Hauskatze | GELIEBTE KATZE Magazin

Hauskatze

Die Geschichte der Hauskatze beginnt schon vor rund 4000 Jahren im alten Ägypten. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Hauskatze.
 
© Wioletta Zmyslowska
Im Mittelalter änderte sich das positive Bild plötzlich: Die Hauskatze mutierte durch Aberglauben zur Verkörperung des Bösen, sie wurde gefürchtet und verfolgt.

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze: 3,3 kg; Kater: 4,5 kg
  • Felllänge: Kurzhaar
  • Fellfarben: alle Farben
  • Augenfarbe: alle Farben
  • Ursprungsland: Ägypten

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: hoch
  • Lautstärke: gering
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: gering

Aussehen

Die Hauskatze ist mittelgroß und mittelschlank, allerdings mit Variationen in alle erdenklichen Richtungen. Ihre Proportionen wirken ausgewogen. Der Hauskatzen-Urtyp, wie man ihn früher meistens aus Bauernhöfen antraf, ist in allem etwas rundlicher. In den Fellfarben herrschen die zweifarbigen Katzen vor. In manchen Gegenden gibt es rund achtzig Prozent Tabby-Katzen, also den getigerten Klassiker. Sogar Blau-Creme oder Getupft kommt manchmal vor. Was den Züchter von Edelkatzen nicht besonders froh stimmt, freut die Fans der Hauskatze: Jede neue Katzengeneration überrascht mit ungeahntem Farbenreichtum – keine gleicht der anderen – ein Individuum durch und durch. Vom kräftigen und riesigen „Wuchtbrummer“, der von den Nachbarshunden panisch gefürchtet wird, bis zur zierlichen, sensiblen Schönheit, die wie eine Edelkatze einen Hauch von Luxus und Exotik verbreitet, gibt es keine Grenzen im Erscheinungsbild.

Wesen und Charakter

Während jede edle Katzenrasse durch spezifische Charaktereigenschaften und Vorlieben auffällt, ist die rasselose Hauskatze ein „Überraschungspaket“. Sie ist lieb, anhänglich und verschmust, frech, launisch und scheu. Sie ist der sensible Kuscheltiger in der Wohnung, außerhalb des Hauses ist sie ein Draufgänger. So verschieden der Charakter des Individuums unter den Hauskatzen ist, in einer Eigenschaft sind sie fast alle gleich: Hauskatzen lieben die Freiheit!

Haltung und Pflege

Nichts ist schöner für Hauskatzen, als durch den Garten zu pirschen und die Nachbarschaft unsicher zu machen. Daher sollte man ihr unbedingt Freilauf ermöglichen. Hat sie sich allerdings erst einmal an den Ausflug ins Freie gewöhnt, stößt man auf erbitterten Protest, wenn dieser verboten wird. Soll eine Hauskatze also ausschließlich in der Wohnung leben, muss sie von Anfang an daran gewöhnt sein. Die unabhängige Hauskatze liebt und braucht die Zuneigung ihres Menschen. Allerdings entscheidet sie selbst, wann. Das Fell der Hauskatze ist in der Regel pflegeleicht. Ein gelegentliches Bürsten reicht meistens aus.

Krankheitsanfälligkeiten

Da die Hauskatze keine Rasse ist erkrankt sie selten an erblich bedingten Kranken. Sie ist jedoch anfällig für eine Vielzahl von bakteriellen Infektionen und Viruserkrankungen. Den meisten dieser Krankheiten kann jedoch durch Impfungen vorgebeugt werden. So kann beispielsweise Katzenschnupfen oder Katzenstaupe verhindert werden. Wie auch Rassekatzen können Hauskatzen von Parasiten wie Flöhen oder Zecken befallen werden. Wenn sie Freilauf bekommen ist die Gefahr hier natürlich größer.

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte der Hauskatze beginnt schon vor rund 4000 Jahren im alten Ägypten. Dort hatten die Menschen die Vorzüge der geschickten Falbkatzen entdeckt und sie als Mäusefänger in ihr haus und ihre Kornspeicher gelassen. Die wilden Katzen wurden so domestiziert und von den Ägyptern geschätzt und verehrt. Genetische Untersuchungen belegen, dass die Falbkatze wahrscheinlich die „Urmutter“ der heutigen Hauskatze ist, aber auch die in Ägypten und Südasien verbreitete Rohrkatze mischte vermutlich in der Ahnenreihe mit. Sie diente den Ägyptern nicht so sehr im Haus, sondern war als Jagdbegleiter abgerichtet, um Beutetiere aus dem dichten Gebüsch zu holen. Die Verehrung für die nützlichen Tiere kannte bei den Ägyptern keine Ehre. Starb die Hauskatze, wurde sie einbalsamiert und als Mumie liebevoll von ihren Besitzern bestattet. Durch die Seefahrt kam die Hauskatze dann nach Europa. Julius Cäsar soll sie auf seinem Feldzug nach Gallien im Gepäck gehabt haben. Die anpassungsfähige Katze verbreitet sich rasch. In Mitteleuropa wurde sie bald ein gern gesehener Gast, der die Vorräte vor Schädlingen schützte.

Hätten Sie's gewusst?

Im Mittelalter änderte sich das positive Bild plötzlich: Die Hauskatze mutierte durch Aberglauben zur Verkörperung des Bösen, sie wurde gefürchtet und verfolgt. Bis in die viktorianische Epoche war ihr Ruf zwiegespalten: Im weltberühmten Kinderbuch „Alice im Wunderland“ (1869) des englischen Schriftstellers Lewis Caroll verkörperte die „Lachkatze“ die Falschheit und das Gemeine schlechthin. Glücklicherweise ist die Hauskatze inzwischen schon längst wieder völlig rehabilitiert.
 

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