Der Kratzbaum

Der optimale Kratzbaum: Fitnessgerät und Rückzugsort

Der Kratzbaum ist ein Möbelstück, das nur für die Katze gedacht ist! Deshalb soll er für sie natürlich möglichst passend sein. Wir zeigen, welche Anforderungen ein optimaler Kratzbaum erfüllen muss
 
 
Katze sitzt auf Kratzbaum © shutterstock.com/Africa Studio
Naturmaterialien eignen sich am besten für einen Kratzbaum.
Der Kratzbaum ist das Möbelstück, das in keinem Katzenhaushalt fehlen darf. Er gehört schon zur Erstausstattung für Jungkatzen und ist nur für die Katze gedacht, hier sollte alles erlaubt sein. Er dient als Rückzugsort, hier kann die Katze ungestört schlafen, dösen und Kräfte sammeln. Zugleich ist der Kratzbaum aber auch ihr ganz persönliches Fitnessgerät und ein Abenteuerspielplatz. Hier klettert sie, springt von einer Etage in die nächste und schärft ihre Krallen. Das Kratzen hat neben dem Schärfen der Krallen noch einen weiteren wichtigen Zweck. Durch das Kratzen markiert die Katze ihren Baum und macht ihn zu ihrem ganz persönlichen Möbelstück. Doch bei der Auswahl des Kratzbaums muss sich die Katze ganz auf uns verlassen. Und leider stellen Mensch und Katze recht unterschiedliche Anforderungen an einen optimalen Kratzbaum.
 

Mensch und Katze: Unterschiedliche Ansprüche an den Kratzbaum

Ein Kratzbaum soll für uns hübsch anzusehen sein, sich gut in den Wohnraum integrieren lassen und auch die Farbe spielt natürlich eine Rolle. Katzen lassen diese Kriterien völlig kalt. Da der Kratzbaum ja aber speziell für die Katze gedacht ist, sollten wir bei der Wahl dieses Möbelstücks vor allem auf ihre Bedürfnisse eingehen. Zum Glück gibt es heute ein breites Angebot an Kratzbäumen, sodass für jeden Geschmack, für jeden Geldbeutel und für jeden Typ Katze ein passendes Modell gewählt werden kann. 
 
Bei vielen Kratzbäumen ist eine Auswahl aus verschiedenen Modulen möglich, um so den passenden Traumkratzbaum für die Katze zusammenzustellen. Dies ist besonders sinnvoll, da sich die Ansprüche der Katze im Laufe ihres Lebens verändern. Man kann auf diesem Weg einen Kratzbaum wählen, der zuerst mit der Katze mitwächst, ihr in der Blüte des Lebens einen spannenden Trainingsort bietet, aber auch einen gewohnten und leicht zu erreichenden Ruhepunkt im Alter sichert. Bevor man sich also einen neuen Kratzbaum anschafft, sollte man ernsthaft überlegen, worauf es für die Katze wirklich ankommt und welche Möglichkeiten man in der eigenen Wohnung hat. 
 

Diese 6 Anforderungen muss ein Kratzbaum unbedingt erfüllen

Der optimale Kratzbaum für meine Katze ...
  1. muss absolut stabil sein.
  2. sollte unten eine lange Kratzsäule aufweisen (etwa 80 Zentimeter).
  3. sollte dort aufgestellt werden, wo die Katze einen guten Überblick über ihr Revier hat.
  4. sollte aus ungiftigen Materialien sorgfältig verarbeitet sein.
  5. sollte verschiedene Anreize bieten (wie Höhlen, Aussichtsplattformen).
  6. sollte der aktuellen Lebensphase der Katze angepasst sein (Kitten, Adult oder Senior)
 
1. Zur Stabilität des Kratzbaumes
Das A und O jedes Kratzbaums ist die Stabilität und ein ausschlaggebender Grund dafür, beim Kauf auf eine gute Qualität zu achten. In der Realität nähert sich die Katze ihrem Kratzbaum nicht immer auf leisen Samtpfoten. Nein, sie springt mit einem großen Satz aus vollem Lauf den Stamm hinauf. Der Baum muss so stabil und fest stehen, dass er auch beim Spielen, Kratzen und Springen an seinem Platz bleibt und nicht wackelt. Einen wackligen Kratzbaum schätzen Katzen ganz und gar nicht. Wenn die Möglichkeit besteht, kann es sinnvoll sein, den Kratzbaum an der Decke oder Wand befestigen zu lassen.
 
