Bengal | GELIEBTE KATZE Magazin

Bengal

Die amerikanische Genetikerin Jean Mill hat diese Katzenrasse in den 1960er-Jahren erschaffen. Sie wollte eine Rasse mit viel "Wildkatzenflair". Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Bengal.
 
Bengal © animals-digital.de
Bengalen sind lebhafte und sehr verspielte Katzen.

Steckbrief

  • Größe: klein bis mittelgroß
  • Gewicht: Katze: 4 kg; Kater: bis zu 7 kg
  • Felllänge: Kurzhaar
  • Fellfarben: Brown, Snow, Silver
  • Augenfarbe: Grün, Gelb, Blau
  • Ursprungsland: USA

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: hoch
  • Lautstärke: gering
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: mittel bis hoch

Aussehen

Bengalen – auch Leopard Bengal oder manchmal Leopardette genannt – sind sehr muskulös und kräftig, dabei aber schlank. Ihre Hinterbeine sind lang und kräftig, weshalb sie hervorragend springen können. Der Kopf der Bengal ist rundlich, wirkt aber dennoch nicht plump oder schwer. Die Ohren sind klein, abgerundet und liegen weit auseinander. Von den Augenwinkeln ziehen sich Lidstriche zur Seite. Der Schwanz der faszinierenden Bengal ist kurz, mitellang und hat eine abgerundete Spitze. Bei Marble-Bengalen weist er breitere Streifen auf als bei den Spotted Tabbys. Das gepunktete  oder gestromte Fell ist bei ausgewachsenen Katzen kurz, dabei aber dicht, wunderbar weich und seidig. Kätzchen haben dagegen noch ein etwas derberes Haarkleid. Anerkannte Farben sind Brown, Snow und Silver und ihre Variationen, darunter Black Spotted Tabby, Lynx Point, Marble, Mink, Seal Lynx Point Spotted und Sepia Spotted Tabby.

Wesen und Charakter

Bengalen sind lebhafte und sehr selbstbewusste Katzen, dabei sehr clever und erfindungsreich. Sie lernen schnell und "sagen" auch was Ihnen gefällt oder nicht, sie können sehr redewillig sein. Bengalen haben noch ihre natürlichen Instinkte. Sie klettern gerne und lieben das Wasser. Außerdem haben Bengalen einen großen Spieltrieb. Die Farben können sich zudem auf den Charakter auswirken. Die Snows sollen sanfter und anhänglicher als die Browns sein.

Haltung und Pflege

Die Bengalen sind eine selbständige Rasse, fordern aber viel Aufmerksamkeit von ihrem Besitzer. Die verspielte Katze braucht unbedingt einen großen Kratzbaum in der Wohnung und viel Abwechslung. Auch ein Balkon mit großem Freigehege oder ein gesicherter Garten werden gerne angenommen. Dank ihres freundlichen Wesens ist die Bengal auch für Kinder geeignet. Das kurze Fell der Bengal ist nicht sehr pflegeaufwendig, sollte aber regelmäßig gebürstet werden, um Haarbällchen zu reduzieren.

Krankheitsanfälligkeiten

Generell ist die Bengal eine robuste und unempfindliche Katze. Allerdings kann vereinzelt die Infektionskrankheit Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) auftreten. Bei diesem Krankheitsbild kommt es zu einer Bauchfellentzündung, die zum Tod führen kann. Anders als die meisten Hauskatzen kann die Bengal empfindlich auf Bakterien im Futter reagieren. Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Durchfall und Fieber. Suchen Sie am besten bei den ersten Anzeichen sofort einen Tierarzt auf.

Herkunft und Geschichte

Bengalkatzen sind eine verhältnismäßig junge Rasse. Die amerikanische Genetikerin Jean Mill hatte es sich in den Kopf gesetzt, eine neue Katzenrasse zu erschaffen. Und zwar eine mit viel Wildkatzenflair. Deshalb kreuzte die Kalifornierin in den 1960er-Jahren asiatische Wildkatzen mit Hauskatzen. Genauer gesagt, eine Bengalen-Dame – damals konnte man leider noch recht einfach in den Besitz importierte Wildtiere kommen – mit einem einfarbig schwarzen Hauskater. Ein gepunktetes Katzenmädchen namens „Kinkin“ soll aus dieser Verpaarung entstanden sein, das zusammen mit einem Wurf „normaler“ Stubentiger aufwuchs. Dadurch sollte die Kleine ihr wildes Temperament verlieren, den Jean Mills Katze sollte zwar wie ein Leopard aussehen, jedoch ein „hauskätzisches“ Wesen haben. Jean Mill kreuzte die kleine Halbwilde „Kinkin“ schließlich mit ihrem Vater rück. „Kinkin“ bekam daraufhin einen Wurf hübscher, gepunkteter Kätzchen. Doch der Weg zur anerkannten Rasse war noch weit: Jean Mill unterbrach ihre Zuchtversuche für einige Jahre. Sie kreuzte im Laufe der Zeit noch Abessinier und Orientalen ein. In den 80er-Jahren konnte Jean endlich ihre selbst erschaffene Traumkatze auf einer Ausstellung vorführen. Nur wenig später wurde sie als Rasse anerkannt. Auf deutschen Ausstellungen kamen die ersten Bengalkatzen Ender der 80er-Jahre vor. 

Hätten Sie's gewusst?

Bei den Kreuzungen der Wildkatzen mit den „Haustigern“ trat immer wieder ein Problem auf: Die meisten männlichen Nachkommen waren unfruchtbar. Nur mit den weiblichen konnte weitergezüchtet werden. Das war auch der Grund war Jean Mill Abessinier- und Orientalen-Kater zur Hilfe nahm. Erst Generationen später waren auf die Kater, die aus den Kreuzungen entstanden, fruchtbar.
 

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