Erste Hilfe am Urlaubsort & Reisekrankheit bei Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Erste Hilfe am Urlaubsort & Reisekrankheit bei Katzen

Reisende, die an einem Ort bleiben, sollten sich nach der Ankunft erkundigen, wo der nächste Tierarzt ist, und die Telefonnummer für Notfälle notieren!
 
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Das ungewohnte Klima in einem fremden Land kann einer Katze zu schaffen machen. Schnell hat sich die Samtpfote einen Sonnenstich geholt, oder sie hat etwas gefressen, das sie nicht verträgt, und muss erbrechen oder hat Durchfall. Wir haben für Sie die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Urlaub zusammengefasst.

Sonnenstich/Hitzschlag

Wichtig ist, dass Sie Ihr Tier nicht großer Hitze aussetzen. Vor allem nicht „gestauter“ Hitze, wie sie z.B. im Auto entstehen kann. Lassen Sie Ihr Tier nie länger allein im Auto – und vergessen Sie nicht: Wenn Sie im Schatten parken, kann die Sonne sehr schnell so wandern, dass das Auto bald im prallen Sonnenlicht steht! Falls Ihr Tier zu viel Hitze abbekommen hat, sofort für Frischluft sorgen, Schattenplatz aufsuchen, Tier mit kaltem Wasser abwaschen (möglichst nicht übergießen!). Falls zur Hand, Alkohol (Spiritus, hochprozentige Schnäpse) ins Waschwasser geben. Dadurch wird die Verdunstung gesteigert, der Kälteeffekt wird größer. Ängstliche Tiere mit feuchten Decken zudecken. Wirkt das Tier bereits sehr mitgenommen (z.B. kaum ansprechbar, Atemnot, sehr blasse Maulschleimhäute) sofort – jedoch ohne das Tier hektisch zu machen – einen Tierarzt aufsuchen.

Insektenstiche

Insektenstiche werden mit kalten Umschlägen, Eis oder anderen kalten Gegenständen gekühlt. Besonders wichtig ist ein schnelles Vorgehen, wenn das Tier ein stechendes Insekt verschluckt hat und/oder der Stich im Maul oder Rachenraum sitzt. Dann sollte sofort etwas Eis zum Verzehr gegeben werden, damit der Stich nicht so weit anschwillt, dass das Tier in Atemnot gerät.

Durchfall/Erbrechen

Tier so lange nicht füttern, wie Durchfall/Erbrechen anhält. Wasser muss zur Verfügung stehen – und aufgenommen werden! Sonst besonders bei warmem Klima Gefahr der Austrocknung mit Mineralverlusten! Eventuell Kohletabletten/Kohlepulver oder Paspertin-Tropfen geben. Nach dem Abklingen von Durchfall/Erbrechen langsam durch Diät auf normale Fütterung umstellen. Vorteilhaft ist es, während des Urlaubs bzw. einige Zeit zuvor auf Trockenfutter umzustellen, da dies auf Reisen weniger leicht verderben kann.

Verletzungen/Wunden

Fremdkörper (Scherbe, Dorn) entfernen, wenn nicht zu tief eingedrungen (sonst Tierarzt aufsuchen). Haare um die Wunde herum kurz schneiden. Wunde ruhig kurz bluten lassen, anschließend mit reichlich Mineralwasser spülen und desinfizieren (Wundfläche dabei nicht reiben!). Große Wunden oder Wunden an Stellen, die ständig Verschmutzung ausgesetzt sind, verbinden. Wundränder dabei zusammenführen. Darauf achten, dass Verband nicht einschneidet oder Druckstellen verursachen kann. Verband regelmäßig wechseln. Kleinere Wunden offen halten. Nach erster Heilung Wundsalbe auftragen. Wunden, die groß oder sehr tief sind, deren Ränder weit auseinanderklaffen, die stark bluten oder stark entzündet sind, müssen von einem Tierarzt behandelt werden.

Reiseapotheke
  • Individuelle Medikamente: Wenn Ihr Tier eine chronische Krankheit hat, die regelmäßiger Behandlung bedarf (z.B. Diabetes, Herzkrankheit, Asthma), müssen Sie vor dem Urlaub mit Ihrem Tierarzt unbedingt besprechen, welche und wie viele Medikamente mitgenommen werden müssen.
  • Schutz vor Durchfall: Tabletten zum Desinfizieren und Frischhalten von Trinkwasser (z.B. Certisil combina, erhältlich im Fachhandel für Reiseausrüstung oder in Apotheken)
  • Mittel gegen Durchfall/Erbrechen (z.B. Kohletabletten und Paspertin-Tropfen)
  • Desinfektionsmittel (z.B. Jod, Mercurochrom)
  • Verbandmaterial/Schere: Bei der Reise mit dem Auto ist der „Erste-Hilfe-Kasten“ ohnehin immer mit dabei.
  • Wundsalbe
  • Augensalbe (z.B. Bepanthen)
  • Augentücher (z.B. Fresh Guy) zum Reinigen der Augen
  • Mittel gegen Flöhe/Zecken
Sie können Floh- und Zeckenhalsbänder mit auf die Reise nehmen. Besser ist es aber, das Tier bereits vor dem Urlaub mit einem medizinischen „Haarspray“ zu behandeln, dessen Wirkstoff in die Haut eindringt und über vier bis sechs Wochen kontinuierlich abgegeben wird. So ist Ihr Tier für mehrere Wochen gegen Floh- und Zeckenbefall geschützt. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem Spray. Der Schutz vor Zecken ist besonders wichtig, da Zecken in manchen Ländern/Gegenden gefährliche Krankheiten übertragen können.

Reisekrankheit

Wird Ihrem Tier auf Reisen per Auto, Bahn, Flugzeug oder Schiff übel, sodass es vielleicht sogar erbrechen muss, sollten Sie vorbeugend etwas gegen die Reisekrankheit unternehmen. Ideal ist, wenn Sie mit Ihrem Tier einige Zeit vor Antritt der Reise immer wieder „üben“ – sprich mit ihm im Auto oder in der Straßenbahn anfangs kurze, dann immer länger werdende Strecken fahren. Außerdem sollten Sie Ihr Tier ca. sechs Stunden vor dem Reiseantritt und während der Reise fasten lassen, d.h. kein Futter, aber stets viel frisches Wasser zur Verfügung stellen! Leider kann dies jedoch nicht verhindern, dass Ihrem Liebling die Turbulenzen einer richtig großen Ferienreise doch auf den Magen schlagen.

Übelkeit vorbeugen
  • Sedativa/Antiemetika: Dabei handelt es sich um leichte Beruhigungsmittel und Medikamente, die speziell gegen Brechreiz wirken. Sie werden vor Antritt der Reise verabreicht. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Mittel für Ihr Tier in Frage kommen und in welcher Dosis sie verabreicht werden sollen. Bei älteren oder herzlabilen Tieren darf die Dosis nicht zu hoch gewählt werden!
  • Homöopathische Mittel
    • Tabacum D6: Bei reisekranken Tieren, die sich nach der Reise an der frischen Luft schnell wieder erholen
    • Cocculus D6: wenn die Übelkeit mit Schwindel verbunden ist, sich im Liegen verschlimmert (Tier versucht während der Fahrt zu stehen!) und nach der Reise noch länger anhält
    • Petroleum D 30: wenn sich die Übelkeit durch Bewegung auffällig verschlimmert. Die homöopathischen Mittel können auch schon vorbeugend, d.h. zwei bis drei Tage vor Reiseantritt, verabreicht werden.
    • Dosierung/Tag: zwei Globuli oder Tropfen
 
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