Forsthaus Kater Pinsel beim Fondue | GELIEBTE KATZE Magazin
Gekommen um zu bleiben

Forsthaus Kater Pinsel beim Fondue

Im Forsthaus Wartenfels ist er der heimliche Star – Kater Pinsel. Bei leckerem Essen und einem gemütlichen Ambiente lässt er die Herzen der Gäste höherschlagen.
 
© Sabrina Reinsch
Der charmante Kater leistet den Gästen der Almhütte gerne beim Fondue Gesellschaft – auch, weil er insgeheim hofft, dass er einen Happen abbekommt.

Draußen wird es dunkel, und die letzten Sonnenstrahlen tauchen die Berge rund um das österreichische Thalgau in ein glühendes Abendrot. Eine unvergleichliche Stimmung herrscht! Langsam wird es jedoch kalt, und somit ist es für meinen Freund Berni und mich Zeit, nach drinnen zu gehen – hinein in das urige Forsthaus Wartenfels. In der Gaststube der Alm wartet schließlich schon ein reich gedeckter Tisch auf uns. Es gibt Fondue, eine Spezialität des Hauses. Das Zimmer ist rustikal eingerichtet. Der Boden, die Tische und Stühle bestehen aus Holz. Ganz so, wie es sich eben für eine traditionelle Hütte gehört. Es duftet nach Essen und einige Gäste lassen es sich bereits schmecken. Auch uns knurrt der Magen, deshalb beginnen wir, unser Gemüse und das Fleisch in der heißen Brühe zu kochen. Aber kaum ist der erste Spieß im Fondue-Topf, werden Berni und ich schon wieder abgelenkt.

Licht an und Bühne frei für Kater Pinsel

Denn der getigerte Forsthaus-Kater Pinsel kommt zielstrebig in die Stube gelaufen. Ganz nach Katzenart zieht er alle Blicke auf sich. Jeder hier weiß, wer er ist – er ist bekannt wie ein "bunter Hund". Kein Wunder, denn dem Charme des stolzen Katers verfällt man als Katzenfreund sofort – so natürlich auch ich. Ich versuche deshalb, das sympathische Kerlchen zu mir zu locken und zu streicheln. Doch Pinsel hat scheinbar keine Lust. Er beschließt, erst einmal einem anderen Pärchen Gesellschaft zu leisten. Unverkennbar, dass er dabei seinen Auftritt in jeder Sekunde genießt.

Gekommen, um zu bleiben

"Die meisten unserer Gäste kennen Pinsel. Sie bringen bei ihrem Besuch sogar Futter für ihn mit, und die erste Frage ist immer, ob mit Pinsel alles o.k. ist", erzählt Teresa Pertiller. Sie ist seit einigen Jahren beim Forsthaus als Bedienung angestellt und kennt Pinsel und seine kätzischen Eigenheiten besonders gut. Wie sie sagt, ist der Kater eben nicht nur für die Besucher des Forsthauses ein kleiner Star. Hin und wieder stattet Teresa Pinsel während der Arbeitszeit einen Besuch ab. Meistens liegt er dann auf seinem Lieblingsplatz – dem gemütlichen Bett über dem Ofen. "Mit Pinsel an der Seite fühlt man sich nie allein. Es tut gut, zu wissen, dass er da ist", erklärt die 21-Jährige begeistert. Vielleicht spürt der Kater, wie sehr er hier geschätzt wird. Denn er hat sich vor einigen Jahren dafür entschieden, dass das Forsthaus sein Zuhause wird – eines, in dem er für immer bleiben will.

Ein abenteuerlicher Ausflug

Sollte Pinsel gerade nicht dort anzutreffen sein, dann treibt er sich in den umliegenden Wäldern herum. Er ist sein eigener Herr und gestaltet jeden Tag nach seinen Wünschen und Bedürfnissen. Da kann es schon mal sein, dass Pinsel loszieht, um ein Abenteuer zu erleben, wie Teresa erzählt: "Ein Wanderer war am Schober-Berg oben am Gipfel. Da hat er dann unseren Kater gefunden. Er hat sich gefragt, was eine Katze dort macht und hat Pinsel kurzerhand mitgenommen und hergebracht. Seitdem kommt der Mann jedes Mal, wenn er in der Nähe beim Wandern ist, um sich zu erkundigen, wie es Pinsel geht." Ein echter Tierfreund, der Pinsel in Geborgenheit wissen wollte. Ganz nach dem Motto: "Sicherheit geht vor!".

Wer weiß, vielleicht ist nur niemandem bewusst, dass Pinsel die umliegenden Berge genauso gut kennt wie sein geliebtes Forsthaus. Es ist ganz klar: Manches, was unsere Katzen betrifft, wird für uns Katzenhalter eben für immer ein Geheimnis bleiben. Sicher ist aber, dass Pinsel bisher nach seinen Ausflügen immer zuverlässig heimgekehrt ist – abends wie morgens. Er weiß genau, wann für die Gäste des Forsthauses Essenszeit ist. Und wie könnte sich ein Kater wie Pinsel das leckere Frühstück und das köstliche Fondue entgehen lassen?

War da nicht noch was?

Wenn er bei dem einen Gast nichts abbekommt, zieht er einfach zum nächsten und versucht es dort. Das ist wohl auch der Grund, warum Pinsel jetzt auf Berni und mich aufmerksam wird. Ganz selbstverständlich springt er auf den freien Stuhl neben mir und macht es sich bequem. Ich freue mich, dass wir den Forsthaus-Kater aus der Nähe sehen und ihn persönlich kennenlernen dürfen. Aber sein bettelnder Blick erinnert mich in diesem Moment an das Stückchen Fleisch – das inzwischen vermutlich wohl doch schon etwas zu lange im Fondue-Topf geschwommen ist. Typisch Katzennarr eben!

Liebenswert und unersetzlich

Es ist schon spät am Abend, als wir die Gaststube in Richtung Bett verlassen. Bald werden im Forsthaus die Lichter ausgehen, und Pinsel wird es sich auf seinem Lieblingsplatz über dem Ofen bequem machen. Er ist ein ganz besonderer Kater und der heimliche Herzensbrecher des Forsthauses. Pinsel hat alles, was sich eine Katze wünscht: genug Futter, ein Plätzchen im Warmen und ein liebevolles Zuhause. Eines, das er sich selbst ausgesucht hat. Zum Glück, denn ohne ihn wäre das Forsthaus nicht, was es ist. Pinsel gibt dem Haus eine Seele und sorgt dafür, dass sich hier niemand alleine fühlen muss – weder die Gäste noch Teresa. Er ist einfach in seiner ganzen Art unersetzlich!

Text: Sabrina Reinsch
 

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Dieser Artikel ist in unserer Zeitschrift Ausgabe 4/2015 erschienen.
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