Perser

Die Geschichte der Perser reicht lange zurück. Ihre Vorfahren stammen vermutlich nicht aus Persien, sondern aus dem türkischen Raum, zumindest jedenfalls aus Kleinasien. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Perser.
 
Perserkatzen © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Ihren eigentlichen Durchbruch feierte die Perser 1871 im Kristallpalast in London, als sogar Königin Victoria zwei blaue Katzen dieses Typs erstand.

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze: 3,5 - 6 kg; Kater: max. 7 kg
  • Felllänge: Langhaar
  • Fellfarben: fast alle Farben
  • Augenfarbe: meistens Orange bis Kupfer
  • Ursprungsland: Türkei

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: gering
  • Lautstärke: gering
  • Pflegeaufwand: hoch
  • Zeitaufwand: mittel

Aussehen

Der Körper der Perser ist mittelgroß und kräftig. Die Beine sind kurz und stämmig, die Brust ist breit, die Schultern und der Rücken sind gerade. Der Schwanz ist buschig, nicht spitz zulaufend, wohlproportioniert zum restlichen Körper und passt perfekt zur gedrungenen Erscheinung. Die Perser trägt ein sehr langes Haarkleid mit dichter Unterwolle. Die Farben des Felles sind so zahlreich (zudem gibt es auch noch eine Vielzahl von Unterfarben und Zwischenfarben), dass sich Laien oft schwer damit tun, die exakte Farbe zu benennen. Ohren, Nase, Kinn und Wangen sind – wie der gesamte Kopf – rund, die Augen groß, rund und nicht eng beieinanderstehend. Die Augenfarbe ist Dunkelorange bis Kupferfarben – außer bei Colourpoint und weißer Perser (Blau) sowie bei Shaded und Chinchilla (Grün).

Wesen und Charakter

Das Plüschkatzen-Image täuscht, denn hinter der weichen Fülle langer Haare und den rundlichen Körperformen verbirgt sich ein durchaus willensstarker, intelligenter Charakter, der meist erreicht, was Katze will – und der einer Perser gelegentlich auch als sturer Dickkopf ausgelegt wird. Eine Perser ist weit mehr als eine zum Kuscheln geeignete, langweilige Familienkatze. Ein Wirbelwind ist sie nicht, aber das phlegmatische Klischee erfüllt sie ebenfalls nicht. Sie ist einfach nur freundlich und zutraulich – und zeigt ihre Gefühle nur denjenigen, die zu ihrem engsten Freundeskreis gehören. Fremde mag sie nicht so sehr.

Haltung und Pflege

Die Perser ist eine sehr gemütliche und ruhige Katze und daher bestens für die Wohnungshaltung geeignet. Sie braucht keinen Freilauf, um glücklich zu sein, sondern einen kuscheligen Schlafplatz und viele Streicheleinheiten. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sorgt bei der Perser – wie bei allen Katzen – für eine langes und gesundes Leben. Das lange Fell der Perser ist aufwendig und anspruchsvoll in der Pflege. Es muss fast täglich gekämmt werden, damit es nicht verfilzt. Bei manchen Persern mit extrem kurzen Nasen tränen die Augen oftmals stark, sodass auch diese täglich mit einem feuchten Tuch vorsichtig gereinigt werden müssen.

Krankheitsanfälligkeit

Die Perserkatze die im 20. Jahrhundert massenweise als Modekatze gezüchtet wurde, hatte mit vielen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Besonders unter der immer kürzer gezüchteten Nase litten die Tiere. Die extrem plattnasigen, sogenannten „Peke faced“-Perser quälten sich mit Atembeschwerden, tränenden Augen und Schwierigkeiten beim Fressen. Heute kehren einige gewissenhafte Züchter wieder zur klassischen, ursprünglichen Form der Perser mit vernünftig langen Nasen und längergestrecktem Körper zurück, damit gesunde und glückliche Perserkatzen entstehen können.

Das Kürzel PKD beherrscht außerdem die Diskussionen in Katzenzüchterkreisen: Es steht für „Polycystic Kidney Disease“, sprich erbliche Nierenzysten, die vor allem bei Perser- und Exotic-Shorthair-Katzen, aber auch Britisch Kurzhaar und anderen Rassen auftreten. Zum Teil sind über die Hälfte der Katzen betroffen – ein Alptraum für Züchter und Halter. Denn erst im späteren Lebensalter zeigen sich klinische Symptome infolge Nierenversagens. Bis dahin haben viele der Anlageträger bereits Nachwuchs und damit das Gen für PKD weitervererbt. Mit einer Ultraschall-Untersuchung lässt sich die Veranlagung hingegen schon früh nachweisen. Ab der zehnten Lebenswoche können erfahrene Untersucher feststellen, ob in der Niere Zysten, also flüssigkeitsgefüllte Bläschen, vorhanden sind. Wichtig ist, dass Katzen mit Zysten konsequent von der Zucht ausgeschlossen werden, denn der Erbgang (autosomal dominant) ist zweifelsfrei bewiesen. Das bedeutet: Eine Katze mit Zysten vererbt sie praktisch immer, selbst wenn manche Katzenzüchter dies aus verständlichen Gründen bestreiten. '

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte der Perser reicht lange zurück. Ihre Vorfahren stammen vermutlich nicht aus Persien, sondern aus dem türkischen Raum, zumindest jedenfalls aus Kleinasien. Angelehnt an die türkische Hauptstadt Ankara bezeichnete man sie bis 1876 als Angorakatzen (nicht zu verwechseln mit der Türkisch Angora). Vor rund 400 Jahren aus Kleinasien nach Europa eingeführt, entstanden durch Züchtungen und Kreuzungen schließlich die Katzen, die heute als Perser bekannt sind. Einmal mehr waren es Katzenzüchter aus England, die eine gezielte Zucht begründeten. In den 1970er-Jahren wurden in Amerika viele Massenzuchten aufgebaut – sehr zum Leidwesen der Katzen. Rassespezifische Merkmale wie der gedrungene Körper und die kurze Nase wurden immer deutlicher gezüchtet. Diese negativen Veränderungen kamen durch den Verkauf der Katzen auch nach Europa. Erst seit etwa 20 Jahren gelingt es verantwortungsvollen Züchtern, Katzen zu züchten, die dem Standard entsprechen, gleichzeitig aber kerngesund sind.

Hätten Sie's gewusst?

Ihren eigentlichen Durchbruch feierte die Perser 1871 im Kristallpalast in London, als sogar Königin Victoria zwei blaue Katzen dieses Typs erstand. Keine Frage, diese Rasse passte mit ihrer Kombination aus respektgebietendem Aussehen und edler Zurückhaltung sehr gut in die feinen Salons der britischen Adelskreise.
 

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