Stubenreinheit und Katzentoilette

Auf dem stillen Örtchen – darauf kommt es beim Katzenklo an

Das Katzenklo führt nicht selten zu Stress zwischen Mensch und Katze. Damit Mieze sich auf ihrem stillen Örtchen auch wirklich wohlfühlt, gibt es einiges zu beachten. Größe, Form, Standort und die richtige Streu sind entscheidend, damit die Katze ihre Stubenreinheit behält und nicht plötzlich unsauber wird
 
Getigerte Katze steht neben Katzenklo © Shutterstock.com/ New Africa
Auch Katzen haben Ansprüche an ihr Katzenklo.
Katzenklo, Katzenklo, ja, das macht die Katze froh ­– aber nur, wenn es auch ihren Ansprüchen gerecht wird. Stubenreinheit ist eine wichtige Regel, egal ob für Freigänger oder Wohnungskatzen. Von Natur aus sind Katzen sehr reinliche Tiere, sie achten extrem auf ihre Körperpflege und sind auch anspruchsvoll, was die Hygiene der Umgebung betrifft. Geht absichtlich etwas daneben, so hat das durchaus seine Gründe.
 

Katzenklo für Kitten: So wird die junge Katze stubenrein

Wenn Sie ein Jungtier aus einer seriösen Katzenzucht übernehmen, ist es in der Regel bereits stubenrein. Etwa die ersten drei bis fünf Lebenswochen werden die Katzenbabys von der Mutter gesäugt und sie nimmt beim Putzvorgang auch deren Ausscheidungen auf. Beginnen die kleinen selbst feste Nahrung zu sich zu nehmen, wird es Zeit, dass sie lernen, ein Katzenklo zu benutzen. Kleine Kätzchen lernen viel durch Nachahmung und die Mutter zeigt ihnen, wie man im Streu scharrt und irgendwann ist es so weit, das Katzenkind löst sich im Katzenklo. Hat man ein mutterloses Kätzchen sehr früh aufgenommen, muss man in den ersten Wochen die Putzarbeit der Mutter übernehmen, beispielsweise mit einem feuchtwarmen Waschlappen. Ist das Kätzchen so weit ein Katzenklo zu benutzen, tragen wir es nach dem Schlafen, Spielen und Fressen zum Katzenklo, scharren mit den Fingern in der Streu und animieren das Kitten auf diese Art sich zu lösen. Hat es geklappt, sollte man mit Lob und Streicheleinheiten nicht sparen.
 

Ideale Form und Größe für das Katzenklo

Das Katzenklo sollte leicht begehbar sein. Für Kitten ist der Rand oft noch zu hoch, sie benötigen daher einen niedrigen Einstieg. Erwachsene Katzen scharren sehr gerne in ihrem Katzenklo. Hier empfiehlt sich ein höherer Rand, damit Mieze die Streu nicht rings um das Katzenklo verstreut.
Egal, für welche Modell sie sich entscheiden: das Katzenklo muss komfortabel für die Katze sein. Im Tierfachhandel gibt es Katzenklos für beinahe alle Ansprüche. Vielleicht müssen Sie etwas herumprobieren, bis Sie das ideale Katzenklo für Ihre Katze gefunden haben. Manche Katzen lieben Katzenklos mit Deckel, die einer Höhle ähneln. Andere weigern sich, hier ihr Geschäft zu verrichten und bevorzugen die offene Variante des Katzenklos.

Die Größe des Katzenklos ist entscheidend. Katzen drehen sich gerne, ehe sie ihr Geschäft verrichten, prüfen die „Bodenverhältnisse“ und brauchen Platz, um ihre Hinterlassenschaft zu vergraben. Dabei sollte sich die Katze nicht eingeengt fühlen. Für Kitten ist ein kleineres Katzenklos mit niedrigem Rand ideal. Erwachsene Katzen brauchen ein Katzenklo, das ihrer Größe entspricht. Ein ausgewachsener Maine Coon Kater, der neun Kilo auf die Waage bringt und eine beeindruckende Größe erreicht, benötigt natürlich ein weitaus größeres Katzenklo, als es eine zierliche, kleine Hauskatze tut. Grundsätzlich lässt sich sagen: lieber ist das Katzenklo etwas zu groß als zu klein! Auch alte Katzen haben spezielle Ansprüche an ihr Katzenklo. Oftmals leiden sie unter Arthritis , die Gelenke tun weh, und der Einstieg in die Katzentoilette mit hohem Rand wird immer beschwerlicher. Nicht selten passiert es, dass die alte Katze ihr Geschäft dann einfach vor dem Katzenklo verrichtet oder eben an einem ganz anderen Ort, der leichter zugänglich ist. Stellen Sie für älteren Katzen daher wie beim Kitten eine Katzentoilette mit extra niedrigem Rand auf, die jedoch so groß ist, dass auch die alte Katze sich bequem umdrehen kann. Für besonders sensible Senioren kann man auch größere Untersetzer für Pflanzenkübel als Katzenklo umfunktionieren.

