Blauäugige Schönheit mit weißen Söckchen

Heilige Birma im Portrait: Charakter, Haltung, Krankheiten

Ihre strahlend blauen Augen, das seidige Fell und blütenweiße Pfötchen machen die Heilige Birma zu einer kleinen Schönheit. Doch sie überzeugt auch durch ihr einmalig freundliches Wesen. In unserem Rasseportrait erfahren Sie alles zu Herkunft, Charakter, Haltung und Krankheiten der Heiligen Birma.
 
 
Heilige Birma Katze © shutterstock.com
Wenn die Heilige Birma einem mit ihren leuchtend blauen Augen zuzwinkert, ist es um einen geschehen.
Schmeichler und Charmeure sind sie, die Heilige Birma Katzen. Kaum einer kann dieser flauschigen Schönheit widerstehen, wenn sie freundlich gurrend auf einen zugelaufen kommt. Kein Wunder, dass die Heilige Birma sowohl in Europa wie auch in den USA sehr beliebt ist.
 

Heilige Birma im Überblick

Steckbrief
Größe: mittelgroß
Gewicht: Katze 3,5 - 4 kg; Kater 5 - 6 kg
Felllänge: Halblanghaar
Fellfarben: seal-/ blue-, chocolate-/ lilac-, red-/ creampoint incl. tortie und mit/ohne Tabbyabzeichen in den Points
Augenfarbe: tiefblau
Ursprungsland: Frankreich
 
Charakteristika
Bewegungsdrang: mittel
Lautstärke: gering
Pflegeaufwand: mittel
Zeitaufwand: mittel


Aussehen der Heiligen Birma

Die Heilige Birma ist eine wahre Schönheit. Ihr Fell ist halblang und hat eine seidige Textur mit wenig Unterwolle. Sie erinnert an eine Siamkatze, besitzt jedoch ein ganz charakteristisches Merkmal: Die Pfoten der Heiligen Birma sind reinweiß, als trüge sie weiße Handschuhe und Söckchen. Ihr Fell ist hell (nicht weiß!) mit einem warmen Goldton auf dem Rücken. Gesicht, Ohren, Schwanz und Beine sind dunkler gefärbt und stehen in deutlichem Kontrast zu ihrer restlichen Fellfarbe. Der Schwanz ist lang behaart und fedrig. Der intensive Blick der Heiligen Birma aus mandelförmigen, blauen Augen dringt vielen Katzenfreunden direkt ins Herz.


Heilige Birma: Charakter und Wesen

Auch charakterlich ist die Heilige Birma ein ganz besonderes Wesen. Sie ist zauberhaft anschmiegsam, unkompliziert, relativ ruhig, freundlich mit einem verspielten, heiteren und sanften Naturell. Sie eignet sich für Familien mit Kindern oder ältere Menschen. Alleine fühlt sich die Heilige Birma einsam. Sofern sie ihr aber viel Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit geben, wird sie sich auch solo bei Ihnen wohl fühlen. Lieber ist ihr allerdings ein Artgenosse zum Spielen und Schmusen. Die Heilige Birma begleitet ihren Menschen überallhin. Als „Hündchen im Katzenkörper“ soll ein Ausstellungsrichter diese anmutige und liebevolle Katze passenderweise einmal bezeichnet haben.


Haltung und Pflege der Heiligen Birma

Die Heilige Birma ist trotz ihres längeren Fellkleides ausgesprochen pflegeleicht, da sie kaum Unterwolle hat. Kamm und Bürste werden trotzdem gebraucht, vor Allem zur Zeit des Fellwechsels. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Mit steigendem Alter und nachlassender Aktivität kann auch kalorienärmeres Futter nicht schaden, um Übergewicht vorzubeugen.


Heilige Birma: Krankheiten

Bei artgerechter Haltung hat die Heilige Birma grundsätzlich keine Gesundheitsprobleme zu beklagen. Sie ist robust und nicht anfällig.
 
Ein paar wenige Züchter berichten aber über einen gesundheitlichen Makel der Heiligen Birma, der auf einen erblichen Gendefekt zurückzuführen ist. Diese Krankheit kann zwar grundsätzlich alle Katzen(rassen) treffen, wurde bisher aber nur bei Hunden („Shaking pups“) erforscht: Gemeint ist die Hypomyelination. Hypomyelination ist eine Störung in der Entwicklung/Zerstörung von Myelin, das zuständig ist für die Kommunikation der Zellen im Nervensystem und die schnelle, koordinierte Bewegung. Erkennbar wird die Krankheit an Kitten, die, wenn sie ab der dritten Woche mobiler werden, mangels flüssiger Übertragung der Signale aufgrund Myelinmangels unkoordiniert und spastisch wirken. Sie können einen Tremor entwickeln oder ihre Hinterbeine zittern abnormal stark. Das kann sich nach einiger Zeit stabilisieren, daher werden diese Probleme oft nicht ernst genommen werden. Aber die irreversible Störung wird trotzdem vererbt. Betroffene Züchter berichten von Epilepsie in jungen Jahren, Hörverlust oder anderen Behinderungen und einer herabgesetzten Lebenserwartung. Die Krankheit lässt sich nur durch Selektion besiegen, d. h. durch Ausschluss betroffener Tiere von der Zucht.


Herkunft der Heiligen Birma

Die Herkunft der Heiligen Birma bleibt ein Geheimnis. Viele Sagen und Legenden ranken sich um ihre Entstehung. So geht ihr Haarkleid angeblich auf die Tempelkatze Sinh zurück, die im Heiligtum der goldenen Göttin mit Saphiraugen Tsun-Kyan-Kse lebte. Sinh soll das Aussehen der Göttin angenommen haben.

Jenseits aller sagenumwobenen Geschichten um ihre Entstehung entstammt die Heilige Birma einem Zuchtexperiment aus Bicolour-Langhaarkatzen und Siam im Frankreich der 1920er Jahre. Auch die kontrollierte Weiterzucht vor und nach der Anerkennung 1925 blieb fest in französischer Hand. Erst nach dem zweiten Weltkrieg überschritten die ersten Heiligen Birmas die Grenze – und lösten einen wahren Boom aus. Um 1950 reisten die ersten Heilige Birma Katzen in die USA, und längst liegt diesen Meisterwerken der Anmut, die zu einer der am einheitlichsten gezüchteten Rassen schlechthin zählen, auch der Rest der Welt zu Füßen.
 
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