Ocicat

Eigentlich wollte Virginia Daly aus dem nordamerikanischen Berkeley eine Siam mit Abessinier-Abzeichen züchten. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Ocicat.
 
Ocicat © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Die Bezeichnung „Ocicat“ hat diese Katzenrasse Virginia Dalys Tochter zu verdanken.

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze: 4 - 5 kg; Kater: max. 7 kg
  • Felllänge: Kurzhaar
  • Fellfarben: Schwarz, Chocolate, Blue, Fawn, Zimt, Lavender; Silbervarianten
  • Augenfarbe: alle Farben; kein Blau
  • Ursprungsland: USA

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: mittel
  • Lautstärke: mittel
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: mittel

Aussehen

Die Ocicat ist eine athletische Katze, die trotz ihres starken Körperbaus grazil und geschmeidig ist. Der Brustkorb sollte tief sein mit leicht gewölbten Rippen. Der waagrechte Rücken steigt zu den Hinterbeinen leicht an. Der Kopf ist leicht keilförmig mit gut entwickelten Wangen und starkem Kinn. Die mittelgroßen Ohren stehen immer auf Hab-Acht. Die weit auseinanderstehenden Mandelaugen blicken freundlich. Der beringte Schwanz ist mittelstark und ziemlich lang, verjüngt sich nur leicht und endet mit einer dunklen Spitze. An der Schwanzspitze sollte eine Ocicat immer die dunkelste Stelle haben.

Die Ocicat läuft auf mittellangen kraftvollen Beinen durch die Welt, die sie zu überraschend hohen Sprüngen befähigen. Die Pfoten sind oval und kompakt mit festen Zehen. Kater sind deutlich kräftiger und größer. Das kurze, dichte und glatte Haar soll seidig glänzen. Von allen Seiten sind daumenabdruckgroße Flecken zu sehen, die sich gut von der Grundfarbe unterscheiden. Das Gesicht trägt eine Tabby-Zeichnung. Es gibt zwölf Farbschläge, sechs mit und sechs ohne Silberung. Es gibt die Getupften in Schwarz, Blau, Chocolat, Lavender, Cinnamon und Fawn sowie alle Farben als Silbervarianten.

Wesen und Charakter

Halter und Züchter loben den Charakter der Ocicat als eine gelungene Mischung zwischen der lebhaften und gesprächigen Siam und der klugen, kontaktfreudigen und anpassungsfähigen Abessinier. So soll sie stets zu Streichen aufgelegt sein und sich immer wieder neue Kunststückchen einfallen lassen. Dass ihr ja nicht die Aufmerksamkeit ihrer Umgebung entgeht, dafür sorgt sie mit der ihr eigenen Gesprächigkeit. Die Ocicat ist sehr anhänglich und liebt es zu schmusen.

Haltung und Pflege

Eine Ocicat braucht Leben um sich herum; wenn sie alleine bleiben muss, ist sie unglücklich. Haben ihre Menschen nicht genügend Zeit für sie, braucht sie unbedingt die Gesellschaft anderer Katzen. Sogar mit Hunden soll sich die Ocicat problemlos anfreunden und sich auch wohlfühlen in deren schwanzwedelnder Gesellschaft. Das kurze Fell dieser Katzenrasse ist nicht sehr pflegeaufwendig. Einmal die Woche sollten alte Haare mit einer weichen Bürste entfernt werden. Da die Ocicat sehr bewegungsfreudig ist, eignet sie sich gut für Freilaufhaltung.

Krankheitsanfälligkeit

Die Ocicat erfreut sich einer stabilen Gesundheit, rassespezifische Krankheiten sind noch nicht bekannt. Natürlich kann diese Katze, wie jede andere Rasse auch, an Infektionskrankheiten erkranken. Damit die Katze gesund bleibt, muss sie jedes Jahr gegen Katzenschnupfen und -seuche geimpft werden. Wenn die Ocicat Freilauf hat, braucht sie auch einen Impfschutz gegen Tollwut und Leukose.

Herkunft und Geschichte

Eigentlich wollte Virginia Daly aus dem nordamerikanischen Berkeley eine Siam mit Abessinier-Abzeichen züchten. Die ersten Würfe ergaben tatsächlich Würfe mit dem erwünschten Abzeichen. Doch war unter ihnen auch eine kleine Überraschung: ein zauberhaft goldgetupftes Katerchen. Der Kleine wurde „Tonga“ getauft und, weil sein getupftes Fell nicht ins Konzept passte, als Liebhabertier verkauft und kastriert. Damit wäre die Geschichte der Hauskatze im Dschungel-Look eigentlich zu Ende – wären da nicht die vielen Katzenfreunde gewesen und der Genetiker Dr. Clyde Keele. Tongas Tupfen hatten ihr Interesse geweckt. So wurden die Verpaarungen zwischen Siam und Abessinier wiederholt. Tonga war außen vor, doch seine Eltern sorgten für weiteren Nachwuchs und damit auch wieder (in zweiter Generation) für Kätzchen im Tupfen-Outfit.

Später wurden noch Vertreter der Rasse American Shorthair eingekreuzt, um die Farbvielfalt der amerikanischen Newcomerin zu erhöhen und sie größer zu machen. 23 Jahre später, im Jahre 1987, wurde die Ocicat in den USA als Rasse anerkannt. In Deutschland gab es eine Anerkennungs-Show 1991 in Nürnberg, anschließend wurde die Ocicat 1992 in Budapest von der FIFé anerkannt.

Hätten Sie's gewusst?

Die Bezeichnung „Ocicat“ hat diese Katzenrasse Virginia Dalys Tochter zu verdanken. Als das Mädchen den getupften Kater Tonga erblickte, nannte sie ihn wegen seiner Ähnlichkeit mit einem kleinen Ozelot (auf englisch Ocelot) „eine Ocicat“.
 

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