Katzen in der Toskana | GELIEBTE KATZE Magazin
La dolce vita in Italien

Katzen in der Toskana

Wir bei "Geliebte Katze" beschäftigen uns den ganzen Tag mit Katzen. Welche Freude! Auch im Urlaub können wir nicht genug von diesen wundervollen Tieren bekommen. Lesen Sie, was Volontärin Sabrina Reinsch in Italien erlebt hat!
 
© Veronika Reinsch
"Buongiorno, Dolores!" Jeden Morgen wartet die schöne Samtpfote geduldig vor dem Fenster, bis sich etwas tut.

Während meines Urlaubs zieht es mich jedes Jahr zu Freunden in die nördliche Toskana. Hier wartet das Besondere an Italien auf mich: "la dolce vita" (das süße Leben). Und genau das dürfen die Katzen von Danilo, Monica und ihrer Tochter Viola das ganze Jahr genießen. Familie Musetti schenkt den drei Samtpfoten seit vielen Jahren ein paradiesisches Zuhause. Für sie ist hier alles geboten, was das Katzenherz begehrt – ein großer Garten zum Mäusefangen, ein wärmender Platz in der Sonne und Menschen, die sich Winters wie Sommers um sie kümmern, sie hegen und pflegen – einfach liebhaben. Ein großes Glück für mich: In meinem Urlaub muss ich Katzen keinen Tag missen. Wann immer mich die Sehnsucht nach ihnen packt, kann ich mich mit den drei bezaubernden Katzen Dolores, Smilla und Dora beschäftigen.

Einfach unwiderstehlich!

Vor allem Dolores ist oft in meiner Nähe. Frühmorgens, wenn es draußen noch frisch ist, der Nebel noch über den Bergen liegt und die Sonne gerade erst aufgeht, wartet sie schon auf mich. Geduldig liegt die beigefarbene Schönheit auf ihrem Lieblingsplatz vor dem Küchenfenster und schaut mit ihren eisblauen Augen durch die Scheibe in mein Urlaubsdomizil. Wachen Auges beobachtet sie ganz aufmerksam, ob sich schon etwas in der Wohnung tut. Bemerkt Dolores, dass ich gerade aufgestanden bin, wirft sie mir manchmal einen Blick zu, als wollte sie sagen: "Bist du auch endlich wach? Ich warte hier schon eine halbe Ewigkeit auf dich!" Diesem Blick kann ich nicht widerstehen. Ich gehe zu ihr nach draußen – gehorsam, wie es sich für einen richtigen Katzenfreund eben gehört. Völlig verschlafen und noch im Schlafanzug streichle ich ihr über das weiche Fell und sage ihr "Guten Morgen". Was die Nachbarn darüber sagen könnten, ist mir egal. Ich genieße diesen Moment!

Verschlafene Katze oder fleißiger Mäusefänger?

Auch die grau-weiß gefleckte Dora taucht des Öfteren auf, um mir Gesellschaft zu leisten. Wenn ihr gerade danach ist, lässt sie sich für ein Weilchen von mir streicheln. Hat sie genug, zieht sie sich auf das Dach des Hauses zurück. Hier hat sie ihre Ruhe und kann ihren Blick über das Tal schweifen lassen. Wie eine Prinzessin auf ihrem Thron – so majestätisch wie Katzen eben sind! Dora habe ich den liebevollen Spitznamen "Klappohr" gegeben. Wegen einer Verletzung musste sie operiert werden. Dabei kippte das Ohr um und blieb in Schieflage. Gerade das macht Doras Aussehen unvergleichlich. Dieses Markenzeichen und ihr strubbliges Fell machen zu jeder Tageszeit den Anschein, als wäre sie gerade erst aus dem Bett gefallen. Ich finde das unglaublich sympathisch!

Je später der Abend, desto schöner die Gäste

Die dritte im Bunde, Smilla, quasi die "Katzenchefin", genießt ihre Freiheit und ist den ganzen Tag unterwegs oder liegt an irgendeinem schattigen Platz, um der Hitze zu entkommen. Aber an den Abenden, an denen ich mit Danilo und Monica auf der toskanisch dekorierten Terrasse vor dem Steinofen sitze und selbst gemachte Pizza esse, lässt auch sie nicht lange auf sich warten. Sie legt sich in unsere Nähe, schläft oder lauscht den Gesprächen. Im richtigen Moment spitzt Smilla unauffällig ihre Ohren – fast so als verstehe sie genau, über was wir reden und wann es mal wieder um Katzen geht.

Toskanische Dörfer und ihre samtpfotigen Bewohner

"Die Menschen in den kleinen Dörfern lieben Katzen sehr. Deshalb gibt es dort auch so viele", erklärt Monica. Ich selbst habe schon oft gesehen, wie die Menschen sich liebevoll um die Dorfkatzen kümmern. Nahezu vor jedem Haus steht eine Schüssel mit Wasser und eine mit Futter. Alle werfen ein wachsames Auge auf die samtpfotigen Bewohner des kleinen Dorfes Sillico. Als ich Fotos von den Dorfkatzen mache, komme ich mit einigen alteingessenen Italienern ins Gespräch. Sie erzählen mir von den Katzen und präsentieren sie stolz der Kamera.

Jede Katze verdient ein glückliches Leben

Leider gibt es in der Toskana auch Orte, an denen es den Katzen nicht so gut geht. In einigen  Großstädten gibt es immer noch viele Straßenkatzen, um die sich niemand kümmert. Es bleibt zu hoffen, dass sich alle ein Vorbild an den Dorfbewohnern und an Familie Musetti nehmen. Sie ermöglichen ihren Katzen ein glückliches Leben und ein liebevolles Zuhause. Auch die Musettis haben durch ihre Katzen etwas dazugewonnen. Denn was gibt es Schöneres, als mit einer Katze im Arm den Abend zu genießen und der Sonne dabei zuzusehen, wie sie untergeht?
 

Text: Sabrina Reinsch


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Dieser Artikel ist in unserer Zeitschrift Ausgabe 11/2014 erschienen.
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