Gefährliche Infektionskrankheit

FIP: Katzen-Krankheit mit Todesfolge

Die ansteckende Infektionskrankheit FIP endet für die Katzen tödlich. Häufig kann nur eine umfangreiche Impfung die Katze vor einer FIP-Infektion schützen.
 
Katze, die an FIP erkrankt ist. © shutterstock.com
FIP selbst ist tödlich und nach wie vor nicht heilbar.
FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) ist eine schwere Infektionskrankheit, die bei Katzen durch das Feline Coronavirus ausgelöst wird. Das Virus ist sehr ansteckend für andere Katzen, doch nicht jede Katze erkrankt nach der Ansteckung tatsächlich an FIP. Falls doch, ist die Lebenserwartung der betroffenen Katzen sehr gering. FIP ist tödlich, und nach wie vor nicht heilbar.


FIP bei Katzen: Lebenserwartung der betroffenen Tiere

FIP ist bei Katzen tatsächlich vor allem für Jungtiere ein großes Problem: Die Lebenserwartung der an FIP erkrankten Katzen ist gering. Über 50% der Erkrankten sterben in einem Alter von ca. einem Jahr, weitere 20% im Alter von unter vier Jahren. Nur die restlichen 30% der Katzen erkranken in einem höheren Alter. FIP ist nicht heilbar und endet in allen Fällen tödlich.


Katzen auf FIP testen

Warum das Coronavirus, das FIP auslöst, mal harmlos und mal tödlich ist, führen Wissenschaftler darauf zurück, dass das Virus sich im Körper der Katze verändert – es mutiert. Die mutierten Viren sind die schädlichen, sie können allerdings nicht von den harmlosen Viren unterschieden werden. Nur bei einem geringen Prozentsatz mutiert das Virus und führt zu einer FIP. FIP kann derzeit mit keinem Test sicher diagnostiziert werden. Das bedeutet, dass man mit einem so genannten FIP-Test alleine nie die Krankheit feststellen kann. Dieser Test beruht auf dem Nachweis von Antikörpern gegen das Coronavirus im Blut. Hat die Katze Antikörper gebildet, heißt das lediglich, dass sie mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen ist, nicht aber, dass sie bereits an FIP erkrankt ist. Der FIP-Test sagt nur im Zusammenhang mit anderen Laborwerten und vor allem den klinischen Symptomen einer Katze etwas aus.


Ansteckung mit FIP bei Katzen

Mit dem Coronavirus infizierte Katzen scheiden über Körperflüssigkeiten das zunächst harmlose Coronavirus aus, an dem sich andere Katzen über Mund und Nase anstecken. Die Immunabwehr der angesteckten Katze beginnt das Virus zu bekämpfen. Bricht das Immunsystem zusammen, gewinnen die Viren die Oberhand und vermehren sich rasant. Dabei kommt es zur Mutation der Viren. Nicht immer entstehen dabei FIP-Viren, doch je mehr FIP-Viren die Katze in sich trägt, desto höher ist die Gefahr, dass FIP bei der Katze schließlich ausgelöst wird und die Katze erkrankt. Für Menschen geht keine Gefahr von diesem Virus aus, FIP ist für Menschen nicht ansteckend.


Ursachen für FIP bei Katzen

Folgende Ursachen begünstigen den Zusammenbruch des Immunsystems und damit die Erkrankung von Katzen an FIP:
  • Andere Infektionen, die das Immunsystem sehr schwächen, z.B. FeLV
  • Inzucht bei Rassekatzen führt zu einem schwachen Immunsystem
  • Befall mit Parasiten
  • Schlechte Ernährung
  • Mehrkatzenhaltung: Katzen, die mit vielen Artgenossen auf engem Raum zusammenleben, erkranken häufiger an FIP
  • Gemeinsame Nutzung eines Katzenklos durch mehrere Katzen: Die Tiere infizieren sich so immer wieder mit Coronaviren. Die Viren sterben auf diese Weise nie aus
  • Stress (z.B. ausgelöst durch den Besitzerwechsel) hat einen sehr wesentlichen Anteil daran, dass die Immunabwehr einer Katze zusammenbricht und sie schließlich an FIP erkrankt
Am häufigsten erkranken an FIP junge Katzen im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren oder ältere Katzen ab 14 Jahren.


