Gesundheitsvorsorge

Die 5 häufigsten Krebsrisikofaktoren bei Katzen

Unsere Katzen werden immer älter. Das ist natürlich schön, denn so hat man mehr gemeinsame Zeit. Doch mit steigender Lebenserwartung erhöht sich für Katzen auch das Risiko, an Krebs zu erkranken.
 
Getigerte Katze liegt auf Behandlungstisch beim Tierarzt © shutterstock.com / Stokkete
Regelmäßige Check-ups sind für eine frühzeitige Krebserkennung essentiell
Prinzipiell kann Krebs bei Katzen jeden Alters auftreten. Ältere Tiere haben jedoch ein erhöhtes Krebs-Risiko: Statistisch gesehen erkranken 50 Prozent aller Katzen über 10 Jahren an Krebs. Deswegen ist es umso wichtiger, Katzensenioren mindestens halbjährlich beim Tierarzt-Check-up vorzustellen, um potentielle Krebserkrankungen früh zu erkennen.

Die Tumorentstehung wird zudem bei Katzen jeden Alters durch folgende 5 Faktoren nachweislich begünstigt:
 

1. Passivrauchen

Passivrauchen erhöht das Krebsrisiko für Katzen enorm! Eine Studie ergab, dass das relative Lungenkrebsrisiko bei Katzen, die in einem Raucherhaushalt lebten, um das 2,4-fache höher war als bei Katzen aus Nichtraucher-Haushalten. Bei Katzen, die seit 5 Jahren oder länger dem Rauch ausgesetzt waren, stieg das Risiko sogar auf das 3,2-fache (BERTONE et al., 2002).
 

2. Sonnenlicht

UV-Lichteinstrahlung kann bei der Entstehung von Plattenepithelkarzinomen eine entscheidende Rolle spielen. Eine amerikanische Studie zeigte, dass weiße Katzen in Kalifornien ein 13,4-fach höheres Risiko hatten, einen bösartigen Hauttumor zu entwickeln, als Katze mit pigmentiertem Fell (DORN et al., 1971). Eine spätere Studie bestätigte, dass die meisten Katzen mit einem Plattenepithelkarzinom weißes Fall hatten (LANA et al., 1997).

Zu ihrem eigenen Schutz sollten insbesondere weiße Katzen nicht zu viel Zeit in der Sonne verbringen, vor allem nicht zwischen 10:00 und 14:00 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht und ihre Strahlen am schädlichsten sind. Ist die Katze tagsüber viel draußen unterwegs, sollten Ohren und Nase mit einem für Katzen geeigneten Sonnenschutzmittel eingecremt werden. Für Sonnenanbeter auf der Fensterbank lohnt sich die Anschaffung einer Sonnenschutzfolie für das Glas.
 

3. Traumata und chronische Entzündungen

Beides kann die Entstehung von Sarkomen, also bösartigen Tumoren des Binde-, Stütz- oder Muskelgewebes, begünstigen. So zeigte beispielsweise eine Studie, dass 13 Katzen mit tumorösen Veränderungen am Auge in der Vergangenheit unter Augenerkrankungen gelitten hatten (DUBIELZIG et al., 1990). In einer anderen Untersuchung stellte sich heraus, dass bei 4 von 36 an Knochenkrebs erkrankten Katzen der Krebs auf eine mittels Osteosynthese behandelte Fraktur zurückging (KESSLER et al., 1997).

Auch Entzündungen spielen eine wichtige Rolle bei der Tumorentstehung, so etwa beim felinen injektionsassoziierten Fibrosarkom (FISS). Subkutane und intramuskuläre Injektionen können bei Katzen chronische Entzündungen hervorrufen, welche sich zu einem FISS entwickeln können (HAUCK, 2003).
 

4. Viruserkrankungen

Bei der Entstehung von Lymphomen (Tumoren des Lymphgewebes) stellen das feline Immundefizienz-Virus (FIV) und das feline Leukosevirus (FeLV) wichtige Risikofaktoren dar. Katzen, die FeLV-positiv sind, haben eine 60-fach höhere Wahrscheinlichkeit, Lymphome zu entwickeln, als FeLV-negative Artgenossen. Im Fall von FIV-infizierten Katzen ist die Wahrscheinlichkeit einer Tumorentwicklung fünf- bis sechsfach höher (SHELTON et al., 1990).


5. Geschlechtshormone

Hormone spielen bei der Entstehung von felinen Mammakarzinomen (Brustkrebs) eine nicht zu unterschätzende Rolle. Unkastrierte, weibliche Katzen erkranken häufiger als frühkastrierte Artgenossinnen. Bei Kätzinnen, die vor dem 6. Lebensmonat kastriert werden, ist das Brustkrebsrisiko um 91 % geringer als bei unkastrierten Kätzinnen. Erfolgt die Kastration im Alter zwischen 6 Monaten und 1 Jahr, ist das Risiko um 86 % geringer (OVERLEY et al., 2005).

Die regelmäßige Gabe von Gestagenen („Pille für die Katze“), zum Beispiel zur Unterdrückung der Rolligkeit, ist bei weiblichen Katzen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein, wenn die Gabe gelegentlich erfolgt (MISDORP et al., 1991).