Korat

In thailändischen Klöstern lebten einst während der Ayudhya-Epoche (1350 bis 1767) nicht nur die Siam, sondern noch einige weitere, weniger bekannte schlanke Katzenrassen. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Korat.
 
© R. Richter
In ihrer Heimat Thailand hieß die Korat früher „Si-Sawat“ (Sawat = Glück und Wohlstand) und war beim Adel heiß begehrt.

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze: 2,5 - 4,5 kg; Kater: max. 5,5 kg
  • Felllänge: Kurzhaar
  • Fellfarben: Silberblau
  • Augenfarbe: Grün
  • Ursprungsland: Thailand

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: mittel
  • Lautstärke: gering
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: mittel

Aussehen


Orientalische Gestalt, herzförmiges Gesicht und silberblaues, silbergetipptes Fell machen die Korat einzigartig. Sie ist mittelgroß, mittelschwer und muskulös hinter ihren sanften Rundungen. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine, der Schwanz ist mittellang. Das Fell der Korat ist kurz, seidig, fein glänzend und weist kein Unterfell auf. Es liegt glatt und eng am Körper an. Die Farbe ist Silberblau mit silbernen Haarspitzen. Im Unterschied zum blauen Fell vieler anderer Katzenrassen wird das Gen für die blaue Farbe der Korat dominant vererbt. Selten sollen auch natürliche Varianten der Korat im Farbschlag Lilac („Thai lilac“) auftreten (nicht anerkannt). Die Augen der Korat sind sehr groß, rund und strahlen bei der erwachsenen Katze in leuchtendem Grün. Sie stehen weit auseinander im herzförmigen Gesicht mit seiner breiten, flachen Stirn. Die Ohren sind groß, hoch angesetzt und weisen gerundete Spitzen auf.

Wesen und Charakter

Die Korat passt sich gerne und erstaunlich sensibel den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen an. Und wie die Freunde des Korat immer wieder beobachten können, fügt sie sich problemlos in den Tagesablauf und die Gewohnheiten ihrer Familie ein, ohne ihnen ihrerseits Wünsche oder Launen aufzuzwingen. Dabei ist die Korat eine eher dominante Katze, die sich mit ihresgleichen zwar verträgt, aber hier die erste Geige spielen wird. Mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein lässt sich die Korat von ihren Menschen hofieren und dankt es ihnen mit einer lieben und anhänglichen Art.

Haltung und Pflege

Die Korat hat sich gut an das Leben im Haus gewöhnt und ist auch als reine Wohnungskatze glücklich, wenn sie denn genug Platz und Spielmöglichkeiten hat. Diese Katze liebt die Ruhe. In aktiven Familien oder bei Menschen, die gerne viel Trubel im Haus haben, fühl sich das kleine Seelchen nicht wohl. Eine Artgenossin zum Spielen möchte die Korat jedoch unbedingt haben. Das Fell dieser Rasse ist nicht sehr pflegeaufwendig, sollte aber mehrmals wöchentlich gebürstet werden.

Krankheitsanfälligkeiten

Die Korat ist für Gangliosidosis GM1 und GM2 anfällig. Diese beiden Erbkrankheiten blieben lange unbemerkt. Sie gehören zur Gruppe der lysosomalen Speicherkrankheiten. Nur wenn beide Elternteile Träger sind entsteht ein Gendefekt. GM1 macht sich nach drei bis sechs Monaten bemerkbar, während GM2 bereits bei 2 Monate alten Kätzchen zu erkennen ist. Symptome beider Krankheiten sind Kopftremore und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit in den Hinterbeinen. Heute sind diese Erkrankungen bekannt und können über das Blut festgestellt werden. So können verantwortungsvolle Züchter kranke Kitten weitgehend ausschließen.

Herkunft und Geschichte

In thailändischen Klöstern lebten einst während der Ayudhya-Epoche (1350 bis 1767) nicht nur die Siam, sondern noch einige weitere, weniger bekannte schlanke Katzenrassen. Unter diesen war auch die Korat. In Thailand seit vielen Jahrhunderten gezüchtet, begann der weltweite Karrieresprung der Korat erst 1959 mit einem gewagten „Sprung über den großen Teich“ – das erste Zuchtpaar wurde in die USA importiert. Von dort aus begann ein unvergleichlicher Siegeszug um die ganze Welt. Seit 1983 ist die Korat bei der FIFé anerkannt. Obwohl orientalische Rassen weltweit hoch im Kurs stehen, ist die Korat jedoch außerhalb Thailands immer noch eine relativ seltene Rasse.

Hätten Sie's gewusst?

In ihrer Heimat Thailand hieß die Korat früher „Si-Sawat“ (Sawat = Glück und Wohlstand) und war beim Adel heiß begehrt. Für Liebende war das glück perfekt und reicher Kindersegen gewiss, wenn die Braut zur Vermählung von ihrer Mutter einen Glückskater geschenkt bekam, den sie dem Paar direkt ins Hochzeitsbett setzte. Und wenn er seine „Dienste“ dort erfüllt hatte und der ersehnte Nachwuchs sich ankündigte, durfte der Kater vor der Geburt des Babys in der Wiege schlafen, bevor später das Neugeborene hineingelegt wurde. Der vierbeinige Vorgänger im Bettchen garantierte dem Nachwuchs nämlich ein gesundes und glückliches Leben.
 

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