Nachsorge

Katzen nach Operationen richtig pflegen

Nach einer Operation brauchen Katzen besonders viel Aufmerksamkeit und Pflege. Damit der kleine Patient schnell wieder fit wird, kann man einiges tun – sowohl in den ersten Stunden nach dem Eingriff als auch an den Tagen danach.

 
Katze mit Halskragen hockt auf dem Boden © shutterstock.com
In den ersten Tagen nach der OP sollte man seine Katze genau beobachten.
Viele Katze wirken nach einer Operation oftmals wie ausgewechselt: Sie sind benommen und haben einen unsicheren Gang. Mit einem Halskragen aus Plastik, der ihnen die Sicht nimmt, sowie den rasierten Stellen um die Operationsnarben herum sieht die Katze für ihren besorgten Halter verletzlicher aus als je zuvor.

Der „Schock“ und die Wiedersehensfreude besorgter Frauchen und Herrchen haben häufig zur Folge, dass sie die Anweisungen des Tierarztes überhören bzw. gleich wieder vergessen. Womit wir schon beim ersten und wichtigsten Punkt der Nachsorge wären!
 

1. Notieren Sie sich die Anweisungen des Tierarztes

Nehmen Sie sich ein Notizbuch mit in die Praxis, nutzen Sie die Notiz-Funktion Ihres Smartphones oder bitten Sie vor Ort um Zettel und Stift, um sich die Antworten auf die folgenden Fragen zu notieren:
  • Ab wann darf die Katze wieder trinken und fressen?
  • Gibt es beim Futter etwas zu beachten?
  • Welche Medikamente in welcher Dosierung bekommt sie?
  • Worauf muss in den nächsten Tagen ganz besonders geachtet werden?
  • An welchen Tagen finden ggf. Nachbehandlungen (Wundkontrolle, Fäden ziehen etc.) beim Tierarzt statt?  

Der Tierarzt schreibt Ihnen das auch gerne auf, wenn Sie zu aufgeregt sind, um seinen Ausführungen zu folgen. Lassen Sie sich außerdem eine Telefonnummer geben, unter der Sie ihn oder einen anderen Tierarzt außerhalb der Sprechzeiten erreichen können, falls sich der Zustand Ihrer Katze verschlechtert. In der Regel werden Sie diese Nummer nicht brauchen, doch sicher ist sicher.
 

2. Schaffen Sie Ihrer Katze einen Ort zur Genesung

Zu Hause braucht Ihr Schützling einen warmen, ruhigen und sauberen Platz.

Andere Tiere, auch Artgenossen, sollten Sie in der Rehabilitationszeit von Ihrer Katze trennen – diese zeigen nämlich meist kein Verständnis dafür, dass ihr Mitbewohner nun geschwächt ist und benehmen sich nicht besonders rücksichtsvoll. Außerdem könnten sie an der Operationsnarbe lecken und sie damit infizieren oder die Wundheilung stören.  

Bereiten Sie Ihrer Katze unbedingt ein Lager auf dem Boden, denn nach der Narkose bewegt sie sich eventuell noch etwas unsicher und könnte von einem Lager auf dem Sofa oder dem Bett herunterfallen und sich verletzen.   Katzen können auch in den ersten Stunden nach der Operation im gut gepolsterten Transportbehälter bleiben, sofern der geräumig genug ist, dass der Stubentiger bequem liegen, stehen und sitzen kann.

Rote Katze liegt müde unter einer Decke
Sorgen Sie auch nach der Aufwachphase für Wärme und Ruhe. ©shutterstock.com
 

3. Sorgen Sie für behagliche Wärme im Krankenlager

Betten Sie Ihre Katze auf eine dicke Schicht von Decken oder Polstern. Eine Infrarotlampe oder Wärmflasche sorgt für zusätzliche Wärme. Achten Sie aber darauf, dass es Ihrem Patienten nicht zu heiß wird und er immer die Möglichkeit hat, sich der Wärmequelle zu entziehen.

Über das Krankenlager breiten Sie am besten ein frisch gewaschenes Leinentuch aus, denn in Katzendecken kleben jede Menge Haare, die die Wunde reizen können.
 

4. Bieten Sie Ihrer Katze Wasser und Futter an

Meist darf der schnurrende Patient schon bald nach der Operation wieder frisches Wasser trinken. Fürs Fressen gilt in der Regel: Sobald die Katze sich wieder koordiniert bewegen kann und einen wachen Eindruck macht, darf sie auch Futter aufnehmen. Solange nämlich das Narkosemittel noch wirkt, besteht die Gefahr, dass die Katze nach der Futteraufnahme erbricht.  

Allerdings gibt es auch Operationen, nach denen die Katze eine längere Zeit nichts zu sich nehmen darf. Fragen Sie daher Ihren Tierarzt, ab wann er die erste Fütterung empfiehlt. In einigen Fällen wird er außerdem zu einer Spezialnahrung raten, die die Genesung unterstützt.
 
Grau-weiße Langhaarkatze trinkt aus Napf
Wasser darf man meist zeitnah nach dem Eingriff wieder anbieten. ©shutterstock.com
 

5. Beobachten Sie Ihre Katze genau

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie in den ersten Tagen dem Harn- und Kotabsatz Ihrer Katze widmen. Hat sie Schwierigkeiten damit, informieren Sie den Tierarzt.  

Die Operationsnarbe sollten Sie ein- bis zweimal täglich untersuchen. Riecht sie schlecht, tritt Flüssigkeit aus oder erscheint Sie Ihnen entzündet, benachrichtigen Sie Ihren Tierarzt. Solange die Narbe nicht verheilt ist, sollten Sie Freilaufkatzen im Hause halten.  

Dem Schutz der Narbe dient meist ein Halskragen aus Plastik. Der Kragen stört Katzen ganz erheblich, weil er ihre Sicht und Bewegungsfreiheit einschränkt. Gleichzeitig ist er unerlässlich, denn er schützt die Operationswunde davor, benagt und beleckt zu werden. Bleiben Sie also hart, wenn es um den Kragen geht. Alternativ können auch Bodys zum Einsatz kommen, die der Katze übergezogen werden und die Narben schützen.  


6. Rücken Sie Ihrer Katze nicht allzu dicht auf die Pelle  

Bedauern Sie Ihren Schützling nicht ständig und lassen Sie ihm vor allem eines: Ruhe. Schlaf und eine stressfreie Umgebung sind enorm wichtig für die Genesung. Ein über alle Maßen besorgtes Frauchen oder Herrchen, das den ganzen Tag nervös ums Krankenlager schleicht, wird von manchen Katzen als stressig empfunden.  

Achten Sie auf die Körpersprache Ihrer Katze und geben Sie ihr Zeit, Ruhe und Fürsorge um wieder vollständig zu genesen.

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