Welche Form das Katzenklo haben soll, ist oft mit dem Standort des Katzenklos verbunden. Katzenklos für die Ecke mögen für den Menschen praktisch sein, für die eigentlichen Nutzer des Katzenklos sind sie jedoch meistens unbequem. Sie bieten in der Regel nicht genug Platz zum Umdrehen oder Scharren. Bewegungsfreiheit hat hier oberste Priorität!

Kitten auf dem Katzenklo
Kitten brauchen ein Katzenklo mit niedrigem Rand.      (c)Shutterstock.com/Africa Studio


Der perfekte Standort für das Katzenklo

Das Katzenklo sollte für die Katze wirklich ein stilles Örtchen sein. Niemand möchte beim Geschäft gestört werden, auch nie Katze nicht. Vermeiden Sie bei der Platzierung des Katzenklos dunkle, feuchte Räume wie den Keller sowie Lärmquellen. Neben der schleudernden Waschmaschine oder dem fauchenden Trockner lässt sich das Geschäft nicht in Ruhe erledigen. Das Katzenklo sollte für die Katze leicht und wirklich jederzeit zugänglich sein, damit das Unvermeidliche nicht schon unterwegs passiert. Manche Katzen haben die Eigenheit, dass sie gerne Urin- und Kotabsatz voneinander trennen. Lebt man in einem sehr großen Haus, kann es sinnvoll sein, auf jeder Etage ein Katzenklo aufzustellen. Von der Katze zu erwarten, dass sie im Falle eines dringenden Bedürfnisses zuerst den langen Weg in den Keller auf sich nimmt, ist zu viel verlangt.
 

So viele Katzenklos müssen Sie aufstellen

Eine Einzelkatze sollte mindestens zwei Katzenklos zur Verfügung haben. Hat man mehrere Katzen, so rechnet man pro Katze eine Katzentoilette plus eine Extra, damit es nicht zu Streitigkeiten bei der Klobenutzung kommt. Außerdem muss man keiner Katze zumuten, ein Katzenklo benutzen zu müssen, in dem noch die Hinterlassenschaft des Artgenossen liegt.
 

Die richtige Anzahl an Katzenklos bestimmen

 Anzahl meiner Katzen + 1 = Anzahl der benötigten Katzenklos


Reinigung des Katzenklos: Eine Sache der Hygiene

Das Katzenklo muss sauber sein, damit eine Katze sich hier wohlfühlt, und nicht irgendwann beginnt, ihr Geschäft an einer anderen Stelle zu verrichten. Katzen mögen keinen Schmutz und finden es eklig, wenn es mieft. Deshalb ist es wichtig, dass das Katzenklo stets sauber ist. Jedes Katzenklo sollte mindestens zweimal pro Tag gereinigt werden, damit die Katze diesen Ort auch weiterhin aufsucht, um ihr Geschäft zu verrichten. Dabei reicht es, Urin- und Kotklumpen sauber zu entfernen.
Einmal pro Woche sollte das Katzenklo komplett geleert, mit heißem Wasser gründlich ausgewaschen und wieder mit frischer Streu befüllt werden. So nehmen auch Katzenklos aus Plastik keinen unangenehmen Geruch an.

Wie man Katzenstreu am besten entsorgt hängt vom Material und der Zusammensetzung der Streu ab. Generell ist altes Katzenstreu am besten in der Restmülltonne aufgehoben, also in der schwarzen Mülltonne für den Hausmüll. Auf der Verpackung der Katzenstreu ist immer auch ein Hinweis zur richtigen Entsorgung angegeben. In der Biotonne hat Tierkot nichts zu suchen. Das Abfallwirtschaftsamt Ihrer Stadt bzw. Ihres Bezirks gibt direkte Empfehlungen, wie benutzte Streu zu entsorgen ist. Grundsätzlich wird hier immer eine Entsorgung im Restmüll empfohlen.

Katze mit Silikatstreu
Silikatstreu mag nicht jede Katze.                                               (c)Shutterstock.com/Axel Bueckert


Einstreu im Katzenklo: Die Qual der Wahl

Als Einstreu im Katzenklo gibt es viele verschiedene Produkte, die allesamt ihre Vor- und Nachteile haben. Letztlich entscheidet vor allem die Katze, welche Streu verwendet wird. Und nicht jede Katze kommt mit jeder Einstreu klar. Wenn Sie eine neue Katze bei sich aufnehmen, empfiehlt es sich, zu Beginn auch die gleich Marke Einstreu im Katzenklo zu verwenden, die die Katze schon kennt.
 

