Zu Besuch bei tierischen Stars | GELIEBTE KATZE Magazin
Bekannt aus Film und Fernsehen

Zu Besuch bei tierischen Stars

Kommt Ihnen dieser Serval nicht auch bekannt vor? Durch Film und Fernsehen haben die Tiere des Filmtierhofs Simbeck Berühmtheit erlangt. Werfen Sie mit uns einen Blick "hinter die Kulissen".
 
© Sabrina Reinsch
"Gib schon her!" – Zicki kann es kaum erwarten, den Leckerbissen aus der Schüssel zu bekommen. Sie liebt Fleischhappen, die sie auch als Belohnung beim Training erhält. Ob sie von Barbara Obersojer (links) oder Sabrina Reinsch (rechts) gefüttert wird, ist

Es ist ein schöner Sommertag, als ich vor dem Filmtierhof im Ort Schnaitsee stehe. Ein schweres Holztor, das einen kleinen Spalt geöffnet ist, ist das Einzige, was mich jetzt noch von den tierischen Stars wie Panther, Serval und Co. trennt. Ich entdecke ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht vor dem Hunde ... und vor dem Besitzer". Ich muss schmunzeln. Die Menschen, die hier leben, müssen Humor haben!

Berühmtheit auf vier Pfoten

Die Tiertrainerin Barbara Obersojer und einer ihrer Hunde nehmen mich freundlich in Empfang. Wir setzen uns zusammen an einen Tisch im Hof. Es herrscht eine entspannte Stimmung. Kaum fangen Barbara Obersojer und ich zu reden an, melden sich schon die ersten Katzen miauend zu Wort. Fast so, als wüssten sie ganz genau, um wen es hier geht. Sie beobachten uns eingehend, und eine schwarze Hauskatze gesellt sich zu uns. Barbara Obersojer lacht und sagt: "Jetzt hast du das Geheimnis von Panther entdeckt. So läuft er 'in zivil' herum, und wenn wir ihn brauchen, wird er einfach aufgepumpt!"

Das weckt meine Neugier. Denn ich weiß: Hier lebt auch ein richtiger Panther! Die Tiertrainerin sieht mir meine Gedanken scheinbar an. Also brechen wir gemeinsam zur Hauptattraktion des Filmtierhofs auf. Entlang des Weges begrüßt uns eine rau klingende Stimme: "Hallo" ruft uns ein Ara mit farbenprächtigem Gefieder entgegen. Nun ist es so weit: Wir besuchen den Star des Hofes – den Panther El Negro. Ich sehe ein Tier, das kaum ein dunkleres Fell besitzen könnte. Elegant und stolz schaut es mich mit seinen hellen Augen an. Selbstsicher streckt Barbara El Negro ihm ihre Hand entgegen und streichelt ihn liebevoll. Das Tier drückt genussvoll den Kopf gegen die Hand seiner Besitzerin, und kurzzeitig traue ich meinen Augen nicht. Schmust die Tiertrainerin dort wirklich gerade mit dieser Großkatze? Die beiden könnten kaum vertrauter wirken. Ihre entspannte Stimmung dringt zu mir durch, und ich bin von diesem Moment völlig gefesselt. Es fasziniert mich, wie eine so kraftvolle Katze derart zärtlich sein kann.

Geruchserlebnis für El Negro

Anschließend legt Barbara dem Panther verschiedene Blumen und Kräuter in das Außengehege. Aber wieso? Fressen wird er das Grünzeug sicher nicht, oder? Die Tiertrainerin erklärt mir, dass sie El Negro auf diese Weise beschäftigen kann. Denn er liebt die verschiedenen Gerüche und wird durch sie geistig gefordert. Die Katze aber scheint heute keine Lust auf Abwechslung zu haben. Denn als wir außerhalb des Geheges auf sie warten, zeigt sie kein Interesse daran, sich uns zu zeigen. Vielleicht ist es ihr einfach zu heiß! Als ich mich ein wenig von dem Gehege wegdrehe, kommt El Negro plötzlich näher. Sofort sehe ich wieder in seine Richtung. Und was macht der Panther? Er legt sich wieder hin, als wäre nichts gewesen. Na gut, dann eben nicht! Meine Hoffnung schwindet. Doch jetzt  kommt El Negro völlig unerwartet aus seinem Innengehege hervor. Die Sonnenstrahlen fallen auf sein Fell, und ich erkenne nun ganz deutlich die schön definierten Rosetten, die für einen Panther üblich sind. Denn schließlich gehört diese Art der Raubkatzen, wie wir alle wissen, zu den Leoparden, nur eben mit schwarzem Fell. Aber der Moment währt nur kurz, denn El Negro beschließt, wieder nach drinnen zu gehen.

