Pflege für Halblanghaarkatzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Pflege für Halblanghaarkatzen

Viele Katzen mit längerem Haarkleid, vor allem Rassen wie Heilige Birma oder Türkisch Angora, gelten trotzdem als pflegeleicht – und im Vergleich stimmt das auch. Arbeitslos werden wir deshalb freilich noch lange nicht.
 
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Pflege für Halblanghaarkatzen.
Einige Katzen haben ein dichteres Unterkleid, andere ein spärlicheres, doch in jedem Fall ist eine Pflege des Fell unerlässlich. Optimal ist die sanfte Gewöhnung, am besten von Kindesbeinen an! Allerdings verschieben viele Halter nicht nur bei Kurzhaarkatzen, sondern auch bei den Halblanghaarigen (mangels noch nicht voll entwickelter Fellpracht) bei den putzigen Kleinen Lernprozesse gern auf „später“ mit der Begründung, dass sie doch mit dem Ernst des Lebens noch früh genug Bekanntschaft machen. Doch spätestens wenn die Katze ausgewachsen ist, heißt es: Fellpflege.

Waschen

In der Regel ist ein Bad für Halblanghaarige, die nicht ausgestellt werden sollen, entbehrlich. Soll die Katze dennoch gebadet werden, gehen Sie wie folgt vor:
  • Fell auf „neutralem Boden“ anfeuchten (Waschhandschuh, Schwämmchen), passendes Shampoo leicht verdünnen und gut einmassieren, danach das Opfertier ins Waschbecken stellen und mit warmem Wasser so lange spülen, bis es klar bleibt (Duschkopf, Eimerchen). Danach zurück ins warme Zimmer, trocken rubbeln und im halbfeuchten Zustand vorsichtig durchkämmen.
  • Das kann einigermaßen stressfrei funktionieren, wenn Sie darauf achten, dass a) der Kopf dabei ausgespart bleibt und weder Shampoo- noch Wasserspritzer ins Gesicht/Augen gelangen, b) die Katze auf einer rutschhemmenden Unterlage steht und c) das Wasser stets abläuft, sie also nicht drinstehen und um ihr Leben fürchten muss.
Permanent reden, loben und hinterher belohnen ist selbstverständlich!

Fettschwanz

Das kann bei jeder Rasse vorkommen, und nicht nur bei potenten Katern. Sie sollten dieses Problem keinesfalls vernachlässigen und auch nicht lange „zuschauen“, sondern handeln – denn das fettige Haar bricht bzw. fällt aus, und die kahle Stelle kann sich sogar entzünden. Nebenbei bemerkt: Der Trick mit dem Kartoffelmehl (o.ä.) ist nur bei leichter Verfettung hilfreich. Und irgendwann rauswaschen müssen Sie’s trotzdem. Da ein Manipulieren am Hinterteil besonders gern übelgenommen wird, wäre ein Helfer nicht schlecht, der die Katze hält und beruhigt.
Sie brauchen ein nicht-rückfettendes Shampoo (Geschirrspülmittel tut’s auch), Züchter bevorzugen mit gutem Grund „Goop orange“: ins trockene Fell einmassieren und gut ausspülen.

Bürsten & Kämmen

Halblanges Deckhaar mit unterschiedlich dichter Unterwolle tragen z. B. Maine Coon , Norweger , Heilige Birma , Ragdoll oder Somali . Sie brauchen einen Kamm mit verschieden langen Zinken (kurz-lang-kurz-lang) und abgerundeten Spitzen bei mehr Unterwolle, mit gleichlangen Zinken bei wenig Unterwolle. Eine kleine mittelharte oder weiche (Letztere für wenig Unterwolle) Drahtbürste mit gebogenen Zinken oder eine Kunststoffbürste mit Noppen an den Zinken. Eine Naturhaarbürste zur Massage. Eventuell Haarbalsam oder leicht alkoholhaltiges Rosenwasser zum Aufsprühen als Kämmhilfe. Siehe auch „ Langhaarkatzen “.

Fellwechsel – Ausnahmen von der Regel

Folgendes gilt für alle Katzen, deren „normaler“ Fellwechsel (wie bei den Kurzhaarkatzen beschrieben) aus unterschiedlichen Gründen gestört ist/sein kann.
  • Muttertiere/Kranke: Eine schwere Geburt kann der Kätzin durchaus eines Großteils ihres Fells berauben – wie überhaupt starke Belastung (z. B. Säugeperiode) und systemische Einflüsse (z. B. fieberhafte Erkrankungen) die Wachstumsphase verkürzen und vermehrten Haarausfall zur Folge haben können.
  • Katzenkinder: Vorwiegend zwischen der zweiten und achten (selten bis zur 20.) Lebenswoche kann sich manchmal der seidenweiche Babyflaum an bestimmten Körperstellen (Unterbauch, Nacken, Hinterkopf, Rücken) mit den Fingern urplötzlich leicht wegzupfen lassen. Die beliebteste Erklärung sind Stoffwechselstörungen, aber die Ursache ist sehr viel einfacher: Das Baby wechselt quasi die Strampelhöschen. Normalerweise entwickelt sich das zweite Babyfell, ohne dass das erste abgestoßen wird – manchmal teilweise halt doch. Das ist weiter kein Drama, also rupfen Sie sachte (natürlich nur dort, wo Ihnen das Fell „von alleine“ in die Finger fällt) und ersparen dem Kitten den Tierarztbesuch, denn in Kürze wird die Pracht von ganz alleine wieder sprießen.
  • Kastraten und sehr alte Katzen: Häufig, nicht immer, kann sich bei beiden ungeachtet des Geschlechts durch ein hormongesteuertes Ungleichgewicht bzw. den biologischen Abbau das Haarwachstum zügig gegen null entwickeln (Alopezie). Oder sie neigen im Gegenteil zu übermäßiger Behaarung, die oft auch noch fett und filzig wirkt. Bitte nicht verschlampen, hier ist verstärkte Hilfe nötig. Aber: Hier darf man aber nicht in übermäßiges Kämmen verfallen, denn das fördert die Ekzembereitschaft der Haut! (Christine Klinka)

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