Vergiftung

Gefahr für Katzen: Desinfektionsmittel

In Zeiten von Sars-CoV-2 achten immer mehr Menschen auf penible Hygiene – auch in den eigenen vier Wänden. Der Einsatz mancher Desinfektions- und Reinigungsmittel ist für unsere Katzen jedoch mit Gefahren verbunden.
 
Rote Katze schnüffelt an Reinigungsmitteln © shutterstock.com / Natalya Chumak
Unsichtbares Risiko: Katzen nehmen giftige Desinfektionsmittel oft indirekt auf
Ein Wirkstoff, der in immer mehr Desinfektions- und Reinigungsmitteln vorkommt, ist Benzalkoniumchlorid (BAC). BAC ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antiseptika. Es wirkt gegen Viren, Bakterien, Pilze, Hefen und Algen und ist daher in vielen Desinfektions- und Reinigungsmitteln enthalten. BAC ist für seine hautreizenden Eigenschaften bekannt – diese können schon ab einer Konzentration von 1 % auftreten.
 

Was macht BAC für Katzen so gefährlich?

Bei Kontakt mit BAC kann es bei Haustieren schnell zu lokalen Hautreizungen kommen. Vor allem Katzen sind gefährdet: Wenn sie über frisch geputzte Flächen laufen und sich danach putzen, nehmen sie automatisch Reste von Desinfektions- und Reinigungsmitteln auf und damit auch den Wirkstoff Benzalkoniumchlorid.

Die Folge sind Verätzungen von Haut und Schleimhäuten, zum Beispiel in der Maulhöhle. Auch Hornhautgeschwüre (wenn sich die Katze mit den Pfoten über die Augen reibt), Speiseröhren- und Magengeschwüre sowie Hautentzündungen und -wunden können die Folge sein.
 

Welche Symptome treten bei betroffenen Katzen auf?

Die Wirkung von BAC tritt meist verzögert ein. Erste Symptome zeigen sich nach durchschnittlich 6 Stunden, sind aber auch schon nach 5 Minuten möglich – oder erst nach bis zu 48 Stunden.

Folgende Symptome sind typisch für eine BAC-Vergiftung:
  • vermehrtes Speicheln, Sabbern
  • Wunden und Geschwüre in der Maulhöhle, vor allem auf der Zunge
  • verminderter Appetit
  • Mattigkeit
  • Fieber
In vereinzelten Fällen kann es außerdem zu
  • Erbrechen
  • Atemproblemen und
  • Hornhautgeschwüren mit Augenausfluss und Augenkneifen kommen.

Konsultieren Sie sofort einen Tierarzt, sollte Ihre Katze die oben genannten Symptome zeigen.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollten Sie dafür sorgen, dass die Katze nicht noch mehr BAC zu sich nimmt. Ein Halskragen kann helfen, um die Katze vom Schlecken abzuhalten. Sie können auch versuchen, betroffene Körperpartien mit viel klarem Wasser abzuspülen. Da dadurch aber insbesondere im Bereich der Maulhöhle Erstickungsgefahr droht, sollten Sie im Zweifelsfall lieber den Tierarzt entsprechende Maßnahmen einleiten lassen.
 

In welchen Produkten ist Benzalkoniumchlorid enthalten?

BAC ist ein Bestandteil vieler...
  • Allzweckreiniger
  • Küchen- und Badreiniger
  • Wäsche-Hygienespüler bzw. Wäsche-Desinfektionsmittel
  • Flächen-Desinfektionssprays
  • Handdesinfektionssprays
  • Feuchttücher und Hygiene-Reinigungstücher
  • antibakterieller Handseifen
  • Bildschirm- und Tastaturreiniger
  • Schimmelentferner
  • Grünbelagentferner und Steinreiniger
Besonders in jenen Produkten, die mit dem Versprechen „wirkt gegen 99,9 % aller Keime“ werben, ist sehr häufig Benzalkoniumchlorid enthalten.

Um Vergiftungen vorzubeugen und Ihre Katze zu schützen sollten Sie...
  • strikt auf Produkte mit Benzalkoniumchlorid verzichten
  • Ihre Katze von frisch gereinigten Flächen fernhalten
  • Reinigungsmittel immer außer Reichweite von Haustieren und Kindern lagern
Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Produkt Benzalkoniumchlorid enthält, kann eine kurze Recherche im Internet oder die direkte Nachfrage beim Hersteller helfen.