2. Auf die richtige Kratzsäule kommt es an
Ein guter Kratzbaum besteht unten aus einer langen Säule, an der sich die Katze auf den Hinterbeinen stehend die Krallen wetzen kann. Diese Säule sollte etwa 80 Zentimeter hoch sein und wird dann von der Katze auch gerne als Streckbank genommen, um den Rücken genüsslich durchzustrecken. Wichtig ist, dass die Katze gleich vom Boden aus die Möglichkeit zum Kratzen hat, da sie dort am stabilsten stehen kann. 
Eine kürzere Säule nimmt zwar nicht so viel Platz ein, ist aber weniger zu empfehlen, da die Katze sich beim Krallenschärfen nicht richtig durchstrecken kann.  
 
3. Der perfekte Standort für den Kratzbaum
Wohin mit dem Kratzbaum? Diese Frage ist natürlich abhängig von den jeweiligen Wohnverhältnissen. Grundsätzlich halten sich Katzen gerne dort auf, wo ihre Menschen sind. Ein Kratzbaum, der im Hausflur steht, weil dort mehr Platz ist als im Wohnzimmer, wird Ihre Katze nicht so sehr erfreuen wie ein Kratzbaum, von dem Mieze ihre Familie gut im Blick hat. Katzen lieben es, von einem erhöhten und geschützten Ort aus einen Überblick über den ganzen Raum zu haben.
Manchmal besteht die Möglichkeit, den Kratzbaum neben Schränken und Regalen zu platzieren und der Katze so noch eine zusätzliche Möglichkeit zu bieten, um höher gelegene Orte zu erkunden. Sollte der Kratzbaum in Fensternähe stehen, muss das offene Fenster gut gesichert sein. Wenn die Katze vom Kratzbaum aus in das gekippte Fenster springt, kann dies lebensgefährlich sein. Natürlich ist es aber gerade für Wohnungskatzen spannend, wenn sie von ihrem Kratzbaum aus die interessante Welt vor dem Fenster beobachten können. 
 
4. Gute Materialien für den Kratzbaum
Besonders wichtig ist, dass im Kratzbaum keine für Katzen giftigen Materialien verbaut sind oder stark riechende Lacke und Klebstoffe verwendet werden. Der Sockel besteht meist aus schwerem Holz und muss unbedingt fest und stabil stehen, sodass der Baum auch bei einseitiger Belastung nicht umfallen kann. Die Stämme werden aus stabiler Presspappe gefertigt, die mit Sisalseil oder Teppichstoff umwickelt ist. Inzwischen gibt es auch Kratzbäume aus Vollholz, die von den meisten Katzen sehr gerne angenommen werden, sich jedoch eher im oberen Preissegment befinden. Auch die Aussichtsplattformen und Höhlen auf Kratzbäumen sind meistens aus Holz gefertigt und mit weichem Kunstfleece überzogen. 
Neben der Stabilität ist die gute Verarbeitung ein weiterer großer Sicherheitsfaktor rund um den Kratzbaum. Auf keinen Fall dürfen Schrauben oder Nagelköpfe herausstehen, an denen sich die Katze verletzen könnte. Für den Außenbereich gibt es besonders wetterfeste Kratzbäume, denen die Witterung nichts anhaben kann. 
 
