Eine zweite Katze kommt ins Haus | GELIEBTE KATZE Magazin
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Eine zweite Katze kommt ins Haus

Eine neue Mieze zieht ein. Die ersten Tage sind entscheidend über das künftige Verhältnis der beiden Katzen. Wir sagen Ihnen, wie Sie einen Neuling eingewöhnen.
 
Eine neue Katze zieht ein © animals digital
Den ersten Tag verbringt die Neue ohne Kontakt zur anderen Katze.

Eifersucht vermeiden

Das Wichtigste, das Sie tun können, ist: Geben Sie Ihrer Erstkatze keinen Anlass zur Eifersucht! Denn nur, wenn sich die Erstkatze ihrer Position in der Familie sicher sein kann, ist sie offen für eine neue Freundschaft. Doch wie stehen die Chancen?
  • Der einfache Fall: Hatte Ihre Katze früher schon einen Katzenfreund und machen Sie als Halter jetzt nichts falsch, dann dürfen Sie davon ausgehen, dass sich die beiden Tiere recht bald vertragen oder sogar richtig gern haben werden.
  • Der schwierige Fall: Nicht ganz einfach wird es werden, wenn Ihre Erstkatze jahrelange Alleinherrscherin in Ihrem Haushalt war und andere Katzen als Eindringling in ihr Revier empfindet. In diesem Fall kann man nur hoffen, dass der Neuankömmling viel Geduld, große Nervenstärke und ein sehr ausgeglichenes Wesen mitbringt.
  • Der aussichtslose Fall: Wenn sich die Katzen von Anfang an nicht riechen können und sofort mit Fauchen und Spucken aufeinander losgehen, wird direkt klar: Hier bahnt sich keine Freundschaft an. Derart unverträglich sind nur wenige.


So bereiten Sie die Ankunft vor

Besorgen Sie das nötige Katzenzubehör (Korb, Toilette, Näpfe, Bürste, Spielzeug und Kratz-Gelegenheit) und quartieren Sie die neue Katze zunächst in einem Zimmer ein, in dem sie zwar Gesellschaft hat, aber nicht direkt auf die Katze trifft. Wählen Sie eines, das die Erstkatze gewöhnlich selten betritt.
Auf keinen Fall darf das der Raum ihrer Bezugsperson sein. Bestimmen Sie lieber eine andere Person in der Familie, dem Neuankömmling die nötige Nestwärme zu geben. Leben Sie allein, müssen Sie umso mehr darauf achten, dass Sie die Erstkatze nicht zurücksetzen.
Noch bevor Ihre Katze die Neue gesehen hat, weiß sie, dass eine andere Katze im Haus ist. Sie kann sie riechen. Deshalb ist es keine schlechte Idee, den Neuling erst dann ins Haus zu holen, wenn er geruchlich präpariert wurde, zum Beispiel mit Räucherlachs-Fingern gestreichelt, mit zerriebener Bierhefe eingestaubt oder gar mit der Kuscheldecke der Altkatze abgerubbelt wurde. Weitere Möglichkeiten dafür sind hoch verdünntes Essigwasser, Catnip und Babypuder.


Checkliste – das braucht jede Katze:

  • Eine eigene Katzentoilette
  • Eigene Näpfe
  • Schlafplatz
  • Eventuell einen eigenen Kratzbaum oder Kratzbrett
  • Kamm und Bürste
  • Falls Sie eine Katzenklappe haben: Halsband mit Türöffner (Magnet, Sender etc)


So bringen Sie beide Katzen zusammen

Den ersten Tag verbringt die Neue ohne Kontakt zur anderen Katze. Dann wird die Neugier beider Katzen so groß sein, dass sie zu beiden Seiten der Tür sitzen und Kontakt suchen. Öffnen Sie die Tür erst nur einen kleinen Spalt, damit sie sich beschnuppern und etwas bepfoteln können. Aber öffnen Sie nicht gleich soweit, dass der Kopf hindurchpasst. Bei knurrenden oder fauchenden Tieren gewähren Sie anfangs nur ein kurzes Beschnuppern durch den Türspalt. Wenn Sie merken, dass die Neugier eher positiv ist, steht einer echten Begegnung nichts im Weg. Sie und eine zweite Person nehmen je eine Katze auf den Schoß und sehen was passiert.


