Zu Besuch bei der Tierhebamme | GELIEBTE KATZE Magazin
Auch Katzen brauchen Geburtshelfer

Zu Besuch bei der Tierhebamme

Nicht nur wir Menschen können bei der Geburt unserer Kinder Unterstützung gebrauchen. Auch für Katzen gibt es Hebammen. Monika Feldbusch unterstützt fast täglich Tiermütter bei der Geburt und hilft Kitten, das Licht der Welt zu erblicken. Wie sieht das genau aus? Was tut sie? Wir haben Monika Feldbusch besucht und ihr bei der Arbeit über die Schulter geschaut.
 
Reportage: Zu Besuch bei der Tierhebamme © Sabrina Reinsch
Alles im Blick mit dem Ultraschallgerät.

Es ist ein kalter, nebeliger Morgen, an dem ich mich auf den Weg nach Wuppertal zur Burmesen-Züchterin Stefanie Reintjes mache. Sie hat für heute mit Tierhebamme Monika Feldbusch einen Ultraschalltermin bei ihrer trächtigen Katze vereinbart. Und ich darf bei der Untersuchung dabei sein.

Als ich bei Stefanie Reintjes vor der Wohnung stehe und klingle, bin ich auf die werdende Katzenmami Titania schon ganz gespannt. Wie geht es ihr? Sind ihre ungeborenen Kitten wohlauf? Fragen, auf die mir die Tierhebamme heute sicher eine Antwort geben kann. Stefanie Reintjes öffnet mir gut gelaunt die Türe. Sie bittet mich mit einem Lächeln in ihre warme Wohnung. Die Einzige, die mich so nett und gastfreundlich in Empfang nimmt, bleibt sie in diesem Moment jedoch nicht. Auch ihre drei schönen Burmakatzen Titania, Farina und Daisy stehen im Wohnzimmer Spalier und kommen mir neugierig mit einem lauten „Miau!“ zur Begrüßung entgegengerannt. Sie streifen mir sanft um die Beine und geben mir das Gefühl, sie würden mich schon ewig kennen. So charmant, wie eben nur unsere Katzen sind!

Mit Ruhe und Gemütlichkeit

Auch als Tierhebamme Monika Feldbusch vollgepackt mit Taschen das heimelige Wohnzimmer betritt, wird sie neugierig vom Trio begrüßt. Scheinbar wirkt sie nicht nur auf mich sympathisch und ruhig. Züchterin Stefanie Reintjes sagt begeistert: "Es läuft alles sehr entspannt ab. Denn Frau Feldbusch ist eine erfahrene Frau, die gut mit Tieren und Menschen umgehen kann. Sie nimmt sich erst für das Tier Zeit und beginnt dann ganz stressfrei mit der Untersuchung."

Eine Aussage, die sich gleich bestätigt. Zuerst widmet sich Monika Feldbusch der rundlichen Katzenmama. Sie streichelt sie, spricht mit ihr und wartet, bis sie vollkommen entspannt ist. "Je lockerer der Besitzer ist, desto ruhiger sind meist auch die Tiere", erklärt die Tierhebamme und beginnt das Ultraschallgerät auf dem hölzernen Esstisch aufzubauen.

Katzenhalter im Rausch der Schwangerschaftsgefühle

Die cremefarbene Titania weiß scheinbar ganz genau, um wen es jetzt geht. Wie auf Befehl springt die Katzendame auf den Tisch und lässt sich von ihrer Halterin Stefanie Reintjes sanft auf die Seite legen. Gleich werde ich das erste Mal die Kitten sehen! Als auf dem Ultraschallgerät das Bild erscheint, bin ich mir nicht ganz sicher: Sind es zwei oder drei Kitten, die ich erkennen kann? Monika Feldbusch erklärt: "Titania hat drei Kätzchen im Bauch und alle scheinen wohlauf zu sein!" Ein Moment, der mich irgendwie berührt. Einfach zauberhaft! Für mich ist ganz klar: Hört ein Katzenhalter diese Worte das erste Mal, ist das bestimmt ein tolles Erlebnis, das für immer unvergessen bleibt – auch, oder vielleicht besonders, wenn er selbst noch völlig unerfahren ist!

Denn in diesem Moment sind viele Halter überfordert. Ihnen schießen tausend Fragen durch den Kopf. Wie geht es nun weiter? Auf was muss ich achten? Schaffe ich das alles überhaupt? Fälle, in denen die Tierhebamme besonders gefragt ist. Monika Feldbusch sagt: "Ich stelle nicht nur die Trächtigkeit des Tieres fest und helfe bei der Geburt, ich unterstütze die Halter auch, wenn die Kitten bereits da sind."

Willkommen Findus, Fussel und Filou!