Katzenstreu in der Übersicht

Mineralstreu
Vorteile:
nimmt sehr viel Flüssigkeit auf, schließt Geruch ein, relativ preiswert, überall erhältlich
Nachteile: verrottet nicht, da nicht wasserlöslich; muss fachgerecht entsorgt werden, viel Gewicht

Naturstreu
Vorteile: besonders umweltfreundlich, da zu 100% abbaubar, leicht, nimmt Geruch und Feuchtigkeit gut auf
Nachteile: relativ teuer, ungeeignet bei Durchfall, Saugfähigkeit von Marke zu Marke verschieden

Silikatstreu 
Vorteile:
absorbiert große Mengen an Flüssigkeiten und Gerüchen, relativ staubarm und kompostierbar
Nachteile: relativ teuer, bleibt an den Pfoten hängen, gefährlich für Katzen, die das Granulat fressen


Klumpstreu aus Mineralien: Der Klassiker

Das klassische Klumpstreu für das Katzenklo besteht in der Regel aus Bentonit, einer Mischung aus verschiedenen Tonmineralen. Bentonit entsteht, wenn vulkanische Asche verwittert, und hat als Hauptbestandteil Montmorillonit, der sich dadurch auszeichnet, dass er viel Wasser aufnehmen kann. Dadurch klumpt die Streu. In der Körnung dieser Steu gibt es diverse Angebote. Je kleiner die Körnung, desto kleiner die Klumpen. Achtung: Manche Experten vermuten Schadstoffe in der Streu, die zu Blasenentzündungen führen können. Der Feinstaub, der in der Streu vorhanden ist, könne zudem zu Atemproblemen und im schlimmsten Fall sogar zu Krebserkrankungen führen. Für Kätzchen, die gerne mal Körner der Streu ins Maul nehmen, ist Klumpstreu sehr gefährlich, da die verschluckten Streuteile auch im Magen verklumpen.
 

Einstreu aus Pflanzenfasern: Voll im Trend

Natürliche Katzenstreu im Katzenklo ist absolut im Kommen. Es kann aus Pflanzenfasern, Mais, Rübenschnitzeln, Zellulose oder Holzfasern bestehen. Auch Strohstreu gibt es bereits. Die Qualiltät ist unterschiedlich. Die Streu gibt es in fein und grob, in klumpend und nichtklumpend. Ein Vorteil ist die Umweltfreundlichkeit und Unbedenklichkeit für Katzen. Achten Sie auf Bioqualität, dann schadet sie der Katze nicht und es ist okay, wenn Kitten ein paar kleine Stückchen verschlucken. Deshalb sollte hier auch kein Leim enthalten sein. Die Streu ist nicht teuer, allerdings auch nicht so ergiebig wie Mineralstreu und sie muss öfter erneuert werden. Dafür besteht sie aus nachwachsenden Rohstoffen. Ein Problem ist die relativ feine, leichte Konsistenz der Streu. Die Fasern bleiben nicht selten im Fell hängen und werden durch die Wohnung getragen. Dafür müssen Sie aber auch beim Einkauf nicht schwer schleppen.
 

Silikatstreu: Eine echte Alternative

Bei Silikat handelt es sich um ein Material, das zum Beispiel im menschlichen Hygienebereich eingesetzt wird, also unbedenklich und hygienisch ist. Silikatstreu klumpt nicht, existiert in unterschiedlichen Körnungen und staubt wenig. Angeblich bindet das Material Keime sehr gut. Der Nachteil: Silikatstreu muss relativ häufig gewechselt werden und ist nicht ganz günstig. Für Katzen, die mit dem Material klarkommen, ist es jedoch eine saubere Sache. Manchen Katzenhalter stört der Lärmpegel beim Verscharren der Streu und die Tatsache, dass sich Flüssigkeit oft am Boden der Toilette sammelt, obwohl die Streu oben eigentlich sauber aussieht. Auch verfärbt sich die Streu je nach Hinterlassenschaft, was manche Katzenhalter nicht so prickelnd finden. Manche Katzen mögen die Art der Körnung nicht. Der Split ist relativ scharfkantig, was den Katzen an den Pfoten unangenehm sein kann. Für Kitten ist sie nicht ideal, da sie zum Verschlucken animiert und im Körper stark saugt. Dafür ist sie umweltfreundlich und darf meist in die Biotonne.

Wenn Sie die Art der Einstreu im Katzenklo wechseln möchten, mischen Sie die neue Streu langsam über mehrere Tage hinweg unter die gewohnte. So gewöhnt sich die Katze allmählich an die neue Einstreu im Katzenklo und es kommt nicht zu plötzlicher Unsauberkeit , weil die Katze ihr Klo nicht mehr anerkennt.
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