Katze bringt Beute mit nach Hause | GELIEBTE KATZE Magazin
Mäusefang als Liebesbeweis

Katze bringt Beute mit nach Hause

Es ist schön, morgens von seiner Katze begrüßt zu werden. Weniger begeistert sind wir aber, wenn uns das Tier bei dieser Gelegenheit auch seine blutige Beute vor die Füße wirft. Schimpfen Sie nicht, denn es ist ein Liebesbeweis.
 
Katze bringt Beute mit nach Hause © Andrey Stratilatov / Fotolia
Lecker! So eine Maus ist ein Festschmaus.
Sie werden es nämlich nicht verhindern können, solange Mieze nach draußen kann, denn die Jagd ist ihre naturgegebene Bestimmung, der sie folgen wird, selbst wenn die heimischen Futternäpfe in überquellendem Maße nur Delikatessen enthalten. Das ist übrigens der Grund für das so grausam anmutende „Spielen“, denn die Beute löst bei der nicht hungrigen Katze eine verhaltenstypische Überreaktion aus, die entladen werden muss. Und weil der Jagdtrieb unabhängig vom Fresstrieb ist, kann auch die satte Katze ihre Pfoten nicht vom Beutemachen lassen. Seien Sie froh, dass sie so viel Bewegung hat, denn diese hält sie geistig und körperlich fit. Alles gut und schön - aber was ist dann mit lebenden oder bereits dahingeschiedenen, unbeschädigt auf dem Wohnzimmerteppich gelagerten Trophäen?

Das sind Geschenke

Katzen wissen, dass wir tolle Dinge können, z. B. ihnen die Kühlschranktür aufmachen oder sie ausgiebig streicheln. Aber auch, dass wir lausige Jäger sind und, um Beute zu machen, auf große Tüten und Einkaufsbeutel angewiesen sind. Also werden wir beschenkt, damit wir auch mal was Vernünftiges zwischen die Zähne kriegen. Worauf wir freilich keinen gesteigerten Wert legen. Sie deshalb zu schelten wäre dennoch der falsche Weg, denn die Mieze würde es nicht verstehen. "Bedanken" ist also oberste Pflicht des Menschen - erst dann darf das Präsent diskret entsorgt werden. Großzügige Katzen beschenken gerne auch mal die Nachbarn ...

Hilfe, mein Geschenk lebt!

Überwiegend sind lebende Präsente freilich eher zur eigenen Unterhaltung gedacht oder gelten einem Artgenossen, etwa einem Oldie, der nie was fängt, weil er bloß auf einem Stein im Garten sitzt und meditierend auf eine lahme Maus hofft. Wie auch immer, diese Art der Präsentation lässt sich zumindest einigermaßen eindämmen, indem wir dezidiert Besitzansprüche erheben, das Opfer retten und an einem sicheren Platz im Garten absetzen – ohne pelzige Zuschauer, sonst wird daraus ein Bumerang.

Wehe, wenn sie losgelassen ...

Leichter gesagt als getan? Ja, leider. Die Beute pflegt sich nämlich in der Regel eiligst zu verkrümeln, wenn sie freikommt. Außer, sie ist schon mehr tot als lebendig, dann greift man besser auch nicht mehr ein, weil der nächste Biss ein gnädigerer Tod ist als ein langsames Sterben unter Schmerzen in Freiheit. Um das geschockte Tierlein möglichst unbeschädigt bergen zu können, nehme man es der Katze auch nie aus dem Maul, weil sie dann vielleicht noch fester zubeißt.
Lässt Mieze partout nicht los, können Sie sie mit beiden Händen unterm Bauch hochheben und vor die Tür setzen - und selbige eine Weile bewachen, damit sie nicht gleich wieder zurückkommt. Auf diese Weise lernt sie jedenfalls, dass sie Lebendes nicht behalten darf. Aber wie Sie das handhaben möchten, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Steht Ihnen der Sinn weder nach Mord noch nach Herumkriechen, versuchen Sie es mit einer Lebendfalle. 

"Supermarkt" Garten

Meistens ist es übrigens eine Maus, gelegentlich ein Siebenschläfer, ein Frosch oder eine kleine Fledermaus, die gebracht werden. Letztere überlebt den Stress in der Regel genauso wenig wie ein Vogel, da beide ein extrem sensibles Gemüt haben und schon am Schock sterben. Ist je nach Umfeld das Beuteangebot abwechslungsreich, werden Vögel zumeist nur als Fernsehprogramm betrachtet, und die kätzischen Attacken sind relativ flügellahme, kurze Sprints, weil Katzen für „leere Kilometer“ wenig übrig haben und wissen, dass Piepmätze einfach schneller sind. Außerdem kann man Nistplätze und Futterhäuschen untenrum mit einer breiten Drahtmanschette sichern, sodass die  Katzen nicht rankönnen. 

"Trocken"futter(n)

Die Beute wird an sich sofort und im Freien verzehrt, doch regnet es stark oder ist es bitterkalt, speist es sich im warmen Haus natürlich gemütlicher. Einzelteile wie Galle z. B. sind aber ungenießbar (ebenso wie Spitzmäuse!), die dürfen wir dann selber entfernen, nachdem Mieze erfolglos versucht hat, sie im Teppich einzugraben ... Denn das, wie gesagt, lässt sich nicht verhindern. (Christine Klinka)
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