Katzen im Polizeidienst | GELIEBTE KATZE Magazin
Wer ist hier der Boss?

Katzen im Polizeidienst

Wer glaubt, das einzige wertvolle Tier im Stall einer berittenen Polizei ist ein Pferd, der irrt sich. Wie die Polizeidienststelle in München-Riem beweist, gibt es noch ein weiteres, das dafür sorgt, dass die Beamten ungehindert arbeiten können – die Katze. Wie das sein kann, erfahren Sie hier.
 
Reportage: Katze im Polizeidienst © Sabrina Reinsch
Sabrina Reinsch von "Geliebte Katze" zu Besuch bei den Dienstkatzen der Reiterstaffel München.

Die Stärken der Pferde liegen in der Geländegängigkeit, der beeindruckenden Größe und der deeskalierenden Wirkung, und das nutzen die Polizisten der Reiterstaffel München. Sie üben Tag für Tag den Streifendienst hoch zu Ross aus. Pferd und Reiter sind hierbei ein unzertrennliches Team.

Der eine funktioniert nicht ohne den anderen. Klar, dass es deshalb für die Beamten wichtig ist, dass ihre 41 Pferde gesund und einsatzfähig bleiben.

Genau dafür sorgen unter anderem die beiden dreifarbigen Dienstkatzen Momo und Mogli, die auch ich heute kennenlernen darf. "Sie sind ein fester Bestandteil unserer Dienststelle, genau wie die Pferde", erklärt Dienststellenleiter Andreas Freundorfer. Denn die Berufung der beiden ersten Dienstkatzen der Polizei München-Riem ist es, den Stall von Mäusen zu befreien und somit die Gesundheit der Pferde zu schützen.

Achtung, Futterdiebe!

Wie Andreas Freundorfer erzählt, kann man täglich folgendes Szenario in den Stallungen beobachten: Die Stallmeisterin teilt das Kraftfutter in den Pferdeboxen aus. Kurz darauf steht aber nicht nur das Pferd an der Futterstelle, um zu fressen. Nein, es kommen ebenso ungebetene Gäste an den Futtertrog – die Mäuse. Sie setzen sich in das Müsli und schlagen sich den Bauch voll. Währenddessen verunreinigen sie mit ihrem Kot und Urin das Futter. Erwischen die Pferde danach mitsamt dem Müsli diese Ausscheidungen, kann das zur Übertragung von gefährlichen Krankheiten führen.

Katzen mit Chefallüren

"Die Katzen fressen die Mäuse nicht. Sie legen sie irgendwo hin und holen sich bei uns Futter und Streicheleinheiten als Belohnung ab", sagt der Polizeibeamte. Ansonsten sind die beiden auf dem großen Gelände der Dienststelle eher ihr eigener Herr und tun und lassen, was sie wollen – wie auch ich feststellen muss. Während meines Besuchs bei der Reiterstaffel zieren sich genau die zwei, um die es hier eigentlich geht. Momo und Mogli sind scheinbar die Chefs hier am Hof und haben es faustdick hinter den Ohren. Wenn sie keine Lust haben, haben sie eben keine Lust!

Ein Katz-und-Maus-Spiel

Selbst als ich endlich das Glück habe, einen der beiden in einer Ecke des verwinkelten Stalls zu entdecken, schaut dieser mich nur an, als wollte er sagen "Ich habe überhaupt keine Zeit!" und schwupps – ist er wieder weg! "Am besten kann man die beiden beobachten, wenn sie im Blumenbeet liegen und miteinander kuscheln", sagt Andreas Freundorfer und lacht. Aber auch dort fehlt jede Spur von ihnen. Noch gebe ich mich nicht geschlagen. Irgendwo auf dem Gelände werde ich die beiden Glückskatzen bestimmt noch finden!

Darum suche ich gemeinsam mit dem Dienststellenleiter den gesamten Stall nach den beiden ab – Box für Box. Jeder Katzenhalter weiß: Katzen sind wahre Profis im Versteckspiel. Sie wissen einfach ganz genau, wo sie sich aufhalten müssen, sodass es für uns scheint, als wären sie vom Erdboden verschluckt. Ein Talent, das Momo und Mogli ebenso besitzen. Denn im Stall sind sie nicht zu finden. Wir beschließen, die Suche zu beenden und die beiden Schlitzohren als Gewinner aus dem Katz-und-Maus-Spiel gehen zu lassen.

Doch siehe da: Als wir uns gerade mit der Situation abfinden und dabei sind, uns voneinander zu verabschieden, sehe ich Momo unter einem Busch neben dem Reitplatz liegen. Da habe ich wohl noch mal Glück gehabt! Diesmal scheint die Katze sich für uns zu interessieren. Sie streift selbstbewusst um unsere Beine und lässt sogar einige Fotos von sich machen. Dann setzt sie sich ganz entspannt neben uns auf den Weg und fängt an, sich zu putzen. Fast so, als hätte sie nie anderes im Sinn gehabt.

Einfach unentbehrlich!

Wie wichtig die beiden Dienstkatzen für die Reiterstaffel sind und wie sehr sie den Beamten am Herzen liegen, beweist ein Bilderrahmen, der im Hauptgebäude des Hofes hängt. Unter dem Titel "Dienstalltag" zeigt er feste Bestandteile aus der Arbeit eines Polizisten bei der Reiterstaffel – und die beiden Katzen.

Mit Herz und Verstand

Momo scheint eine Katze mit einem ganz eigenen kleinen Katzenkopf zu sein. Und genau das macht sie unglaublich sympathisch! Vielleicht weiß sie ja um ihre Berufung und ist sich bewusst, dass das Schmusen mit Menschen für sie nicht die Hauptsache sein muss. Sondern wahrhaftig eine glücksbringende Katze zu sein. Eine Katze, welche die Pferde von den Krankheiten der Mäuse bewahrt – ihnen einfach das Leben rettet.

Text: Sabrina Reinsch
 

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Dieser Artikel ist in unserer Zeitschrift Ausgabe 1/2015 erschienen.
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