Birma

Jenseits aller wirklich zu Herzen gehender Geschichten um ihre Entstehung entstammt die Heilige Birma dem Zufall und den Folgen eines Liebesgeplänkels zwischen einem Siamesen und einer Perserkatze im Frankreich der 1920er Jahre. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Birma.
 
Birma © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Zauberhaft, anschmiegsam, relativ ruhig, gutmütig mit einem verspielten, heiteren und sehr sanften Naturell.

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze 3,5 - 4 kg; Kater 5 - 6 kg
  • Felllänge: Halblanghaar
  • Fellfarben: seal-/ blue-, chocolate-/ lilac-, red-/ creampoint incl. tortie und mit/ohne Tabbyabzeichen in den Points
  • Augenfarbe: tiefblau
  • Ursprungsland: Frankreich

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: mittel
  • Lautstärke: gering
  • Pflegeaufwand: mittel
  • Zeitaufwand: mittel

Aussehen

Der Standard verlangt eine mittelgroße Katze mit etwas längerem Körper auf kurzen, kräftigen Beinen (hinten länger als vorn); eine leicht gerundete Stirn und volle Wangen, eine mittellange Nase mit leichter Einbuchtung; ziemlich kleine Ohren mit guter Breite dazwischen, die sich leicht nach vorne neigen; leicht mandelförmige Augen und einen mittellangen Schwanz à la Federbusch. Das lange bis halblange Haar (kurz im Gesicht/Beinen, lang am Rücken/Flanken und (bei Erwachsenen) am Hals in einen vollen Kragen übergehend) ist von seidiger Textur mit wenig Unterwolle.

Als Pointkatze dürfen bei der Birma nur die gut abgegrenzte Maske, Ohren, Schwanz, Beine und Genitalien gefärbt sein, die Körperfarbe ist sehr hell eierschalenfarbig – nicht weiß! Weiß ist nur an die „Handschuhen“ aller vier Beinen erlaubt = das primäre Charakteristikum dieser Rasse: Am Gelenk/dem Übergang der Zehen zur Mittelhand endend, dürfen sie nur an den Hinterpfoten etwas darüber hinausgehen. Auf den Sohlen der Hinterpfoten münden die Handschuhe in „Sporen“ (ein umgekehrtes V) bis zur ½ oder ¾ Ferse. Wichtig sind Symmetrie und gleichmäßige Länge an beiden Vorderpfoten oder beiden Hinterpfoten, ideal an allen vieren. Fehlende Sporen oder „Runner“ (wenn das Weiß an den Seiten/Rückseite hinaufläuft) können die Katze das Zertifikat kosten. Ebenso weiße Flecken in den Points oder farbige auf Brust/Bauch.

Wesen und Charakter

Zauberhaft, anschmiegsam, relativ ruhig, gutmütig mit einem verspielten, heiteren und sehr sanften Naturell. Familienfreundlich und gesellig kommen sie auch mit Kindern oder einem netten Hund gut zurecht und fühlen sie sich auch solo wohl – sofern Sie nicht voll im Beruf stehen, da brauchen sie einen Partner. Dennoch muss Zeit sein, ihrem Zärtlichkeitsbedürfnis gerecht zu werden.

Haltung und Pflege

Trotz des längeren Fellkleides ausgesprochen pflegeleicht, da sie kaum Unterwolle haben. Kamm und Bürste werden trotzdem gebraucht, zur Zeit des Fellwechsels und damit sie adrett bleiben. Mit ausgewogener Ernährung gut versorgt, kann mit steigendem Alter und nachlassender Aktivität Kalorienärmeres nicht schaden, um Übergewicht vorzubeugen.

Krankheitsanfälligkeiten

Bei artgerechter Haltung gibt’s mit einer Heiligen Birma keine Probleme, sie sind robust und nicht anfällig. Der einzige aus den Erfahrungen weniger Birmazüchter bekannte „Schönheitsfehler“ ist ein erblicher Gendefekt, der zwar alle Katzen(rassen) treffen kann, bisher aber nur bei Hunden („Shaking pups“) erforscht wurde: Hypomyelination. Eine Störung in der Entwicklung/Zerstörung von Myelin, das zuständig ist für die Kommunikation der Zellen im Nervensystem und schnelle, koordinierte Bewegung. Erkennbar an Kitten, die, wenn sie ab der dritten Woche mobiler werden, mangels flüssiger Übertragung der Signale aufgrund Myelinmangels unkoordiniert und spastisch wirken, einen Tremor entwickeln oder deren Hinterbeine abnormal stark zittern. Das kann sich nach einiger Zeit stabilisieren, weshalb diese Probleme oft nicht ernst genommen werden. Aber die irreversible Störung wird trotzdem vererbt und betroffene Züchter berichten von Epilepsie in jungen Jahren, Hörverlust oder anderen Behinderungen und einer herabgesetzten Lebenserwartung. Die Krankheit lässt sich nur durch Selektion besiegen, d. h. Ausschluss betroffener Tiere von der Zucht.

Herkunft und Geschichte

Jenseits aller wirklich zu Herzen gehender Geschichten um ihre Entstehung entstammt die Heilige Birma dem Zufall und den Folgen eines Liebesgeplänkels zwischen einem Siamesen und einer Perserkatze im Frankreich der 1920er Jahre. Auch die kontrollierte Weiterzucht vor und nach der Anerkennung 1925 blieb fest in französischer Hand. Zum Aufbau wurden in der Regel Birma mit Khmer (heute Perser colourpoint) verpaart, anfangs nur in Seal. Erst nach dem zweiten Weltkrieg überschritten die ersten Birmas die Grenze – und lösten einen wahren Boom aus.

Seit 1964 in der FIFe anerkannt (seal-/bluepoint), wurde nach und nach die Farbpalette erweitert, die Holländer arbeiteten an den Chocolate/Lilac- und Rot-Varietäten, die Tabbypoint sind deutschen Ursprungs. Um 1950 reisten die ersten Birmchen in die USA, und längst liegt diesen Meisterwerken der Anmut, die zu einer der am einheitlichsten gezüchteten Rassen schlechthin zählen, auch der Rest der Welt zu Füßen ...

Hätten Sie’s gewusst?

Apropos Füße: Sie erschweren den Züchtern das Leben, denn die Vererbung der vorschriftsmäßigen Handschuhe lässt sich züchterisch so gut wie gar nicht beeinflussen. Perfekte Fußbekleidung der Eltern lässt keineswegs auf ebensolche Nachkommen schließen. Nur hoffen. Was jede exzellent behandschuhte Birma zur Schönsten der Schönen macht.
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