Gesundheit

Blasenentzündung, FLUTD & Co. bei Katzen

Es beginnt mit Schmerzen beim Harnabsatz und endet manchmal mit einem lebensbedrohlichen Harnröhrenverschluss: FLUTD betrifft immer mehr Katzen. Wir fassen die wichtigsten Symptome zusammen.
 
Siam-Katze sitzt im Katzenklo © shutterstock.com
Harnwegsprobleme treten bei Wohnungskatzen immer häufiger auf.
Die Erkrankungen der unteren Harnwege der Katze werden unter der englischen Bezeichnung „Feline Lower Urinary Tract Disease“ (FLUTD) zusammengefasst. Die Krankheit ist durch Probleme beim Harnabsatz geprägt und kann von schmerzhaften Blasenentzündungen bis hin zum lebensbedrohlichen Harnröhrenverschluss reichen.
 

Ursachen für FLUTD

Interessanterweise leiden Freigänger kaum unter FLUTD: Hauptsächlich sind Wohnungskatzen betroffen, insbesondere im Mehrkatzenhaushalt. Meist entsteht die Erkrankung zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr, wobei kastrierte Tiere vermehrt betroffen sind.

Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ausschließliche Fütterung von Trockenfutter gelten als Risikofaktoren.

Zudem begünstigt Stress in nicht geringem Maße die Entstehung von sterilen Blasenentzündungen unbekannter Ursache, im Fachjargon auch idiopathische Zystitis genannt. Diese gilt als eine der Hauptursachen für FLUTD.

Dicke Katze benutzt Katzenklo
Übergewicht begünstigt die Entstehung von Harnwegsproblemen. ©shutterstock.com

Bakterielle Blasenentzündungen sind bei Katzen hingegen recht selten, ganz im Gegensatz zu Harngries und scharfkantigen Harnkristallen: Da Katzen als ehemalige Wüstenbewohner ihren Urin besonders stark konzentrieren können, fallen Mineralsalze wie Struvit oder Kalziumoxalat darin relativ leicht aus. Harngries reizt die empfindliche Blasenwand.


Symptome der FLUTD

An FLUTD erkrankte Katzen verspüren einen starken Harndrang undsuchen vermehrt das Katzenklo auf, können den Urin jedoch nur tröpfchenweise und unter Schmerzen absetzen. Häufig ist der Gang zum Katzenklo mit deutlichen Schmerzäußerungen, wie kläglichem Maunzen oder einer versteiften Haltung, verbunden. Der Toilettengang dauert unverhältnismäßig lange an, danach beleckt sich die Katze häufig im Genitalbereich.

Katze putzt sich ausgiebig
Overgrooming, zu Deutsch übermäßiges Putzen, ist ein Stress- und/oder Schmerzindiz. ©shutterstock.com

Im ungünstigsten Fall können sich aus Blasengries oder Entzündungszellen Pfropfen bilden, die die Harnröhre verschließen. Dann füllt sich die Blase bis zum Zerreißen und giftiger Harn kann sich bis in die Niere zurückstauen – ein lebensbedrohlicher Notfall! Da sich bei Katern die Harnröhre zur Penisspitze hin besonders stark verengt, sind sie häufiger von solchen Harnstaus betroffen.


Therapie bei FLUTD

Die Harnwege müssen im Fall eines Harnstaus mithilfe eines Katheters und unter Narkose freigespült werden, während bei milden Formen eine Infusionstherapie ausreichend ist.

Neben der klinischen FLUTD-Therapie durch den Tierarzt ist vor allem der Katzenhalter gefragt: Viele unterstützende Maßnahmen müssen in den heimischen vier Wänden durchgeführt werden. Dazu gehört auch ein wenig Detektivarbeit, denn fast immer gehen FLUTD und Stress Hand in Hand. Mögliche Stressfaktoren im Haushalt gilt es auszumerzen. Besonderes Augenmerk sollte man auf den „Tatort“ Katzenklo legen – geeignete Maßnahmen sind beispielsweise das Aufstellen mehrerer Toiletten und eine penible Hygiene, bei der jedoch auf scharf riechende Reinigungsmittel verzichtet werden sollte.

Bei tiefen Konflikten, vor allem zwischen Artgenossen im Mehrkatzenhaushalt, lohnt es sich, einen auf Katzenverhalten spezialisierten Tierarzt zu konsultieren. Last but not least können auch Pheromone (Feliway®) die Stresstoleranz von Katzen erhöhen: Die synthetisch hergestellten Botenstoffe vermitteln Katzen Sicherheit und sind eine sinnvolle Ergänzung bei der Anti-Stress-Therapie.

Zusätzlich sollte die Flüssigkeitsaufnahme des Patienten gesteigert werden, zum Beispiel durch die Umstellung auf Feuchtfutter und das Anbieten mehrerer (fließender) Wasserstellen. Moppelchen bekommen eine Diät verordnet; die Wahl des passenden Futters erfolgt in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt.

Die FLUTD-Katze ist ein chronischer Patient: Trotz aller Vorsorgemaßnahmen kann die Krankheit immer wieder aufflammen. Um diese Rückfälle so gering wie möglich zu halten, sind das lebenslange FLUTD-Management durch den Katzenhalter sowie eine stressfreie Katzenhaltung unabdingbar.
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