Neue Katzenverordnung: Kastration soll Pflicht werden | GELIEBTE KATZE Magazin
Verwilderte Katzen als Problem

Neue Katzenverordnung: Kastration soll Pflicht werden

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat seinen neuen Tierschutzbericht vorgelegt. Daraus geht hervor, dass es in Deutschland massive Probleme mit verwilderten Katzen gibt. Die Zahl der Streuner wird auf rund zwei Millionen geschätzt, konkrete Daten existieren aber nicht. Um dem Problem Herr zu werden, droht nun eine neue Katzenverordnung, die Kastrationspflicht oder Stubenarrest vorschreibt.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Neue Katzenverordnung: Kastration soll Pflicht werden!
Das Lieblingshaustier der Deutschen ist ganz klar die Katze. Knapp 12 Millionen Samtpfoten lebten im Jahr 2014 nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf in deutschen Haushalten, Tendenz steigend. Allerdings gibt es Tierschützern zufolge auch rund zwei Millionen streunende Hauskatzen im Bundesgebiet. Sie werden aber langsam zum Problem, denn sie leiden an Krankheiten, verschleppen Viren, fechten erbitterte Revierkämpfe aus und töten jährlich Millionen Vögel. Dem will die Bundesregierung nun entgegen wirken.

Es sei erforderlich, den unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Haus- und Hofkatzen für einen bestimmten Zeitraum zu beschränken oder zu verbieten, lautet es im Tierschutzbericht des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Immer mehr Behörden, Kommunen, Städte und Tierschützer hätten auf die Problematik hingewiesen, vor allem da die Tierheime fast restlos überfüllt seien. In vereinzelten Städten gibt es bereits die Kastrationspflicht für Katzen. Dies droht nun in weiten Teilen Deutschlands. Allerdings seien die Unterschiede regional groß, daher bleibe es den Bundesländern überlassen, ob sie die neuen Regeln einführen.

Kastrations- und Registrierpflicht denkbar

Es existiere für die Landesregierungen eine Verordnungsermächtigung im Tierschutzgesetz, heißt es im Bericht der Bundesregierung weiter. Diese Regelung bedeute "de facto eine Kastrationspflicht für Haus- und Hofkatzen mit Freigang" – wenn davon Gebrauch gemacht werde. "Daneben kann auch die Aufklärung von Katzenhaltern und das Hinwirken auf eine freiwillige Beschränkung des Auslaufs oder auf eine freiwillige chirurgische oder medikamentelle Unfruchtbarmachung ein erster Schritt vor etwaigen Regelungen in einer Verordnung sein", so der Wortlaut im Tierschutzbericht. Auch eine Kennzeichnung und Registrierung der Katzen könne vorgeschrieben werden.

Die Tierrechtsorganisation PETA sieht die Kastrations- und Registrierpflicht "als wichtige Maßnahme gegen die Katzenüberpopulation und zur Eindämmung des Leids heimatloser Katzen". Eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht existiere laut PETA-Angaben zum Beispiel in einigen Gemeinden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. "Katzen ohne menschliche Obhut und Versorgung erfahren häufig Schmerzen, Leiden oder Schäden in teilweise erheblichem Ausmaß, da es sich um Tiere einer domestizierten Art handelt, die nicht an ein Leben ohne menschliche Unterstützung angepasst sind", erklärt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft diese neuen Maßnahmen.
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