Abessinier

Die Abessinier zählt zu den ältesten bekannten Rassen überhaupt und begegnet uns vor allem in Darstellungen, Abbildungen und unzähligen historischen Aufzeichnungen der altägyptischen Geschichte. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Herkunft, Charakter, Wesen, Haltung und Pflege der Katzenrasse Abessinier.
 
Abessinier © animals-digital.de
Die typische Fellzeichnung, eine Besonderheit der Rasse, wird „Abessiniertabby“, „Ticked Tabby“ oder „Ticking“ genannt.

Steckbrief

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze 3 - 3,5 kg; Kater 4 - 5 kg
  • Felllänge: Kurzhaar
  • Fellfarben: wildfarben, blau, sorrel, beige-fawn, jeweils auch mit Silber
  • Augenfarbe: bernsteinfarben, grün oder gelb
  • Ursprungsland: vermutlich Küstengebiete am Indischen Ozean als
  • Rassekatze: Großbritannien

Charaketristika

  • Bewegungsdrang: hoch
  • Lautstärke: mittel
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: hoch

Aussehen

Der Rassestandard beschreibt die Abessinier als Katze von mittlerer Größe und Körperlänge, fest, geschmeidig und muskulös, mit sehnigen, eleganten, langen Beinen, die in Proportion zum Körper stehen müssen. Der Kopf ist keilförmig à la einem gleichseitigen Dreieck mit weichen, anmutigen Konturen; die Augen groß und mandelförmig; die Ohren verhältnismäßig groß und breit am Ansatz; die mittellange Nase zeigt im Profil eine sanfte Kurve; der Schwanz sollte ziemlich lang sein; das Haarkleid ist kurz, fein, eng anliegend und „geschlossen“ – was leicht an der ebenmäßig melierten Fellzeichnung zu erkennen ist. Weiß auf der Brust oder ein Medaillon gelten als schwere Fehler.

Wesen und Charakter

Abessinier sind Muntermacher, neugierig, aufgeschlossen, intelligent, lernfähig, anhänglich, verschmust, spiel- und kletterfreudig und voll liebenswerter Kapriolen. Und sehr soziale kleine „Gruppentiger“, die sich in einem kleinen Team am wohlsten fühlen, wenn die Gefährten ähnlich lebhaft sind. Kinder oder ein netter Hund sollten kein Problem darstellen. Als Einzelkatze für Berufstätige oder wenig agile Senioren nicht zu empfehlen, könnte aber vereinzelt nach Züchterempfehlung eine ältere Katze geeignet sein.

Haltung und Pflege

Das kurze Pelzchen mit der wenigen Unterwolle macht die Pflege einfach, abgestorbenes Haar sollte trotzdem (ganzjährig) entfernt werden, am besten mit einer Gummi-Bürste. Die Ernährung sollte ausgewogen und dem individuellen Bewegungsdrang sowie dem Alter angepasst sein: Weder Schlankhungern noch Mästen ...

Krankheitsanfälligkeiten

Die Abessinier ist in der Regel eine gesunde Katze, die bei entsprechender Haltung keine Neigung zu besonderen Anfälligkeiten entwickelt, aber natürlich auch mal Durchfall kriegen kann, nachdem sie etwa die halbe Sahnetorte gemopst hat. Allerdings ist die Rasse teilweise mit Erbkrankheiten belastet, wie etwa PK (Pyruvat Kinase), eine unheilbare, chronisch regenerative hämolytische Anämie, wobei sich die roten Blutkörperchen auflösen. Weiters PRA (Progressive Retina Atrophie), eine Netzhauterkrankung, wodurch die Photorezeptoren des Auges zerstört werden und die Katze erblindet. Für beide rezessiv erblichen Leiden stehen jedoch DNA-Tests zur Verfügung, was verantwortungsvollen Züchtern durch selektives Eingreifen ermöglicht, die Verbreitung einzugrenzen bzw. nur mit gesunden Tieren zu züchten. Für die vergleichsweise seltene Amyloidose, einem angeborenen, nicht therapierbaren Defekt des Proteinstoffwechsels, der in der Regel mit akutem Nierenversagen endet, stehen derzeit weder Testmethoden zur Verfügung noch ist der Erbgang geklärt. Einem sorgfältigen Züchter bleibt das Auftreten jedoch nicht verborgen, sodass er entsprechend reagieren kann und sich kein Käufer fürchten muss.

Herkunft und Geschichte

Die Abessinier zählt zu den ältesten bekannten Rassen überhaupt und begegnet uns vor allem in Darstellungen, Abbildungen und unzähligen historischen Aufzeichnungen der altägyptischen Geschichte, wo sie – zusammen mit der Egyptian Mau – fast den Status einer Göttin einnahm. Ihre einzigartige Fellzeichnung ist aber auch z. B. aus Ceylon oder Singapur bekannt, weshalb der tatsächliche Ursprung ungeklärt ist. Mit „Zula“ soll 1868 die erste ihrer Art britischen Boden betreten haben und angeblich aus Abessinien eingereist sein. Obwohl von der Schönheit „unserer“ Abessinier weit entfernt, war der Zeitpunkt ideal, denn um diese Zeit wurde in England ein neues Hobby geboren: Katzenzucht. Mangels ähnlicher Paarungspartner musste allerlei Katzenartiges herhalten, vorwiegend Hauskatzen, was die Konzentration auf das streifenfreie, wildfarbene Ticking erschwerte. 1872 erstmals als Rasse registriert, schipperten 1901 die ersten Abessinier von England gen USA. 1934 soll die erste deutsche Abessinierin in Dresden geboren worden sein. Längst weltweit anerkannt, ist ihre Fangemeinde relativ groß.

Hätten Sie’s gewusst?

Die typische Fellzeichnung, eine Besonderheit der Rasse, wird „Abessiniertabby“, „Ticked Tabby“ oder „Ticking“ genannt (nicht zu verwechseln mit dem „Tipping“ silberner Katzen): Jedes einzelne Haar ist in der Grundfarbe (z. B. schwarz bei den Wildfarbenen) zwei- bis dreimal gebändert wie ein Ringelsöckchen. Charakteristisch ist zudem, dass es (abgesehen von Zuchtversuchen mit Fremdrassen) keine roten Abessinier gibt, nur welche, die so aussehen. Weshalb die rotbraun getickte, kupferrote Varietät „Sorrel“ genannt wird. Als Urahnen der Somali werden sie gelegentlich miteinander gekreuzt, ihr Ticking ist aber auch in anderen Rassen zu finden, z. B. bei den Orientalen oder British Goldens.
Die weltweit berühmteste Abessinier war übrigens „Die Katze, die aus dem Weltraum kam“ aus der gleichnamigen Walt Disney-Produktion.
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