Savannah

Bereits 1980 gelang bei Judy Frank in den USA die erste Verpaarung von einem Serval mit einer Siamkätzin. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Savannah.
 
Savannah © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Die Savannah ist eine sehr temperamentvolle, aktive und selbstbewusste Rasse.

Steckbrief

  • Größe: groß
  • Gewicht: Katze: 3,5 - 8 kg; Kater: 4,5 - 12 kg
  • Felllänge: Kurzhaar
  • Fellfarben: schwarz, Schwarz-getupft, rauchfarben, schwarz-silber-getupft
  • Augenfarbe: alle Farben
  • Ursprungsland: USA

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: hoch
  • Lautstärke: mittel
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: hoch

Aussehen

Zuchtziel bei der Savannah Cat ist eine Katze die möglichst dem wilden Ahnen dem Serval (leptailurus serval) gleichen soll, aber über ein wohnzimmertaugliches Temperament verfügt. Der Gesamteindruck der Savannah ist der einer großen, schlanken, anmutigen Katze mit auffälligen großen dunklen Tupfen auf einem kontrastierenden Untergrund. Savannah Katzen haben einen lang gestreckten, schlanken aber dennoch muskulösen Körper der auf hohen Beinen ruht. Der Hals ist lang der Kopf im Verhältnis zum Körper eher klein. Auffallend sind die extrem großen hoch am Kopf platzierten Ohren, die im Idealfall auf der Ohrrückseite einen hellen Daumenabdruck, auch Wildfleck oder Ocelli genannt, aufweisen. Der Schwanz der Savannah Cat sollte möglichst kurz sein und nicht weiter als bis zum Sprunggelenk der Katze reichen.

Wesen und Charakter

Die Savannah ist eine sehr temperamentvolle, aktive und selbstbewusste Rasse. Um glücklich zu sein benötigt sie ein großzügiges Lebensumfeld und viel Beschäftigung. Viele Savannahs apportieren gerne, sie gehen eine enge Bindung zu ihrem Menschen ein, was aber nicht dazu verleiten sollte sie einzeln halten zu wollen. Mindestens eine temperamentvolle Zweitkatze ist Pflicht, damit sich die intelligenten und sozialen Katzen nicht langweilen. Für Wasser haben Savannahs in der Regel eine für Katzen ungewöhnliche Vorliebe. Mit dem Pfoten im Wasser planschen, das tun fast alle. Manche Exemplare begleiten ihre Menschen unter die Dusche oder statten gar der Badewanne einen Besuch ab. Einige Savannahs stellen, wenn sie sich freuen, das Fell an Rücken und Schwanz auf, ähnlich wie es der Serval tut. Die Ohren bleiben dabei in der normalen nach vorne gerichteten Position. Die ersten beiden Generationen fauchen deutlich häufiger, als die durchschnittliche Hauskatze, das ist aber meist gar nicht so gemeint, sondern einfach ein Zeichen für Aufregung, die auch durch Freude hervorgerufen sein kann. Begrüßt die Savannah eine Mitkatze, oder einen Menschen der ihr besonders vertraut ist, geschieht das nicht selten durch intensives „Köpfchengeben“. Schenkt der Mensch der Katze nicht die ihrer Meinung nach gebotene Aufmerksamkeit, bedienen sich viele Savannahs eines kleinen Liebesbisses um wieder im Mittelpunkt zu stehen.

Haltung und Pflege

Savannah ist nicht gleich Savannah. Je nach Filialgeneration (siehe unten) stellen Savannahs unterschiedliche Ansprüche an die Haltung. Eine F1 oder F2 braucht zwingend ein Freigehege zum großzügig bemessenen Wohnraum um glücklich zu werden. Ab der F3 ist eine Haltung in der nicht zu kleinen Wohnung mit gesichertem Balkon oder Terrasse möglich, Ab der F5 besteht eigentlich kein Unterschied mehr im Vergleich zur Haltung einer temperamentvollen andern Katzenrasse. Viele Savannahs gehen auch gerne mit Geschirr und Leine nach draußen und genießen die „kleine Freiheit“ mit ihrem Menschen. Für unkontrollierten Freilauf sind Savannah Katzen aber völlig ungeeignet, da sie einen starken Jagdtrieb haben. Dies sollte man auch beachten, wenn man Kleinnager, Vögel oder Fische im Heim beherbergt. Für diese ins Beuteschema fallenden Tiere müssen „Savannahfreie“ Räumlichkeiten geschaffen werden. Mit Hunden anderen Katzen und auch mit Kindern gibt es dagegen keine Probleme. In der Ernährung sind insbesondere die ersten Generationen recht anspruchsvoll. Sie sollten mit Rohfutter und Frischbeute ernährt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Züchter, er wird Sie entsprechend beraten. Aufgrund der Größe, Sprunggewaltigkeit und Aktivität der Savannah müssen Klettermöglichkeiten besonders groß und stabil gewählt werden. Liebhabertiere beiderlei Geschlechts sollten zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat kastriert werden, damit es nicht zu unerwünschten Markierverhalten kommt.

