Wenn die Katze erbricht | GELIEBTE KATZE Magazin
Gesundheit

Wenn die Katze erbricht

Theoretisch gesehen gibt es zwar nur eine einzige „wirkliche" Form des Erbrechens, sie wird aber nicht immer als solche erkannt – und wenn doch, dann wird sie entweder überbewertet oder verharmlost.
 
Wenn die Katze erbricht © calvinng / iStockphoto
Wenn die Katze hin und wieder erbricht, ist das ganz normal.
In den meisten Fällen ist Erbrechen ein gesundheitliches Problem, das immer sehr ernst genommen werden muss und bei dem Sie nicht lange zuschauen sollten, bevor Sie handeln. Mit „handeln“ ist allerdings nicht gemeint, den Nachbarn oder die beste Freundin zu fragen, im Internet herumzusuchen bzw. zu chatten, um in irgendwelchen Foren vielleicht Katzenhalter aufzutun, die sich dann tagelang darüber unterhalten, warum ihre Katze erbricht und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Unsinnig ist es auch, an die Redaktion einer Fachzeitschrift einen Leserbrief zu schreiben und darüber immens wertvolle Zeit zu vertrödeln.
Bedenken Sie immer: „Richtiges“ Erbrechen, vor allem mehrfach hintereinander, geht stets mit einem raschen Verlust an Körpersäften einher, und die Katze trocknet aus. Das kann lebensgefährlich sein. Deshalb müssen Sie sofort zum Tierarzt ! Merken Sie sich, wann Ihre Katze erbricht: direkt nach dem Essen oder danach, wie sieht das Erbrochene aus, wird nüchtern erbrochen, also nur weißer Schaum oder Speichel? All das sind wichtige Informationen für den Tierarzt.


Gelegentliches Erbrechen

Wenn die Katze hin und wieder erbricht, ist das ganz normal: Mit dem Brechakt versucht der Körper, sich von schädlichen Stoffen zu befreien, etwa von gefressenem Gras, verschluckten Haaren, unbekömmlichen Futterbestandteile – oder von „Spenden“ (bzw. „Diebesgut“) vom Teller der Menschen.
Den wesentlichsten Hinweis liefert das Allgemeinbefinden: Verhält sich die Katze normal – sie frisst und trinkt wie gewohnt, bewegt sich und hat Freude am Spielen und am Leben –, besteht keine Gefahr. Hängt sie aber lustlos herum, mag nichts essen, ist irgendwie „anders“ oder zeigt womöglich müde oder gar eingesunkene Augen, dann müssen Sie sofort zum Tierarzt.


Gras fressen

Üblicherweise wird Gras nicht abgeschluckt, sondern die Katze kaut darauf herum, um die Bitterstoffe freizusetzen, die sie zur Verdauung benötigt, bzw. um Erbrechen zu provozieren – in der Regel um im Magen befindliche Haarballen herauswürgen zu können. Das kann recht anstrengend sein, weshalb gelegentlich Futterteile mitkommen. Einzelne verschluckte Hälmchen werden über den Darm ausgeschieden.

Ein Tipp: Auch wenn Sie Angstzustände bekommen, weil Ihr Liebling mit weit vorgerecktem Hals platt auf dem Boden liegt und keuchende Würgegeräusche von sich gibt, als hätte ihr letztes Stündlein geschlagen: Geraten Sie nicht in Panik, das ist normales Verhalten.


Seelische Ursachen

Manche Katzen haben einen sensiblen Magen und erbrechen zwar selten, aber mehr oder weniger relativ regelmäßig. Wenn der Tierarzt dann keine Ursache ausmachen kann, liegt das oft daran, dass der wahre Grund für das Erbrechen in einem seelischen Ungleichgewicht des Tieres zu finden ist. Überlegen Sie: Sind Sie zu wenig zu Hause? Fühlt Ihre Katze sich vernachlässigt oder ist sie unglücklich? Tatsache ist: Wenn eine Katze, die sich vernachlässigt fühlt, erbricht, dann erhält sie mehr Aufmerksamkeit als sonst. Nicht jede Katze reagiert ihren schlechten Seelenzustand mit Unsauberkeit oder Zerstörungswut ab – viele leiden stumm, und das schlägt sich dann auf den Magen. Das ist bei Katzen nicht anders als bei Menschen. Gelingt es Ihnen, das seelische Problem Ihres Stubentigers in den Griff zu bekommen, kann es trotzdem sein, dass sich das Erbrechen nicht sofort gibt und der Magen noch eine Zeit lang angegriffen ist. Dann braucht auch eine solche Katze Hilfe vom Tierarzt.

Text: Christine Klinka


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