Thai

Die Geschichte der Thai ist eng mit jener der Siam verbunden, aus deren rundlichen Exemplaren sie ja einst herausgezüchtet wurden. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Thai.
 
© R. Richter
Thai-Katzen gelten als lebhaft, verspielt und anhänglich, ja zuweilen sogar besitzergreifend.

Aussehen

Im Vergleich zu ihrer engen Verwandten, der schlanken und zierlichen Siam, ist die Thai rundlicher, kompakter und muskulöser. Die Beine der Thai sind sehr gut proportioniert und nicht so lang wie bei der Siam. Sie ermöglichen es der Thai, sich trotz ihrer kraftvollen Statur geschmeidig und elegant zu bewegen. Ihre Pfoten sind leicht abgerundet; der Schwanz ist mittellang und harmonisiert gut mit dem Körper. Das Fell der Thai ist kurz, weich, kräftig und fein. Während sich das Seidenhaar bei der Siam eng an den Körper legt, liegt das Haar der Thai zwar fest, aber nicht flach an. Als Farben sind bei ihr die gleichen Farben wie bei der Siam erlaubt. Sealpoint ist am häufigsten. An der Thai ist vieles harmonisch abgerundet – so auch Kopf, Schnauze, Nase und Ohren: Der abgerundete Kopf soll im Profil eine leichte Einbuchtung zeigen, die Schnauze ist kurz, die Nase kürzer als bei der Siam, und die Ohrenspitzen sind leicht abgerundet. Augenfarbe: Blau.

Wesen und Charakter

Thai-Katzen gelten als lebhaft, verspielt und anhänglich, ja zuweilen sogar besitzergreifend. Auch als erwachsene Katze lieben sie das Kuscheln mit anderen Katzen. Wer eine Rasse sucht, die ihm auf Schritt und Tritt folgt und eine außergewöhnlich anhängliche Beziehung zu ihrem Menschen aufbaut, der ist mit einer Thai gut beraten. Die Thai hat Spielleidenschaft im Blut, und ihre kräftige Stimme verleiht der gesprächigen Rasse Durchsetzungsvermögen.

Haltung und Pflege

Thai-Katzen sind in Sachen Haltung und Pflege nicht sehr anspruchsvoll. Am liebsten leben sie in einem Mehrkatzenhaushalt mit vielen spannenden Klettermöglichkeiten. Das Fell dieser Rasse pflegt sich von selbst. Lediglich während des Fellwechsels sollten abgestorbene Haare mit einem feuchten Tuch oder einer weichen Bürste entfernt werden. Eine Portion Zeit beansprucht die Thai trotz allem täglich für sich. Zuwendung und Streicheleinheiten sind sehr wichtig.

Krankheitsanfälligkeit

Die Thai ist wie die Siam nicht sehr krankheitsanfällig. Durch ihre enge Verwandtschaft mit der Siam kann jedoch auch die Thai an den typischen Erbkrankheiten der schlankeren Cousine erkranken. Zu diesen Erkrankungen gehören die Kardiomyopathie, ein Herzfehler, das Froschsyndrom, eine Missbildung des Brustkorbes, Schielen oder auch Augenzittern. Verantwortungsvolle Züchter nehmen kranke Tiere jedoch sofort aus der Zucht, sodass die Kitten dort in der Regel gesund sind.

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte der Thai ist eng mit jener der Siam verbunden, aus deren rundlichen Exemplaren sie ja einst herausgezüchtet wurden. Früher in ihrer orientalischen Heimat von den Priestern lange als heilige Tempelkatze verehrt und von weltlichen Königinnen als Palastkatzen geschätzt, wurde das erste Siam-Pärchen 1884 aus dem ehemaligen Siam (dem heutigen Thailand) nach Großbritannien eingeführt. Als sich einige Züchter während des Siam-Schlankheitswahns der zurückliegenden Jahrzehnte mit rundlicheren Katzen, die sie als „Siam – alter Typ“ bezeichneten, erstmals auf Ausstellungen wagten, wurden sie von Züchtern der schlanken Form oft sehr stark angefeindet. Schließlich einigte man sich darauf, die runde Siam-Verwandte unter dem Namen „Thai-Katze“ zu führen. Denn so wie aus dem einstigen Siam Thailand wurde, sollte auch der Name der neuen Rasse den Übergang in die Moderne symbolisieren, die Weiterführung eines alten Typus in eine neue Form verdeutlichen. Bei der World Cat Federation (WCF) wurden beide Formen, „alte“ Siam wie „neue“ Thai, als getrennte Rassen anerkannt und auch die Thai nach einem eigenen Stammbaum gezüchtet.

Hätten Sie's gewusst?

Thai-Katzen gehen oftmals eine sehr enge Bindung zu einem bestimmten Menschen ein. Dieser Person bleiben sie dann eine Leben lang treu und verfolgen sie auf Schritt und Tritt. Deshalb wird der Ausspruch „Von innen Hund, von außen Katze“, oft mit der Thai in Verbindung gebracht.
 

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