Unerziehbar? Von wegen!

Katze erziehen leicht gemacht

Katzen lassen sich nicht erziehen? Pustekuchen! Selbst der größte Dickkopf ist lernfähig und Erziehung kann sogar Spaß machen. Es liegt allein in Ihrer Hand!
 
Kleine rote Katze gibt High-Five © shutterstock.com
Wenn für sie eine Belohnung rausspringt, sind Katzen ganz Ohr.
Eine Katze zu erziehen ist nicht so unmöglich, wie es resignierte Dosenöffner gerne hinstellen (während eine Katze mit ausgefahrenen Krallen an ihrem Hosenbein hochklettert).

Katzen sind sehr clever und verstehen schnell, wann sich eine Verhaltensweise für sie lohnt. Und genau das ist der Trick hinter erfolgreicher Katzenerziehung: Die Katze muss mögen, was sie tut!

Erziehung hat bei Katzen nichts mit Drill oder Training zu tun, sondern mit geschickter, liebevoller und geduldiger Überzeugungskraft. Natürlich sollte sie dabei nicht vermenschlicht werden – die Katze ist und bleibt ein (Raub-)Tier mit eigenem Kopf und eigenen Bedürfnissen.

Wenn man die natürlichen Bedürfnisse der Katze respektiert, erfüllt und zusätzlich auf folgende Regeln achtet, steht einer harmonischen Katze-Mensch-Beziehung nichts mehr im Wege:
 

1. Niemals bestrafen!

Egal ob Sie Ihre Katze auf frischer Tat ertappen oder den „Tatort“ erst Stunden später entdecken: Bestrafung bringt nie etwas. Im schlimmsten Fall wird Ihre Katze Sie mit einer potenziellen Gefahr gleichsetzen und ängstlich bis aggressiv auf Sie reagieren. Das gegenseitige Vertrauen kann dann lang anhaltend gestört sein.
 

2. Keine Gewalt!

Dazu zählen unter anderem das Packen der Katze im Nackenfell, lautes Schimpfen und bedrohliche Gesten sowie vermeintliches „Anfauchen“ in der Absicht, die Katzenmutter zu imitieren. 
 

3. Kein Zwang!

Manch ein Katzenhalter nimmt die Pfötchen seines Stubentigers und fährt damit über den Kratzbaum, um ihm „richtiges“ Kratzverhalten zu zeigen. Verzichten Sie auf derlei zwanghafte Aktionen, denn Katzen sind sie zuwider. 
 

4. Positiv verstärken!

Positive Verstärkung ist das A und O der Katzenerziehung. Passen Sie das Lebensumfeld Ihrer Katze ihren natürlichen Bedürfnissen an und belohnen Sie sie immer wieder, wenn sie ein erwünschtes Verhalten zeigt (zum Beispiel die Nutzung des Kratzbaums statt des Sofas). 
 

5. Konsequent bleiben!

Erfolgreiche Katzenerziehung steht und fällt mit der Konsequenz des Zweibeiners. Was heute verboten ist, darf morgen nicht „ausnahmsweise“ erlaubt sein – das würde jede Katze zu ihrem Vorteil nutzen. Stellen Sie sicher, dass alle Familienmitglieder an einem Strang ziehen. 
 

6. Reglmäßig üben!

Katzen sind Gewohnheitstiere und integrieren liebgewonnene Routinen rasch in ihren Tagesablauf. Regelmäßige Wiederholungen (nicht zu viele am Stück!) festigen nicht nur das Erlernte, sondern auch die Katze-Mensch-Bindung.
 

7. Harmonie schaffen!

Stress und/oder Mobbing können Probleme darstellen und alle Bemühung zunichte machen. Daher sollten zugrundeliegende Konflikte immer bereinigt werden. Hier können auch Pheromone unterstützend wirken.
 

8. Lebensumstände der Katze berücksichtigen!

Katzen werden verhaltens­auffällig, wenn sie ihre Instinkte nicht ausleben können. Daher ist es enorm wichtig, ihren Bedürfnissen gerecht zu werden und jeden Störfaktor zu beseitigen. Erst dann können Erziehungsmaßnahmen fruchten.
 

9. Geduld haben!

Katzen besitzen ein episodisches Gedächtnis und merken sich positive Verknüpfungen besonders gut. Mit der Zeit wird sich ein Lernerfolg einstellen, daher sollte man am Ball bleiben und nicht vorzeitig das Handtuch werfen – oder in alte Muster zurückfallen.
 

10. Hilfsmittel nutzen!

Helferlein wie ein Clicker können die positive Verstärkung vereinfachen: Nach einer Konditionierungsphase wird die Katze jedes Mal mit einem „Click“ und einem Leckerli belohnt, wenn sie ein erwünschtes Verhalten zeigt. Dadurch kann man ihr gezielt Tricks beibringen. Clicker-Training ist außerdem eine tolle Möglichkeit, Katzen körperlich und geistig zu beschäftigen.


 
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