Krankheitsanfälligkeiten

Durch den wirklich großen Genpool und die Einbeziehung des Servals dürfte es zu begründen sein, dass die Savannah bislang eine sehr gesunde und wirklich frohwüchsige Katzenrasse ("hybrid vigor") ist. Rassetypische Krankheiten sind bislang nicht bekannt. Bei den Impfungen sollte man insbesondere bei den Anfangsgenerationen darauf achten nur Totimpfstoff zu verwenden. Lebendimpfstoffe oder modifiziere Lebendimpfstoffe sind tabu. Fragen Sie im Zweifel vor einer Behandlung der Katze Ihren Züchter, welche Präparate sich als Savannah-verträglich erwiesen haben.

Herkunft und Geschichte

Bereits 1980 gelang bei Judy Frank in den USA die erste Verpaarung von einem Serval mit einer Siamkätzin; das bildhübsche Ergebnis hieß nach Quellenangaben "Surprise". Manch anderer behauptet, sie hätte bereits den Namen "Savannah" getragen und wurde in andere Hände abgegeben. Joyce Srouve von A1-Savannahs brachte die Rasse erst so richtig in Schwung, denn ihr gelang mehrfach, was man eigentlich nicht für möglich hält, wenn man den Größenunterschied von einer Hauskatze und einem Serval betrachtet. Die ersten F1-Generationen wurden geboren und alle, die ein solches Juwel zu Gesicht bekamen, waren begeistert. Schnell fanden sich in Amerika und Kanada Mitstreiter die das Zuchtprogramm unterstützten und mit weiteren Servalen neue Linien begründeten. Nachdem ursprünglichen Habitat (Lebensraum) des Serval wurde die Rasse "Savannah" genannt. Als Outcross (nötig wegen der Sterilität der Kater in den ersten Generationen – Savannah Kater sind in der Regel erst ab der F5 fruchtbar) für die Savannah wurden und werden die verschiedensten Rassen benutzt, Bengalen, aber auch Egyptian Mau, Ocicat, Orientalisch Kurzhaar, Serengetis, Hauskatzen und sogar Maine Coon flossen bereits in die Rasse ein. Zugelassen sind von der TICA allerdings nur noch die Outcross Rassen Egyptian Mau, Ocicat, Orientalisch Kurzhaar und „Domestic Shorthair“. Outcrosse sind aber heute nur noch in Ausnahmefällen nötig. Um optisch möglichst typvolle Jungtiere zu erhalten werden Savannah Kätzinnen mit Savannah Katern verpaart. Seit 2007 gibt es bereits die ersten SBT registrierten Savannahs, das bedeutet, dass diese Katzen in den ersten 4 Generationen nur Savannah Vorfahren haben. Insgesamt ist die Savannah Cat noch eine sehr junge Rasse, die allerdings bereits rund um den Globus Liebhaber und Züchter gefunden hat. Lediglich in Australien und Neuseeland haben Savannah Cats Einreiseverbot.

Hätten Sie's gewusst?

Was bedeutet F1, F2, usw.?
Als Filialgeneration 1 (F1) werden die unmittelbaren Nachkommen der Elterngeneration: Serval und (Haus-) Katze bezeichnet. Die Zahl dient dabei als Kennung für den Verwandtschaftsgrad in Bezug auf die Elterngeneration. F1 ist die Tochtergeneration, F2 die Enkelgeneration, usw.
Der Wildblutanteil der einzelnen Generationen beträgt somit mindestens:
F1: 50%
F2: 25%
F3: 12,5%
F4: 6,25%
F5: 3%
Bei Savannah x Savannah Verpaarungen ist der Wildblutanteil der Nachkommen entsprechend höher.
Je höher der Wildblutanteil der Savannah Cat, desto größer und beeindruckender wird sie, daher auch die großen Spannen bei der Größen- und Gewichtsangabe. Allerdings wird auch die Haltung entsprechend komplizierter. Kater werden in der Regel größer als Kätzinnen der gleichen Generation. Für die Haltung der F1 Generation gelten behördliche Auflagen. Erkundigen Sie sich hierzu bei Ihrem zuständigen Amtsveterinär und der unteren Naturschutzbehörde. Für Savannah Katzen die von außerhalb der EU importiert werden, gelten diese Auflagen für die Generationen F1 bis einschließlich F4.

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