Am 10. Oktober war es dann so weit: Drei gesunde Burmesen-Jungs haben das Licht der Welt erblickt. Auch Mama Titania ist wohlauf – alles ist gut gegangen! Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass es immer wieder "Sternenkinder", wie Monika Feldbusch sie nennt, gibt. Aber auch hierfür gibt es die Tierhebamme. Sie weiß, wie man die Babys retten kann, wenn sie drohen, am Fruchtwasser zu ersticken. Sie langt beherzt hin und bleibt immer ruhig – holt sie zurück ins Leben. Die Hebamme sagt: "Es ist ein berührendes Erlebnis, wenn ein Sternkind überlebt und hinterher ein auffallend schönes Tier wird!"

Ergänzend erzählt Monika Feldbusch auch, dass die Halter natürlich besonders froh sind, wenn alles glatt gelaufen ist: "Manchmal fließen da auch schon ein paar Tränchen! Und ich als Hebamme werde liebevoll über den Kopf getätschelt." Emotionen, die bestimmt jeder Katzenfreund gut nachvollziehen kann: Wir wissen um die Risiken einer Schwangerschaft und Geburt. Wir lieben unsere Katzen sehr und sorgen uns um sie. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Familie. So ist es zu guter Letzt die Hauptsache für alle, dass es der Katzenmutter und den Kitten gut geht – genau wie bei den kleinen Jungs und Titania.

Eine Katzentante mit Mutterqualitäten

Grund genug, Fussel, Filou und Findus nach ein paar Wochen nochmals zu besuchen. Dann muss sich Monika Feldbusch um die Nachversorgung und die Entwurmung der Kitten kümmern. Also auf nach Wuppertal! Dort angekommen bietet sich mir ein rührender Anblick: Mama Titania, Tante Farina und die Kätzchen liegen eng aneinandergekuschelt auf dem Sofa.

"Schon während der Geburt hat Farina mitgeholfen, und auch jetzt kümmert sie sich wie eine zweite Mama um die Kleinen", erzählt Züchterin Stefanie Reintjes. Das sieht man den Kitten auch an: Sie alle sind proper und gut genährt.

Schmeckt nicht, gibt's nicht!

Die Tierhebamme bereitet das Entwurmungsmittel vor und nimmt das erste Kitten in die Hand. Natürlich nicht, ohne von Mutter Titania und Tante Farina bemerkt zu werden. Auch in dieser Situation beweisen die Katzen, welches Vertrauen sie zu Menschen haben. Sie werfen zwar ein wachsames Auge auf ihre Kitten, bleiben dabei aber völlig gelassen.

Nur Fussel, Filou und Findus sind nicht ganz so erfreut über die Entwurmungsaktion. Offensichtlich schmeckt ihnen das Mittel nicht. Doch was sein muss, muss sein! Es ist schließlich wichtig, damit die drei auch in Zukunft gesund sind. Kaum liegen die Jungs wieder bei ihren beiden "Mamis", fallen ihre Augen zu und sie schlafen. Bestimmt ist nun sowieso alles wieder vergessen!

Kleine Katzen, die Spuren in unserem Herzen hinterlassen

Als ich im Flugzeug auf dem Weg zurück aus dem Fenster schaue, sehe ich, dass es draußen bereits dunkel ist. Ich kann von meinem Platz aus die funkelnden Sterne am Himmel beobachten. Ein schöner Augenblick, der mich aber auch an das traurige Schicksal mancher Sternenkinder erinnert. Ich bin froh, dass bei Fussel, Filou und Findus alles gut gegangen ist. Sie sind einfach wundervolle Katzenkinder und werden bestimmt einmal wie ihre beiden "Mamis" – anmutige Katzen mit dem Herz am rechten Fleck.

Dank Monika Feldbusch gibt es auch für unsichere Halter einen Menschen, der ihnen zu jeder Zeit zur Seite steht. Sie erledigt die Aufgaben einer Tierhebamme mit großer Hingabe und führt sie in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Tierärzten aus. Monika selbst sagt: "Ich liebe meinen Beruf!" und das ist nicht von der Hand zu weisen. Denn sie handelt in jeder Situation mit viel Gefühl. Bestimmt, weil sie sich bewusst darüber ist, wie besonders es für uns Katzenhalter ist, wenn wir "Katzenoma" werden. Sie weiß eben, dass jede Minute der Geburt für immer in unserem Herzen bleibt. Genau wie die Samtpfoten, die in diesem Moment das Licht der Welt erblicken.
 

Tierhebamme & Cattery

Ihre Samtpfote ist trächtig?
Falls Sie eine Ultraschalluntersuchung in häuslicher Umgebung oder Hilfe bei der Geburt der Kitten benötigen, können Sie sich an Tierhebamme Monika Feldbusch wenden.
Weitere Infos unter www.tier-hebamme.de

Sie haben Interesse an Burmesen?
Stefanie Reintjes führt eine Hobbyzucht mit gekürten Burmesen. Ihre Kitten gibt sie nur in ein Zuhause ab, in dem bereits eine Katze wohnt. Natürlich freut sie sich auch darüber, wenn zwei der Kätzchen zusammenbleiben dürfen.
Weitere Infos unter www.marootas-burmesen.beepworld.de



Text: Sabrina Reinsch



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Dieser Artikel ist in unserer Zeitschrift Ausgabe 2/2015 erschienen.
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