Zahn um Zahn

FORL bei Katzen

FORL wird auch als Geißel der Katzen bezeichnet. Erfahren Sie, was diese Zahnerkrankung so gefährlich macht, warum sie häufig unentdeckt bleibt und wie sie behandelt werden kann.
 
FORL ist eine extrem schmerzhafte Zahnerkrankung bei Katzen. © shutterstock.com
FORL ist extrem schmerzhaft und bleibt dennoch häufig unentdeckt.

Was ist FORL eigentlich?

FORL steht für „Feline odontoklastische resorptive Läsion“ und ist eine extrem schmerzhafte Erkrankung der Katze, bei der körpereigene Zellen die harte Zahnsubstanz angreifen und von der Wurzel her auflösen.

Leider ist sie sehr häufig: Jede dritte Katze, ab dem fünften Lebensjahr sogar nahezu jede zweite, leidet darunter.
 

Die Ursachen von FORL bei Katzen

Die Ursache für FORL ist unbekannt. Die Theorien reichen von chronischen Entzündungen bis hin zu Störungen des Phosphor-Calcium-Haushalts. Parodontitis gilt als Risikofaktor, der die Entstehung von FORL begünstigen kann.
 

Wie entsteht FORL bei Katzen?

Auch wenn die Ursache von FORL nicht geklärt ist, herrscht über die Entstehung Einigkeit: Es kommt zur Aktivierung der sogenannten Odontoklasten, die normalerweise nur beim Zahnwechsel junger Katzen zum Einsatz kommen und die Wurzeln der Milchzähne auflösen sollen. Bei FORL attackieren diese körpereigenen Zellen jedoch gesunde Zahnsubstanz und bauen sie, meist beginnend an der Zahnwurzel, Stück für Stück ab. FORL ist also eine Autoimmunerkrankung.
 

Anzeichen für FORL bei Katzen

Katzen sind Experten darin, Schmerzen lange geheim zu halten. Es ist daher wichtig, sie genau zu beobachten. Dies gilt besonders für Verhaltensänderungen bei der Futteraufnahme, wie zum Beispiel:
  • Umschleichen des Napfes und zögerliches Fressen

  • Kopfschiefhaltung bzw. einseitiges Kauen

  • Fallenlassen von Futter

  • starkes Speicheln

  • Zähneknirschen

  • plötzliche Aggression
Diese Schmerzäußerungen zeigen sich in der Regel erst, wenn die Beschädigungen am Zahn schon sehr weit fortgeschritten sind. Deswegen ist eine regelmäßige Zahnkontrolle, mindes­tens einmal jährlich, absolute Pflicht für jede Katze.

Katzen mit Zahnweh fressen zwar, aber ungern.
Häufig deuten veränderte Fressgewohnheiten auf Zahnweh hin. ©shutterstock.com
 

Wie wird FORL bei Katzen diagnostiziert?

Oberflächlich betrachtet können sich bei FORL folgende Veränderungen am Zahn und seiner Umgebung zeigen:
  • Zahnfleischentzündung

  • am Zahn „hochgewachsenes“ Zahnfleisch

  • Beschädigungen der Zahnkrone

  • fehlende oder abgebrochene Zähne
Da das zerstörerische Werk von FORL im Wurzelbereich beginnt, kann eine eindeutige Diagnose jedoch nur durch das Röntgen der Zähne gewährleistet werden. Dazu muss die Katze in Narkose gelegt werden. Bei dieser Gelegenheit werden die Zähne gründlich gereinigt, denn oftmals verbergen sich unter bestehendem Zahnstein die typischen Läsionen.
 

Behandlung von FORL

FORL ist leider nicht heilbar. Zu allem Überfluss ist meist mehr als ein Zahn betroffen. Jeder von FORL befallene Zahn muss gezogen werden – daran führt kein Weg vorbei.

Vielen Katzenbesitzern erscheint diese Maßnahme sehr radikal, doch sie erspart der Katze heftige Schmerzen. Da Katzen generell keine „Kauer“ sind und ihre Beute eher unzerkleinert hinunterschlucken, kommen sie auch ohne Zähne prima zurecht, selbst mit Trockenfutter.
 

Wie kann FORL vorgebeugt werden?

FORL gezielt vorzubeugen ist schwierig. Einige Maßnahmen sind dennoch sinnvoll. So empfehlen Tierärzte, bei jeder Katze ab fünf Jahren einen jährlichen Zahn-Check durchführen zu lassen. Dazu gehört nicht nur die Beurteilung der Zähne, sondern bei Verdacht auf FORL auch eine entsprechende Röntgen-Diagnostik.

Zähneputzen sollte zur täglichen Routine gehören.
Tägliche Zahnkontrolle sowie das Zähneputzen sollten zur Routine gehören. ©shutterstock.com

Lange war man der Ansicht, dass Fertigfutter die Entstehung von FORL begünstigt. Diese These ist nicht mehr haltbar, denn selbst bei ägyptischen Katzenmumien wurden Spuren von FORL gefunden. Nichtsdestotrotz sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.

Auch eine gründliche Zahnhygiene durch den Katzenbesitzer ist anzuraten. Zwar kann das Zähneputzen die Entstehung von FORL nicht verhindern, aber der Krankheit zumindest entgegenwirken.
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