Katzen und Kinder | GELIEBTE KATZE Magazin

Katzen und Kinder

Katzen sind kleine Psychologen auf samtenen Pfoten, sie können zuhören und keine Geheimnisse ausplaudern. Ihr Schnurren beruhigt, ihnen beim Spielen zuzusehen macht Freude. Kinder profitieren enorm davon.
 
© Ella / Fotolia
Ist die Katze schon im Haus, wenn ein  Baby geboren  wird, wächst das Kind völlig natürlich mit der Katze zusammen auf. Entscheidet man sich erst, wenn das Kind auf der Welt ist, für ein Heimtier, ist es sinnvoll, mit der Anschaffung zu warten, bis das Kind etwa drei Jahre alt ist. In diesem Alter kann man dem Kind bereits erklären, dass die Katze kein lebloses Spielzeug ist, sondern ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen, das man beispielsweise nicht einfach aus dem Schlaf reißen darf, wenn man gerade Lust hat, mit dem Tier zu spielen.

Kinder im Vorschulalter

Bereits Kinder im Vorschulalter können einen sanften, artgerechten Umgang mit der Katze erlernen. Wichtig ist, dass die Eltern das Kind entsprechend anleiten, ihm zeigen, wie die Katze richtig gestreichelt wird, wie man sie vorsichtig hochnimmt, und dem Kind auch die wichtigsten Körpersprachesignale der Katze erklärt.

Regeln müssen sein

Eltern sollten klare Regeln für den Umgang mit der Katze aufstellen, um zu vermeiden, dass das Kind die Katze zu sehr stresst, was aggressive Reaktionen des Tiers nach sich ziehen könnte.
Diese könnten beispielsweise so aussehen:
  • Schläft die Katze, oder frisst sie gerade, darf man sie nicht stören.
  • Man darf die Katze nicht ärgern oder ihr wehtun, sonst wehrt sie sich, kratzt oder beißt.
  • Die Katzentoilette ist tabu. Sie ist keine Spielsandkiste. Wenn die Katze zur Toilette möchte, darf man sie nicht daran hindern und die Katze beim "Geschäft" nicht stören.
  • Der Kratzbaum ist eine Tabuzone. Wenn die Katze dort liegt, möchte sie in Ruhe gelassen werden. Auf den  Kratzbaum klettern ist verboten, dies schützt nicht nur die Ruhezone der Katze, sondern bewahrt das Kind auch vor etwaigen Abstürzen.
  • Ob die Katze in das Kinderzimmer darf oder nicht, hängt ein wenig vom Alter und vom Temperament der Katze und von der Ordnungsliebe des Kindes ab. Jungtiere nagen gerne an kleinen Kunststoffspielsachen und können beim Verschlucken kleiner Teile gesundheitlich Schaden erleiden.
  • Ähnlich verhält es sich mit der Frage, ob die Katze im Kinderbett schlafen darf oder nicht. Viele Eltern haben hier hygienische Bedenken, doch bei einer gepflegten, geimpften, entwurmten und parasitenfreien Katze, die nur im Haus lebt, spricht nicht unbedingt etwas dagegen.
  • Das Kind muss lernen, darauf zu achten, dass es die Katze nicht gedankenlos in einen Raum einsperrt, sonst ist dem Tier der Zugang zur Toilette eventuell verwehrt.
  • Ebenso sollte man das Kind dazu anleiten, dass es bei Wohnungskatzen lernt, Türen, die ins Freie führen, nicht einfach zu öffnen.
  • Nach dem Streicheln der Katze und immer vor dem Essen oder dem Zubettgehen werden die Hände gründlich gewaschen.
Mama, darf ich heute füttern?

Auch kann ein Vorschulkind, unter Anleitung und Aufsicht der Eltern, versteht sich, schon ein wenig bei der Versorgung der Katze helfen, beispielsweise der Katze Trockenfutter geben oder den Wassernapf ausspülen und neu füllen. So lernt das Kind schon sehr früh, dass ein Haustier nicht nur Freude, sondern auch Arbeit macht, die regelmäßig erledigt werden muss.
Am meisten Freude macht es Kindern in diesem Alter,  mit der Katze zu spielen . Als Spielzeuge eignen sich sogenannte Cat Teaser (ein Stab mit Federbüschel am Ende) oder eine Katzenangel besonders gut, da hier die Gefahr gering ist, dass das Kind von der übermütig spielenden Katze gekratzt wird. Beherrscht die Katze die Kunst des Apportierens, ist auch dies ein schöner Zeitvertreib für Kind und Samtpfote. Ebenso beliebt ist das Spiel mit einem Tischtennisball. Viele Kleinkinder genießen es auch, abends auf dem Sofa mit der Katze zu kuscheln. Das Streicheln des Fells, untermalt mit sanftem Schnurren, entspannt und macht herrlich schläfrig.

Wenn es mal einen Kratzer gibt

Tipp: Auch bei vorsichtigem Umgang mit einer Katze wird der eine oder andere Kratzer früher oder später nicht ausbleiben. Es empfiehlt sich, ein Desinfektionsmittel zur Hand zu haben, das bei der Anwendung nicht unangenehm brennt. Sonst gibt es gleich nochmals Tränen. Octenisept farblos hat sich hier gut bewährt.
Ein Katzenbiss ist wegen der in der Mundhöhle der Katze vorhandenen Keime und dem engen Stichkanal, den die Zähne hinterlassen, immer ernst zu nehmen. Sofort gründlich desinfizieren und im Zweifel den Kinderarzt aufsuchen, denn häufig bildet sich trotz sofortiger Desinfektion eine heftige Entzündung, die der Behandlung bedarf.

Die Katze als Seelentröster

Je älter das Kind wird, desto mehr Interaktionsmöglichkeiten ergeben sich zwischen dem pelzigen Mitbewohner und dem Kind. Die Katze wird oft zum Vertrauten, der zuhört, wenn das Kind Probleme hat, bei dem man sich über einen Lehrer auslassen kann, der geduldig erträgt, wenn der erste Liebeskummer die Seele belastet, und sich der Jugendliche einfach "ausquatschen" möchte. So sensibel wie Katzen auf Stimmungsschwankungen ihrer Menschen reagieren, verstehen sie es zu trösten. Sie behalten alle kleinen Geheimnisse für sich, die ihnen anvertraut werden. Viele Studien haben den positiven Einfluss von Katzen auf Kinder bereits untermauert. Gerade bei Kindern in schwierigen Lebenssituationen, wie beispielsweise der Scheidung der Eltern oder bei Problemen in der Schule, kann eine Katze wahre Wunder bewirken.

Hilfe bei Pflege und Versorgung

Kinder ab dem Schulalter können nach und nach immer mehr auch in die Pflege und Versorgung der Katze mit eingebunden werden. Hier bieten sich vor allem die Fütterung und die Fellpflege an. Ein Teenager kann auch schon lernen, hin und wieder die Katzentoilette sauber zu machen. So lernt das Kind, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Kindern unter 16 Jahren ist es allerdings keinesfalls zuzumuten, sich selbstständig und ohne Hilfe der Eltern um eine Katze zu kümmern.
Daher ist es auch keine gute Idee, nur "der Kinder wegen“ eine Katze anzuschaffen. Die ganze Familie sollte von Katzen begeistert sein, denn die meiste Arbeit, wie beispielsweise der vermehrte Putzaufwand durch herumfliegende Katzenstreu und Katzenhaare, bleibt ohnehin an den Eltern hängen. (Monika Binder)
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