Kommunikation zwischen Katze & Hund | GELIEBTE KATZE Magazin

Kommunikation zwischen Katze & Hund

Katzen können Beschwichtigungssignale von Hunden lernen. Auf die Idee kommt wahrscheinlich nur ein Hundefreund.
 
Können sich Katze und Hund verständigen? © animals-digital.de
Können sich Katze und Hund verständigen?
Und Katarina Aberle, Verhaltens- und Physiotherapeutin für Kleintiere mit zusätzlicher Ausbildung in Tellington Touch, Shiatsu und Aromatherapie, ist so einer. Doch chronischer Zeitmangel ließen sie auf die Katze kommen. Weil bei einer echten Tierliebhaberin eine Katze selten alleine bleibt, wurden schließlich vier daraus. Damit sich ihre vier Kratzbürsten auf engem Raum stets gut vertragen, kam sie auf die Idee, sie ein paar Calming Signals, also Beruhigungssignale, der Hunde zu lehren.

Mit Hundemimik kam Friede ins Haus

Katzen haben zwar eigene Calming Signals, die denen der Hunde nicht unähnlich sind, deren Beachtung aber sozusagen immer im eigenen Ermessen der Katze liegt. Beruhigungssignale der Hunde, die in der Katzensprache nicht vorkommen, sind „den Kopf zur Seite drehen“ oder „sich über das Schnäuzchen lecken“, und die sollten im Hause Aberle 100 Prozent beachtet werden und damit eine Bedingung für das friedliche Miteinander sein. Es begann mit Katze Morgaine. Sie kam 2 Wochen zur Pflege zu einer Freundin, die zwei katzenverträgliche Hunde besaß. Morgaine war mit Hunden konfrontiert, und da alle Katzen gerne kopieren, machte sie bald nach, was die Hunde zeigten, wenn sie ihre Mitgeschöpfe beruhigen oder auf Distanz halten wollten: Augen wegdrehen, Kopf wegdrehen, sich über die Schnauze lecken – mit einem Wort „Calming Signals“, wie sie nur Hunde kennen und Katzen nicht. Weil Morgaine damit erfolgreich war, behielt sie sie bei und ihr Frauchen hatte nur noch darauf zu bestehen, dass diese „verbindlich“ bleiben.

Lernen durch Nachahmen

Was Morgaine durch Abschauen lernte, brachte sie auch ihren anderen drei streitsüchtigen Kleintigern durch geschicktes Training bei: Erstens damit, dass Katarina Aberle selbst Calming Signals sendete. Zweitens damit, dass die Therapeutin sofort auf von den Katzen gesendete Signale reagierte. Wenn also die Katzen erwünschte Hunde-Signale zeigten, z.B. in Stresssituationen bei zu wildem Spiel, zu lauter Musik, oder wenn sie im engen Gang schnell auf die Katzen zutrat, dann wendete sie sich ab, drehte die Musik leiser, trat beiseite. Und drittens damit, dass die Katzen, wann immer sie erwünschtes Verhalten zeigten, mit Lob und Clicker belohnt wurden. Zuerst begriffen die Katzen nicht, doch mit jedem Erfolg lernten sie dazu. Mit der Zeit zeigten die Katzen diese Hunde-Zeichen nicht nur ihrem Frauchen mit immer größerer Regelmäßigkeit, oft bereits auch prophylaktisch, sondern wendeten sie schließlich untereinander an. Mittlerweile gehen die Streithähne viel sanfter miteinander um.

Draußen bleiben sie wie Hund und Katz

Der einzige Haken: Hunde, die Katzen nicht gewöhnt sind, verstanden die von Katzen ausgesendeten Calming Signals nicht. Das mag daran liegen, dass fremde Katzen, die fortlaufen, für Hunde eher eine Jagdbeute sind, und Hunde, die Feinde sind, von Katzen automatisch mit Angststarren fixiert werden. Hunde und Katzen im gleichen Haus können sich mit Calming Signals aber durchaus sprachlich verständigen.

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