Die ersten Tage

Nach zwei bis drei Tagen lassen Sie die Tiere näher zusammen. Füttern Sie beide Katzen vor ihrer ersten Begegnung. Nehmen Sie dann die Alte auf den Schoß. Setzen Sie die Neue ebenfalls auf einen erhöhten Platz, damit sie sich nicht bedroht fühlt. Wählen Sie einen Ort, den die Alteingesessene gewöhnlich nicht häufig betritt, auf keinen Fall in der Nähe des Lieblingsschlafplatzes. Setzen Sie die beiden täglich mehrmals zusammen - je nachdem wie sie sich benehmen, nur für ein paar Minuten oder sogar für eine Stunde oder länger. In der Regel pendelt sich das Verhältnis der beiden Katzen innerhalb von rund vier Wochen irgendwo zwischen echter Freundschaft und totaler Feindschaft ein. Bei noch jungen Katzen ist Feindschaft eher selten; setzt man aber zwei ausgewachsene Single-Katzen zusammen, sollte man damit rechnen, sie vielleicht wieder trennen zu müssen.


So verhalten Sie sich selbst richtig

  • Eifersucht vermeiden: Das ist leichter gesagt als getan, denn Sie werden schnell merken, dass Sie zwischen beiden Katzen hin- und hergerissen sind. Einerseits wollen Sie das Katzenkind oder den Neuankömmling beschützen, andererseits aber auch keine Eifersucht wecken.
  • Beobachten: Lassen Sie während der ersten gemeinsamen Tage die Katzen nicht allein in einem Raum. Nehmen Sie sich viel Zeit, vielleicht ein paar Tage Urlaub, und beschäftigen Sie sich viel mit Ihren Katzen. Respektieren Sie jedoch das erhöhte Schlafbedürfnis einer noch jungen Katze.
  • Sicherheit geben: Die neue Katze sollte von Anfang an nicht mehr Zuwendung als die Altkatze bekommen. Es ist hilfreich, gerade jetzt die Erste betont zu bevorzugen, um ihr emotionale Sicherheit zu geben. Halten Sie ihre gewohnten Streichelstunden ein, füttern Sie sie immer zuerst. Begrüßen Sie sie vor der anderen. So vermeiden Sie, dass sie auf den Neuling eifersüchtig wird.
  • Zurückhalten: Mischen Sie sich nicht in kleine Rangeleien ein, sondern schlichten Sie Streit nur, wenn ein Kampf eskaliert. Knallen Sie dann eine Tür zu, spritzen Sie mit Wasser, pfeifen Sie auf der Trillerpfeife, aber halten Sie Ihre Hände aus dem Streit. Und vermeiden Sie, parteiisch zu sein, denn damit lenken Sie den Hass nur auf sich.
  • Diplomatisch bleiben: Sobald sich beide halbwegs leiden können, behandeln Sie beide Katzen gleich, aber nur wenn die Miezen damit gut klar kommen. Denn natürlich ist jede ihr spezieller Liebling, aber verraten Sie das niemals der anderen Katze. 


Eingewöhnungs-Tipps

  • Sonderrechte: Räumen Sie jeder Katze irgendein Privileg ein: Zum Beispiel, darf die eine mit ins Büro, die andere in Ihr Bett.
  • Gemeinsames Spiel verbindet: Animieren Sie die beiden zum Spielen. Aber nicht die falsche Katze bevorzugen.
  • Konsequent bleiben: Die Katzen erwarten eine klare Linie, feste Regeln im Tagesablauf und in Ihrem Umgang mit Ihnen.
  • Zwang vermeiden: Man kann Katzen nicht zwingen sich zu vertragen! Deshalb ermöglichen Sie es den Ihren am besten, sich einander freiwillig zu nähern und sich in dem ihnen angemessenen Tempo miteinander anzufreunden.
  • Erholungspausen gönnen: Es ist manchmal besser, Streithähne zeitweise räumlich zu trennen, statt ihnen die Gegenwart des anderen ständig aufzuzwingen. Die Erfahrung zeigt, dass eine gelegentliche Erholungspause voneinander zum Frieden beitragen kann, vor allem in der Zeit des Kennenlernens. (Isabella Lauer)

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