand: mittel
 

Aussehen der Perserkatze 

Die Perserkatze ist eine mittelgroße bis große, kräftige Katze mit langem Fell. Ihr Körper wirkt durch ihre kurzen und stämmigen Beine eher gedrungen. Die Pfoten der Perserkatze sind rund. Nach Rassestandard der Perserkatze wachsen zwischen den Zehen im besten Fall auffällige Haarbüschel. Brust und Schulterpartie der Perserkatze sollen breit und muskulös sein, der Schwanz kurz und sehr buschig. Der Kopf einer Perserkatze ist rund, der Schädel breit und massig. Sie besitzt eine gerundete Stirn und volle Wangen. Die Nase der Perserkatze ist kurz und breit und weist einen deutlichen Stopp auf. Der Stopp muss zwischen den Augen liegen, darf weder ober- noch unterhalb des Augenlids platziert sein. Nasenrücken und Spiegel sind ebenfalls breit.
 
Gut geöffnete Nasenlöcher sind bei der kurznasigen Perser sehr erwünscht, um einen ungehinderten Luftdurchfluss zu ermöglichen. Die Länge der Nase ist ein häufiger Streitpunkt unter Liebhabern der Rasse. Verschiedene Tierschutzorganisationen verurteilen die Züchtung von Perserkatzen mit sehr kurzer Nase, da diese zu ständig tränenden Augen und Problemen beim Atmen führen kann. Auch viele Katzenfreunde lehnen die extrem kurze Nase ab. Manche Züchter bemühen sich daher um den alten Persertyp mit langer Nase, auch wenn ihre Tiere dadurch auf Ausstellungen chancenlos sind. 
 
Tatsache ist: Auch der extreme Persertyp mit kurzer, zurückgesetzter Nase muss nicht mit Triefaugen und röchelnder Atmung einhergehen. Gute Züchter achten darauf, dass auch der sehr kurznasige Persertyp frei atmen kann und keine tränenden Augen hat. 

Die Ohren der Perserkatze sind klein, stehen weit auseinander und sitzen niedrig am Kopf platziert. Die Spitzen der Ohren sollten leicht abgerundet sein. Lange Haarbüschel aus den Ohren sind erwünscht, jedoch kein Muss. Auch die Augen der Perserkatze sind groß und rund.
 
Das Fell der Perserkatze ist sehr lang, dicht und fein. Die Textur ist seidig. Eine volle Halskrause bedeckt Brust und Schultern, an den Hinterbeinen trägt die Perserkatze flauschige Höschen. Auch ihr Schwanz ist kurz und buschig. Ihre Unterwolle ist ungewöhnlich dicht, was ihr Fell noch voluminöser erscheinen lässt. Alle traditionellen Fellfarben sind anerkannt. Die Augenfarbe sollte zur Fellfarbe passen und möglichst rein und kräftig sein. Orange- und Kupfertöne bilden die häufigste Augenfarbe der Perserkatze. 
 

Perserkatzen in anderen Kreuzungen

In den letzten Jahrzehnten haben unterschiedliche Kreuzungen stattgefunden, die auf Perserkatzen basieren, jedoch als eigene Rasse anerkannt sind. Ihre Standards sind jedoch im Wesentlichen die der Perserkatze mit geringen Abweichungen. 
  • Die Colourpoint-Perser ist entstanden aus der Kreuzung aus Perser und Siamkatzen. Sie vereint die Schönheit der langhaarigen Perser mit den typischen Colourpoint-Zeichnungen der kurzhaarigen Siam. Ihre Stimme ist etwas lauter als die der reinrassigen Perserkatze, ansonsten entspricht sie der Perserkatze.
  • Die Peke-face wurde in den USA gezüchtet. Ihr Gesicht ist durch eine flachgedrückte Nase deutlich flacher als das der Perserkatze. Europäische Züchter lehnen diese Rasse ab, da die extrem kurze Nase zu Atemproblemen führt. Bei der Peke-face sind nur die Farben Rot und Rot Tabby zugelassen. 
  • Die Exotic Shorthairist eine Kurzhaarvariante der Perser. Sie eignet sich perfekt für alle, die sich das sanfte und gutmütige Wesen der Perser wünschen, jedoch nicht so viel Zeit für die aufwändige Fellpflege der langhaarigen Perser aufwenden wollen. Das Fell ist dick, weich und plüschartig. Der berühmteste Vertreter dieser Rasse ist Comic-Kater Garfield. 
 
Exotic Kurzhaarkatze im Studio
Die Exotic-Shorthair ist die Kurzhaarvariante der Perserkatze. © shutterstock.com/alexavol

Perserkatze: Charakter und Wesen

Das Plüschkatzen-Image der Perserkatze täuscht, denn hinter ihrem flauschigen Fell und dem runden Köpfchen verbirgt sich eine willensstarke und intelligente Katze. Durch ihre ruhige und gutmütige Art eignet sich die Perserkatze hervorragend als reine Wohnungskatze. Natürlich freut sie sich bei gutem Wetter über einen sicheren Katzenbalkon, von dem sie die spannende Außenwelt beobachten kann und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen kann. Für unkontrollierten Freigang ist die Perserkatze weniger geeignet, denn ihr extrem langes Fell mit der üppigen Unterwolle verhakt sich schnell in Büschen und Sträuchern. Bei Feuchtigkeit verknotet es sich zudem blitzschnell. Die Perserkatze gilt auch als optimale Familienkatze. Sie lebt gerne mit Kindern und katzenfreundlichen Hunden zusammen. Auch wenn die Perserkatze nicht unbedingt zu den bewegungsfreudigsten Katzen gehört, ist sie dennoch sehr verspielt und benötigt viel Zuwendung und Ansprache. Sie ist kein aufdringliches Plappermaul, aber dennoch zu kleinen Plaudereien mit ihren Menschen aufgelegt. 
  

