Wunden bei Katzen richtig behandeln

Es ist so schnell passiert. Ein unachtsamer Moment, ein hervorstehender Nagel in der Wand, eine Glasscherbe auf dem Boden oder ein kurzer Kampf, überall kann sich eine Katze verletzen. Lesen Sie hier, wie Sie kleinere Wunden reinigen und behandeln. 

 
Wunden bei Katzen versorgen © shutterstock.com
Katzen können sich relativ schnell verletzen.

Generell gilt: Jede Verletzung bei Katzen, die größer ist als ein Kratzer oder eine Abschürfung, sollte möglichst bald einem Tierarzt gezeigt werden. Denn nur er kann entscheiden, ob eine Wundnaht oder eine antbiotische Behandlung erforderlich ist. Denken Sie auch an Ihren eigenen Schutz. Der Schmerz kann eine verletzte Katze aggressiv machen. Tragen Sie wenn möglich saubere Lederhandschuhe, wenn Sie die Katze festhalten oder hochnehmen müssen. 
 

So stoppen Sie stärkere Blutungen bei Wunden

Bei großen, tiefen Wunden der Katze ist das Stillen der Blutung der erste und wichtigste Schritt. Hierbei gibt es jedoch zwei Unterschiede:

  • Blut ist dunkelrot und quillt langsam heraus: Venöse Sickerblutung - kann manchmal schon durch kaltes, fließendes Wasser gestillt werden.
  • Blut ist hellrot, spritzt aus der Wunde, Katze blutet stark: unbedingt Druckverband anlegen
Druckverband bei Katzen anlegen

Um bei der Katze einen Druckverband anzulegen, decken Sie die Wunde mit steriler Gaze ab. Diese befestigen Sie mit Mullbinde und pressen dann einen „Druckgegenstand“ (z.B. eine abgepackte Mullbinde) auf die Wundfläche. Das alles umwickeln Sie straff mit einer elastischen Binde, und nun so rasch wie möglich zum Tierarzt oder in die Tierklinik ! Vergessen Sie aber nicht, zuvor dort anzurufen. Nur so können Sie sicher sein, dass die Praxis auch besetzt ist, wenn Sie mit dem verletzten Tier dort ankommen.
 

Reinigung und Desinfektion von kleineren Wunden

Ist die Blutung der Katze ohne Druckverband zum Stillstand gekommen, folgen nun Reinigung und Desinfektion. Schneiden Sie mit einer Schere, am besten einer Verbandsschere mit abgerundeten Spitzen, die Haare um die Wunde ab. Für die Reinigung der Wunde nehmen Sie am besten fließendes Wasser. Falls vorhanden, träufeln Sie ein flüssiges Desinfektionsmittel auf die Wundränder. Verwenden Sie bitte keinen Puder. Anschließend schützen Sie die Wunde mit steriler Gaze und einem leichten Verband. Die oberflächliche Desinfektion der Wundränder ersetzt nicht den Gang zum Tierarzt! Er muss die Wunde sondieren, um ihr Ausmaß festzustellen. Handelt es sich tatsächlich nur um eine oberflächliche kleine Verletzung, wird er die Wunde eventuell nur gründlich spülen und verbinden. Bei tiefen, klaffenden Wunden muss er nähen.

Wundnaht richtig versorgen 

Problemlos nähen kann der Tierarzt eine Wunde nur in den ersten vier Stunden nach der Verletzung. Nach diesem Zeitraum muss er die Wunde auffrischen, bevor er nähen kann. Verletzungen, bei denen das umliegende Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wurde, muss er die Katze operieren . Das zerrissene oder gequetschte Gewebe wird entfernt und die Wunde vernäht.

Heilt die Wunde komplikationslos ab, können die Fäden bereits acht bis zehn Tage nach der Naht gezogen werden. Gleichzeitig ist eine antibiotische Behandlung unverzichtbar. Denn trotz sorgfältiger Reinigung und Desinfektion könnten Krankheitskeime in der Wunde verblieben sein, die die Heilung der Wunde komplizieren und die Gesundheit der Katze gefährden können.

Die Naht bzw. die Wundränder jucken während der Heilungsphase. Ihre Katze wird versuchen, Wunde und Wundnaht zu belecken und zu beknabbern. Dabei kann sie sich leicht die Fäden ziehen und erneut klafft die Wunde auf. Ein Trichter vom Tierarzt hindert die Katze daran und schützt sie vor sich selbst. Doch der Trichter ist ausgesprochen lästig und der tierische Patient wird versuchen, ihn loszuwerden. Bleiben Sie hart und trösten Sie Ihre Katze in dieser Zeit mit besonders viel Zuwendung und Ablenkung.
 

Bissverletzungen unbedingt ernst nehmen

Bissverletzungen sehen bei Katzen oft harmloser aus, als sie sind. Das winzige Loch vom Zahn des Gegners ist die Eintrittspforte für Krankheitskeime aller Art und nicht selten hat sich an der Bissstelle zwischen Haut und Muskelgewebe ein Hohlraum gebildet. Dieser Hohlraum ist die ideale Brutstätte für Bakterien, die eine Blutvergiftung auslösen können. Untersuchen Sie also Ihre Katze nach jedem Kampf genau nach diesen kleinen und unscheinbaren Löchern.
 

Fremdkörper in der Haut der Katze

Vorsicht bei eingespießten Fremdkörpern wie z. B. Holzstöckchen. Lässt sich der Fremdkörper nicht leicht entfernen, lassen Sie ihn an Ort und Stelle. Sie könnten beim gewaltsamen Herausziehen Blutgefäße und Nerven zerreißen. Stabilisieren Sie die Lage des Fremdkörpers mit einem leichten Verband und überlassen Sie seine Entfernung Ihrem Tierarzt.
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