Exotische Begegnungen

Ich sollte an diesem Tag noch viele andere außergewöhnliche Tiere kennenlernen dürfen. Denn auf dem Filmtierhof Simbeck gibt es fast nichts, was es nicht gibt! So gehen wir zum Beispiel an einem Becken voller Piranhas vorbei, und ein weißer Pfau sieht uns neugierig entgegen. Auf dem Weg durch das Gelände legen wir bei einem Waschbären einen längeren Stopp ein. Sein Name ist Waschi und er nimmt gerade ein Bad. Aus dem kühlen Nass lässt er sich von uns nur mit einem Leckerchen locken. Ich halte ein verschlossenes Einmachglas, in dem sich ein Ei befindet, in meiner Hand und Waschi nimmt es zärtlich, aber doch etwas gierig entgegen. Kaum hat er das Glas in seinen Pfoten – schwupps, da ist es schon offen! Waschi holt das frische Ei aus dem Glas, knackt es und leckt seine Lieblingsspeise genüsslich schmatzend auf. Bon appétit! Dann aber werde ich ablenkt. Ich entdecke in einem anderen Gehege eine wunderschöne Servalkatze. Barbara Obersojer öffnet die Türe des Zauns und erklärt mir, dass ich gerne mit hinein darf zu Zicki. Ich freue mich über das Angebot und zögere nicht lange. Denn wann hat man schon die Chance, solch einem Tier so nah zu sein? Die Tiertrainerin gibt mir ein Stück Fleisch in die Hand und ich darf Zicki füttern. Ich frage Barbara Obersojer, wie man auf die Idee, kommt einer Servalkatze den Namen Zicki zu geben. Die Tiertrainerin antwortet: "Na, weil Zicki eben manchmal eine kleine Zicke ist!" Ich lache. Diese Katze muss eindeutig Charakter haben!

Vorhang auf für Zicki!

Der Serval soll nun eine kleine Trainingseinheit mit uns machen. Deshalb gehen Barbara, Zicki und ich in die eigens angelegte Trainingshalle. Kaum dort angekommen, richtet die Tier trainerin eine Art Laufsteg und zwei Podeste her. Zicki soll über den Steg balancieren und von Podest zu Podest springen. Die Filmtierbesitzerin macht die Übung mit der Servalkatze vor und routiniert macht das Tier mit. Dann drückt mir Barbara Obersojer erneut ein Stück Rindfleisch in die Hand und fragt, ob ich die Übung nun auch einmal mit dem Serval versuchen möchte. Doch wird Zicki wirklich auf mich hören? Für einen Moment zögere ich, doch Zicki steht schon in den Startlöchern. Ihre großen Ohren zeigen volle Aufmerksamkeit. Na los! Ich gebe dem Serval das Zeichen, und er läuft voller Elan über den Balken. Zum Schluss noch der Sprung – Applaus! Zicki hat die Aufgabe gemeistert. Ich strahle über das ganze Gesicht. Ich bin stolz auf sie – und ein wenig auch auf mich.

Mit Blick in die Zukunft

Gemeinsam bringen wir den Serval zurück in sein schattiges Gehege. Für heute ist erst einmal Feierabend! Vor ihrem Gehege sehen wir Zicki noch einige Minuten zu. Barbara Obersojer schaut ihrer Katze stolzerfüllt nach und sagt: "Hoffentlich geht alles so weiter, wie es ist. Für die Tiere wünsche ich mir, dass sie alle gesund bleiben. Außerdem hoffe ich, dass die Art der Arbeit mit Tieren ohne Genehmigung, wie sie anderswo vorkommt, aufhört. Aber auch, dass die überflüssigen Quälereien bei unprofessionellen Arbeiten am Set endlich ein Ende finden!"

Erlebnisse, die bleiben

Auf der Heimfahrt hält die Begeisterung noch lange an. Das war ohne jeden Zweifel ein erlebnisreicher Tag. Daheim angekommen schalte ich den Fernseher ein – und wen sehe ich da? El Negro! Kaum zu glauben, dass er einer der tierischen Stars ist, die ich heute hautnah erleben durfte. Nun muss ich auch an die geselligen Hauskatzen, den reinlichen Waschbären und den artigen Serval denken. Ich hoffe, dass die Wünsche der Tiertrainerin in Erfüllung gehen. Bei den Simbecks wird mit den Tieren sehr sorgsam und liebevoll umgegangen. Das merkt man den Tieren an. Denn in keinem Moment zeigten sie Stress, keines wurde zu irgendetwas gezwungen. Im Gegenteil – diese sogenannte Arbeit schien für sie Beschäftigung und Spaß zu sein.

Mögen sich alle ein Beispiel an dieser Art der Haltung und der Fürsorge gegenüber Tieren nehmen. Damit sie glücklich und zufrieden leben können.

Neugierig geworden?

Neben der Arbeit mit den Tieren am Set engagiert sich der Filmtierhof Simbeck auch für den Tierschutz. Oder vielleicht möchten Sie ja Panther, Serval und Co. persönlich kennenlernen? Infos dazu finden Sie unter www.filmtiere-simbeck.de


Text: Sabrina Reinsch
 

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Dieser Artikel ist in unserer Zeitschrift Ausgabe 9/2014 erschienen.
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