Haltung und Pflege der Perserkatze

Die Perserkatze ist die Rassekatze, die die meiste Pflege braucht. Eine Perserkatze sollten sich daher wirklich nur Katzenliebhaber zulegen, denen täglich bis zu zwanzig Minuten Fellpflege bei ihrer Katze keine Last, sondern eine Freude sind. Denn die Perserkatze ist nach vielen Jahren, in denen ihr Fellkleid immer länger und prachtvoller gezüchtet wurde, nicht mehr in der Lage, sich eigenständig zu pflegen. Die richtige Fellpflege ist jedoch kein Hexenwerk und ein seriöser Züchter zeigt Ihnen sicher gerne, worauf Sie dabei achten müssen. Man darf jedoch nicht verschweigen, dass es einiges an Aufwand bedeutet.   

Das tägliche Pflegeprogramm für Perserkatzen könnte so aussehen:
  • Die Augen sollten frei von Verkrustungen gehalten werden und auf typische Alarmzeichen für Augenerkrankungen  kontrolliert werden.
  • Das  Pflegen der Katzenohren  ist bei der Perserkatze wichtig, da ihre Ohren im Inneren oft dicht behaart sind und vorsichtig gesäubert werden müssen.
  • Tägliche  Fellpflege mit Bürste und Kamm ist ein Muss. Die langen Haare der Perserkatze müssen täglich entwirrt und das Fell sanft, aber gründlich gebürstet werden. Besondere Aufmerksamkeit muss hier auf die Problemzonen unter den Achseln und an den Höschen gelegt werden. 
  • Auch Baden und anschließendes Föhnen in regelmäßigen Abständen erleichtert die Pflege eines solchen Fellwunders enorm. 
Kommt Ihre Perserkatze aus einer respektablen Zucht, kennt sie die aufwendige Pflegeprozedur bereits. Gut gepflegte Perser genießen die Pflege und die Aufmerksamkeit, die ihnen täglich zuteil wird sehr. Denn wenn das Pflegeprogramm wirklich täglich auf dem Programm steht, ist nichts daran schmerzhaft. Im Gegenteil, die sanfte Massage wird von wohligem Schnurren begleitet, schließlich ist die Katze ihrem Menschen dabei ganz nah.  
 
Nachlässige Pflege – und da reicht es schon, vier Wochen nichts zu tun – führt zu Verfilzungen. Schließlich bilden sich regelrechte Platten, unter denen die Haut massiv leidet. Die Perserkatze kann sich im Extremfall nicht mehr bewegen, ohne Schmerzen zu leiden. Am Ende muss der Tierarzt ran, und unter Vollnarkose wird die Katze geschoren. Das ist keine Lösung! Bevor man sich also eine Perserkatze als Hausgenossen aussucht, sollte man gut überlegen, ob man ausreichend Zeit hat, die Perserkatze täglich zu pflegen und das Fell sauber und gepflegt zu halten. 
 

Typische Krankheiten der Perserkatze

Die Perserkatzen, die im 20. Jahrhundert massenhaft als Modekatzen gezüchtet wurden, hatten zahlreiche gesundheitliche Probleme. Besonders durch die immer kürzer werdende Nase litten die Tiere an Atembeschwerden, tränenden Augen und Schwierigkeiten beim Fressen. Heute sind die Züchter wieder zu der klassischen Form der Perser mit vernünftig langer Nase zurückgekehrt, damit gesunde und glückliche Perser entstehen können. 
 
Ein weiteres Problem, das bei der Perserkatze leider auftreten kann, sind erbliche Nierenzysten, in der Fachsprache Polycystic Kidney Desease (PKD) genannt. Neben Perser- und Exotic-Shorthair-Katzen sind auch Britisch Kurzhaarkatzen von dieser Erkrankung betroffen. Erst im späteren Lebensalter zeigen sich klinische Symptome infolge eines Nierenversagens. Mit einer Ultraschall-Untersuchung lässt sich diese Veranlagung schon ab der zehnten Woche nachweisen. Lassen Sie sich vor dem Kauf eine Bescheinigung vorlegen, in der ein Tierarzt bestätigt, dass es bei einer Ultraschalluntersuchung keinen Hinweis auf PKD gab. Katzen mit Nierenzysten müssen konsequent von der Zucht ausgeschlossen werden, da die Erkrankung dominant vererbt wird, also sicher an die Nachkommen weitergegeben wird. 
 

Herkunft und Geschichte der Perserkatze

Die Perserkatze ist eine der ältesten Katzenrassen und war schon Ende des 19. Jahrhunderts der Star aller Katzenausstellungen. Wie bei vielen anderen Katzenrassen ranken sich auch bei der Perserkatze verschiedene Theorien und Geschichten um ihre Herkunft. Sicher kann man sagen, dass sich bis zum 17. Jahrhundert eine Katzenrasse mit besonders dichtem Fell in dem Teil der Welt herausgebildet hat, der damals Persien genannt wurde. Der italienische Reisende Pietro della Vallo war so begeistert von diesen Fellwundern, dass er im Jahr 1626 einige Katzen mit nach Europa nahm, um sie weiterzuzüchten. Wie erfolgreich seine Zucht war, liegt im Dunklen. Fest steht jedoch, dass die Perserkatze bis zum 19. Jahrhundert eine sehr gefragte Katze geworden ist. Lange Zeit war der Besitz einer Perserkatze das Privileg der Reichen. Sie war die ideale Salonkatze für aristokratische Katzenliebhaber. Heute ist diese Katzenschönheit längst auch in die bürgerlichen Wohnzimmer eingezogen und von dort nicht mehr wegzudenken.
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