Balinese | GELIEBTE KATZE Magazin

Balinese

1970 wurde die neue Rasse vom US-Dachverband CFA anerkannt und 1984 auch in Europa. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Balinese.
 
Balinese © animals-digital.de
Die Bezeichnung „Balinese“ bedeutet nicht, dass diese Katze in irgendeiner Verbindung mit der Insel Bali steht.

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze: 4 - 6 kg; Kater: 5 - 7 kg
  • Felllänge: Halblanghaar
  • Fellfarben: Cinnamon und Fawn mit Point-Zeichnung
  • Augenfarbe: Blau
  • Ursprungsland: USA

Charakteristika

  • Bewegungsdrang: mittel
  • Lautstärke: hoch
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: mittel

Aussehen

Abgesehen von ihrem langen Haarkleid haben die Balinesen den gleichen Standard wie Siamkatzen. Schließlich sind sie eigentlich Langhaar-Siamkatzen. Balinesen sind mittelgroße Katzen von schlanker, jedoch muskulöser Statur. Der Körperbau vermittelt orientalische Grazie und Geschmeidigkeit. Der Schwanz ist lang, dünn und kraftvoll. Er ist fedrig behaart. Die langen Beine und ovalen Pfoten sind elegant und zierlich, dabei jedoch kräftig, denn sie Balinesen springen und klettern gerne. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine. Der Kopf ist keilförmig, mit spitzen Ohren und blauen, ausdrucksstarken Augen.

Das Fell ist seidig und glänzend. Es ist dicht, ohne Unterwolle und liegt am Körper an. An Hals und Kopf ist es kurz, am Bauch und an den Seiten fällt es herab. Als Farben sind Cinnamon und Fawn mit kräftig durchgefärbten Points erlaubt. Die Körperfarbe ist gleichmäßig und steht in hellem Kontrast zu den Points. Die Points sind idealerweise ohne Geisterzeichnung. Weitere Varianten von Cinnamon und Fawn werden entwickelt.

Wesen und Charakter

Balinesen sind kraftstrotzend und bewegungsfreudig. Sie ist verspielt, zugleich aber auch verschmust. Wie Siams sind sie sehr gesprächig und teilen sich ihren Menschen lauthals mit. Sie sind sehr dominant und fordern Aufmerksamkeit notfalls selbstbewusst mit lauter Stimme ein. Diese Katze ist frühreif und geht eine enge Beziehung mit ihrem Menschen ein. Bisweilen kann die Balinese auch eigenwillig sein. 

Haltung und Pflege

Die aktive und bewegungsfreudige Balinese braucht viel Platz. Dennoch ist sie nicht unbedingt für die Freilaufhaltung geeignet, das sie Kälte nur sehr schlecht verträgt. In einer großen Wohnung mit vielen Klettermöglichkeiten ist sie meist am glücklichsten. Eine zweite Katze im Haus ist für die dominante Balinese nicht immer Grund zur Freude. Sie möchte die Aufmerksamkeit ihres Menschen ungern teilen und wird leicht eifersüchtig. Da es keine Unterwolle hat ist das Fell der Balinese trotz seiner Länge pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten genießt die verschmuste Katze jedoch sehr und es bringt das Fell zum glänzen.

Krankheitsanfälligkeiten

Die Balinese ist eine sehr robuste Katze und gegenüber Krankheiten sehr resistent. Durch ihre enge Verwandtschaft mit der Siam besteht jedoch ein gewisses Risiko der Erkrankung an für Siams typischen Erbkrankheiten und Erbfehlern. Zu den Erbkrankheiten gehören unter anderem HCM und GM1. HCM (hypertrophe Kardiomyopathie) ist eine Herzkrankheit, bei der es zu einer Verdickung des Hermuskels und einer Vergrößerung der linken Herzkammer kommt. GM1 (Gangliosidosis GM1) gehärt zu de lysosomalen Speicherkrankheiten.  Nur wenn beide Elternteile Träger sind entsteht ein Gendefekt. GM1 macht sich bei drei bis sechs Monate alten Kätzchen bemerkbar. Symptome sind Kopftremore und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit in den Hinterbeinen. Diese Erbkrankheiten sind bekannt und können von verantwortungsvollen Züchtern vermieden werden. Erbfehler bei der Siam sind unter anderem Schielen, ein Knickschwanz und  Missbildungen des Brustkorbes (Froschsyndrom).

Herkunft und Geschichte

Warum immer wieder Siamkätzchen mit längerem Fell zu Welt kamen, darüber kann nur spekuliert werden. Eine Theorie spricht von „spontaner Mutation“, die andere von eingekreuzten Perserkatzen, die sich Generationen später durch ihr langhaariges Fell wieder bemerkbar machten. In den USA kamen in den 50er-Jahren Züchter auf die Idee, aus der unerwünschten Ausnahme eine neue Rasse zu kreieren. 1968 wurde der erste Rasseclub gegründet. Und da die Siamzüchter mit dem Namen „Siam Langhaar“ nicht einverstanden waren, bekam das Kind einen neuen Namen: Balinese. 1970 wurde die neue Rasse vom US-Dachverband CFA anerkannt und 1984 auch in Europa.

Hätten Sie's gewusst?

Die Bezeichnung „Balinese“ bedeutet nicht, dass diese Katze in irgendeiner Verbindung mit der Insel Bali steht. Die Katze hat den Namen ihrem Geschmeidigen Gang zu verdanken, der an eine balinesische Tempel-Tänzerin erinnern soll. Übrigens: Es gibt auch vollständig weiße Balinesen, die von den Zuchtverbänden anerkannt werden. Sie werden als „Foreign White“ bezeichnet.

 
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