Symptome für FIP bei Katzen

Manche mit dem Coronavirus infizierten Katzen können symptomfrei bleiben, bei anderen treten Schnupfen und Durchfall auf. Doch im Großen und Ganzen verläuft die Infektion mit dem Virus glimpflich, solange der Virus sich nicht vermehrt und mutiert. Ist die Immunabwehr der Katze aber so sehr geschwächt, dass FIP schließlich ausbricht, zeigen sich schwerwiegende Symptome, die sich in zwei Formen von FIP untergliedern lassen: die nasse FIP und die trockene FIP.
 
Symptome der nassen FIP bei Katzen sind:
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Apathie
  • Bauchfellentzündung: Der Bauchraum der Katze läuft mit zäher Flüssigkeit voll, die Katze nimmt eine birnenförmige Gestalt an
Die trockene FIP, die mittlerweile häufiger auftritt, ist nicht so leicht festzumachen, da die Bauchfellentzündung ausbleibt und im Bauchraum der Katze keine Flüssigkeit festzustellen ist. Der Tierarzt muss für eine Diagnose also Erkenntnisse aus dem FIP-Test und anderen Laboruntersuchungen mit folgenden klinischen Symptomen kombinieren, die auf eine Erkrankung der Katze mit FIP hinweisen können:
  • Immerkehrendes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Apathie
  • Gelbsucht
  • Augenveränderungen
  • Lähmungen
  • Verhaltensänderungen
  • Blutarmut
  • Atembeschwerden
Das tückische an der trockenen Form der FIP ist, dass die Symptome so vielfältig sind. Häufig kann erst nach dem Tod der Katze bei einer Obduktion die endgültige Diagnose FIP gestellt werden.


Behandlung von FIP bei Katzen: Coronavirus in Schach halten

Die Behandlung von FIP bei Katzen ist nur eingeschränkt möglich. Zeigt die Katze Symptome, die eine FIP-Erkrankung bereits vermuten lassen, kann der Tierarzt lediglich versuchen, die Symptome zu lindern. Vor allem wird er nach einer Ursache suchen, die den Ausbruch von FIP begünstigt hat, und diese schließlich behandeln. FIP selbst ist nach wie vor nicht heilbar und endet für die betroffenen Katzen leider tödlich.

Sie können aber Maßnahmen ergreifen, um die Vermehrung des Coronavirus einzudämmen, und so das Risiko für eine FIP-Erkrankung zu verringern. Denn je stärker sich das Virus vermehrt, desto wahrscheinlicher ist auch die Mutation der Viren. So können Sie den Coronavirus in Schach halten:
  • Vermeiden Sie für Ihre Katze jeglichen Stress
  • Verzichten Sie auf Medikamente, die das Immunsystem der Katze schwächen, bzw. verabreichen Sie solche Medikamente nur im äußersten Notfall
  • Halten Sie die Katzentoilette peinlich sauber, damit die Katze nicht über den eigenen Kot erneut infiziert wird
Schaffen Sie es, den Coronavirus einzudämmen, stehen die Chancen sehr gut, dass die infizierte Katze nicht an FIP erkrankt. Denn nur bei einem geringen Prozentsatz mutiert das Virus und führt schließlich zur FIP.


Schutz gegen FIP: Katze impfen

In dem Sie Ihre Katze impfen lassen, können Sie sie indirekt vor FIP schützen. Denn die Impfung erfolgt nicht gegen FIP selbst, sondern gegen den Coronavirus. Diese Impfung ist erst ab der 16. Lebenswoche zulässig. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die meisten Katzen jedoch bereits infiziert. Es sollten daher nur Katzen geimpft werden, in deren Blut bei einem entsprechenden Test keine Antikörper nachzuweisen sind. Hat die Katze aber bereits Antikörper gebildet, heißt das, dass sie bereits mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen ist und sich folglich infiziert hat. Eine Impfung ist dann nicht mehr zielführend und sollte nicht durchgeführt werden. Die Effektivität der Impfung ist insgesamt als fraglich anzusehen. Sie ist jedoch nicht schädlich und löst auch kein FIP aus.

 
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