5. Platz zum Abhängen: Hängematten, Höhlen und Co.
An den langen, vertikal durchgehenden Säulen, die die Katze zum Klettern anregen, sind bei vielen Kratzbäumen auf unterschiedlichen Höhen Aussichtsplattformen, Hängematten oder Höhlen angebracht. Je größer und abwechslungsreicher der Kratzbaum gestaltet ist, desto mehr Vergnügen bereitet er der Katze. Von Aussichtsplattformen in der Höhe kann Mieze ihr Revier bestens überwachen und alles ganz genau im Blick behalten. Hängematten und kleine Höhlen in der Höhe laden zu einem Nickerchen ein – ohne Störung. 
Manche Kratzbäume sind so konzipiert, dass eine Höhle als stabilisierender Sockel am Boden verbaut ist. Dies gewährleistet zwar Stabilität, jedoch wird sich kaum eine Katze hierhin zurückziehen, um in Ruhe zu schlafen. Sie ist nah am Boden, hat keine Aussichtsmöglichkeit und im schlimmsten Fall läuft auch noch ständig jemand vorbei. 
 
6. Kratzbaum muss zur Katze passen
Bei der Wahl des Kratzbaums ist auch die aktuelle Lebensphase der Katze zu beachten. Kitten und neugierige Jungspunde klettern zwar sehr gerne weit nach oben, müssen aber erst noch lernen, wie man auch wieder auf sicherem Weg nach unten gelangt, ohne abzustürzen. Zieht eine besonders junge Katze ein, ist es daher sinnvoll, erst mal einen nicht allzu hohen Kratzbaum anzuschaffen, den man später nach oben erweitern kann. 
Etwas erfahrenere Katzen freuen sich über möglichst viele Kletter-, Balancier- und Versteckmöglichkeiten an einem stabilen Kratzbaum. Der richtige Kratzbaum für ältere Katzen besitzt viele Stufen, damit die alte Katze nicht mehr so hoch springen muss und ihre Gelenke schonen kann. Für manche Katzensenioren reicht auch ein Kratzstamm aus. 
Neben der aktuellen Lebensphase muss man bei der Wahl des Kratzbaums auch den Katzentyp beachten. Große und schwere Katzen wie etwa Maine Coon oder Waldkatzen brauchen unbedingt einen besonders stabilen und großen Kratzbaum, der ihr Gewicht problemlos tragen kann.

Katze an einen neuen Kratzbaum gewöhnen

Endlich ist es so weit und der neue Kratzbaum, der speziell auf die eigene Katze abgestimmt ist, ist aufgebaut. Mensch freut sich, Katze schnuppert am neuen Kratzbaum, scheint beinahe die Nase zu rümpfen und stolziert davon. Es ist leider ganz normal, dass ein nagelneuer Kratzbaum von der Katze nicht gerne angenommen wird. Er riecht einfach noch zu fremd und hat im gewohnten Katzenrevier nichts zu suchen. 
Hier ist einfach etwas Geduld gefragt, bis der neue Geruch verflogen ist und der neugierige Stubentiger die Neuanschaffung erkundet. Die Neugier siegt meistens! Manchmal kann man auch ein bisschen nachhelfen, um der Katze die Umgewöhnung zu erleichtern. Ein getragenes Shirt vom Lieblingsmenschen auf dem neuen Kratzbaum riecht vertraut. Auch kann man auf den Stamm etwas Katzenminze aufsprühen und schon ist der neue Baum ein ganzes Stück attraktiver geworden. 
 

Den Kratzbaum richtig reinigen

In der Regel genügt es, die verschiedenen Etagen des Kratzbaums von Zeit zu Zeit gründlich abzusaugen. Stoff- und Plüscheinlagen kann man zum Teil auch abziehen und waschen. Dies empfiehlt sich besonders, wenn die Katze krank war. 
 

Kratzbaum ganz einfach selbst gemacht

Immer mehr kreative Katzenliebhaber machen sich die Mühe und bauen für ihre Lieblinge einen Kratzbaum aus Naturmaterialien. Dabei entstehen richtig tolle Einzelstücke. Wichtig ist, dass auch hier Stabilität und Sicherheit der Katze an erster Stelle stehen. Nirgends dürfen Nägel oder Schrauben abstehen, an denen sich die Katze verletzen könnte. Auf vielen DIY-Seiten finden Sie tolle Anleitungen, wie Sie einen Kratzbaum selber bauen können. 
 
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