British Colourpoint | GELIEBTE KATZE Magazin

British Colourpoint

Wie ihre andersfarbigen Verwandten kommt auch die pointed Variante ursprünglich aus Großbritannien, obwohl aus einigen anderen Ländern gleichfalls Zuchtversuche bekannt sind, aber wohl weniger konsequent weiterverfolgt wurden. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse British Colourpoint.
 
British Colourpoint © animals-digital.de
„Maskenkatzen“ waren immer schon beliebt.

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze 3,5 - 4,5 kg; Kater 5,5 - 7 kg
  • Felllänge: Kurzhaar
  • Fellfarben: alle Farben (FIFe: außer cinnamon/fawn und silber)
  • Augenfarbe: blau
  • Ursprungsland: Großbritannien

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: mittel
  • Lautstärke: gering
  • Pflegeaufwand: mittel
  • Zeitaufwand: mittel

Aussehen

Die Britisch Colourpoint ist keine eigenständige Rasse, sondern eine Varietät innerhalb der großen Farbvielfalt der Britisch Kurzhaar – d. h. sie unterliegen abgesehen von der Farbe dem gleichen Standard wie alle anderen Briten: Groß/mittelgroß, muskulös, gedrungen, mit breiter Brust und kräftigen Schultern/Rücken. Der breite Schädel ist rund und massiv, die Nase kurz, breit und mit leichter Einbuchtung (kein „Stop“); die weit gestellten Ohren klein mit runder Spitze; die Augen groß, rund, mit weitem Abstand; der Hals kurz, kräftig; die Beine kurz und stämmig; der Schwanz kurz und dick; das Fell kurz, dicht mit guter Unterwolle und feiner Textur, nicht am Körper anliegend. Sprich: alles ist rund und nichts darf auch nur entfernt z. B. an eine Thai erinnern – abgesehen von den Points = nur die gut abgegrenzte Maske, Ohren, Beine und Schwanz dürfen in der jeweiligen Fellfarbe gefärbt sein, der Körper bleibt hell eierschalenfarbig. Jedwedes Weiß gilt als Fehler.

Wesen und Charakter

Wie alle Briten unkompliziert, anpassungsfähig, ihren Menschen liebevoll zugetan ohne aufdringlich zu sein und feine Partner für alle (samt Kind und Hund), die ihr eher ruhiges Temperament schätzen. Schlafmützen sind sie trotzdem keine, denn sie können durchaus Gas geben. Um auch als Einzelkatze glücklich zu sein, sollten Berufstätige zumindest abends Zeit für interaktive Spielchen und Zuwendung haben, weil sie vereinsamen und aus Langeweile zu Frustfressern werden können.

Haltung und Pflege

Das pflegeleichte Pelzchen braucht nur einmal wöchentlich gekämmt/gebürstet werden, um regelmäßig abgestorbenes Haar zu entfernen (das sonst abgeschluckt wird = Haarballen im Magen!). Bei grober Vernachlässigung kann die Prozedur je nach Dichte der Unterwolle unangenehm bis schmerzhaft werden und im schlimmsten Fall muss die Katze geschoren werden (Tierarzt, Narkose) – wobei das Körperfell zumeist dunkel nachwächst! Wird auf ausgewogene Ernährung, abgestimmt auf Alter und Aktivität, geachtet und Übergewicht vermieden, bleibt die Katze lebenslang vital und munter.

Krankheitsanfälligkeiten

Keine Britisch Kurzhaar kippt so leicht aus den Pfötchen, ungeachtet der Fellfarbe, sodass sie bei artgerechter Haltung in der Regel den Tierarzt nur zum Impfen sieht. Die einzige aktuell bekannte Erbkrankheit ist HCM, die hypertrophe Kardiomyopathie. Details dazu finden Sie auf der Seite „Britisch Kurzhaar/Langhaar. Keine Krankheit, aber für Züchter beachtenswert ist, dass die englischen Ursprungstiere eine andere Blutgruppe hatten (B) als die kontinentalen Katzen (A) und diese mittlerweile weit verbreitet ist. Um Welpensterben aufgrund falscher Anpaarung zu vermeiden, sind heute Blutgruppentests fast obligat.

Herkunft und Geschichte

Wie ihre andersfarbigen Verwandten kommt auch die pointed Variante ursprünglich aus Großbritannien, obwohl aus einigen anderen Ländern gleichfalls Zuchtversuche bekannt sind, aber wohl weniger konsequent weiterverfolgt wurden. Ob als Alternative zu den immer schlanker werden Siamesen oder den langsam pflegemüde werdenden Perseranhängern zuliebe - Anfang der 1990er Jahre jedenfalls waren in England bereits rund 350 Britisch Colourpoints registriert. Jenseits des Kanals zählte die Holländerin Henny Bok (Cabriole) zu den Pionieren der ersten Stunde, in Frankreich Catherine Mercy (du Chene Landry) und in Deutschland die Catterys „vom Broltal“, „von Rauhardt“ oder „von Rigi’s“. Seit 1966 in der FIFe und in den Folgejahren weltweit anerkannt, war den attraktiven Teddybärchen aber der durchschlagende Erfolg bisher nicht vergönnt.

Hätten Sie’s gewusst?

„Maskenkatzen“ waren immer schon beliebt. Die „Mutter aller Pointed“ und Urheber dieser Farbspielart sind die Siamesen. Anfangs „Golden Siam“ genannt, um sie von den deutlich weniger beliebten einfarbigen (Orientalen) namentlich zu unterscheiden, waren sie in Großbritannien schon zu Beginn der kontrollierten Katzenzucht en vogue und wurden auch zum Aufbau aller möglichen Rassen herangezogen – weil die Zuchtpioniere damals den Erbgang (noch) nicht kannten. Und weil sich rezessive Gene (= beide Eltern müssen sie im Erbgut haben) wie z. B. das des Maskenfaktors bis zu 80 (!) Generationen lang „verstecken“ können, bis sie auf ein verwandtes treffen und zutage treten ... kann es vorkommen, dass Kätzchen mit Maskenabzeichen im Wurfkorb einer Rasse(katze) liegen, in dem sie eigentlich gar nichts verloren hätten. Und manchmal auch eine neue Rasse begründen ...
 

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