Katze und Schwangerschaft der Frau | GELIEBTE KATZE Magazin

Katze und Schwangerschaft der Frau

Kinder lieben Tiere über alles. Und dennoch geben viele werdende Mütter oder Eltern gerade dann, wenn sie ein Kind bekommen, die Katze weg.
 
Katze und Schwangerschaft der Frau © NiDerLander / Fotolia
Wie schützen Sie sich vor Toxoplasmose?
Die Katze weggeben sobald man schwanger ist? Das ist nicht nur unlogisch, sondern auch schlimm für das Tier und schade für den Nachwuchs. Die Wissenschaft weiß heute sehr viel über die übertragbaren Krankheiten vom Tier auf den Menschen. Das sind nicht viele und diese wenigen können Sie problemlos vermeiden. Unwahrscheinlich ist es auch, dass eine liebe Katze das Baby oder Kleinkind verletzt. Mit ein paar Veränderungen der täglichen Routinen und Gewohnheiten und etwas Einfühlungsvermögen in die Tierpsyche entsteht erst gar keine Eifersucht. Wer seine Gunst gleichmäßig verteilt und jedem “seine” spezielle Zuwendung gibt, schafft ganz von selbst häusliche Harmonie. Hygieneprobleme können Sie in den Griff bekommen.

Fernsehmoderatorin Dr. Claudia Ludwig dazu in einem Interview

“Es gibt überhaupt nur zwei Gründe, sich wegen eines Babys von einem Tier zu trennen. Nämlich erstens, wenn man einen unberechenbar bissigen, großen Hund hält. Und zweitens, wenn das Kind eine schwere  Tierhaarallergie  entwickelt. Dagegen sollte man das Baby durch möglichst langes Stillen zu schützen versuchen.” Wäre dieses Wissen weiter verbreitet, würden viel weniger Tiere in den Heimen landen. Dort nämlich werden Schwangerschaft und Baby als einer der vier häufigsten Gründe für das Abgeben des Tieres genannt (zusammen mit Umzug, Scheidung und Allergie). Sobald das Kind mobil wird, muss man sogar eher das Tier schützen als das Kind. So beginnen Tierhalter mit der Erziehung zum richtigen Umgang mit Tieren zwangsläufig schon ganz früh, und das hat für Kinder große Vorteile. Sie entwickeln sich zu verantwortungsvollen und sozialen Menschen. Viele Studien zeigen, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, gesünder, zufriedener und ausgeglichener sind. Und sie fehlen nachweisbar sogar seltener in der Schule. Wenn Sie dennoch unsicher sind:
  • Lassen Sie die Katze vom Tierarzt auf Würmer und Parasiten checken und holen Sie fehlende Schutzmaßnahmen nach. Holen Sie auch eventuell versäumte Impfungen nach. Halten Sie Abstand zu einer Katze, die gerade frisch mit Floh- und Zeckenmittel im Nacken eingerieben wurde.
  • Checken Sie bzw. Ihr Partner die Katze vom Frühjahr bis zum Herbst täglich auf Zecken.
  • Halten Sie das Katzenklo penibel sauber. Wenn Sie es selbst reinigen: Handschuhe anziehen!
  • Ändern Sie zum Beispiel ein paar Gewohnheiten: Verhindern Sie, dass die Katze auf Ihrem Schoß schläft. Verbannen Sie die Katze jetzt aus Ihrem Bett. Lassen Sie die Katze nicht ins künftige Kinderzimmer.
  • Übertragen Sie die Sorge um die Katze einem anderen in Ihrem Haushalt.
  • Lassen Sie beim Frauenarzt feststellen, ob Sie gegen Toxoplasmose immun sind.

Stichwort Toxoplasmose

Der Erreger befindet sich vor allem in drei bis vier Tage altem Katzenkot, in Gartenerde, im Gras, auf ungewaschenem Obst und Gemüse und in rohem Fleisch. Sobald die Schwangerschaft feststeht, veranlasst der Arzt einen Immun-Test. Die Gefahr einer Ansteckung ist zwar relativ gering, doch wenn es dazu kommt, kann diese Infektionskrankheit einem Fötus gefährlich werden. Einige Vorsicht ist daher vonnöten, vor allem, wenn man noch nicht gegen den Erreger “Toxoplasma gondii” immun ist und Katzen hält, die nach draußen oder rohes Fleisch fressen dürfen. Experten schätzen, dass 50 bis 80 Prozent der Haushalte bereits gegen Toxoplasmen immun sind. Das gilt auch für Katzen, die wie wir Menschen nach einer kaum bemerkbaren Erstinfektion Antikörper entwickeln. Bei entsprechenden Suchtests an der Uni Göttingen waren von den Schwangeren über 80 Prozent bereits immun. Die Symptome der Erkrankung gleichen denen einer leichten Grippe, sodass viele Menschen gar nicht wissen, dass sie eine Toxoplasmen-Infektion durchgemacht haben.

So schützen Sie sich vor Toxoplasmose

Der Erreger kann nur über den Mund oder eine offene Wunde in den Körper gelangen. Wer noch keine Infektion durchgemacht hat, also nicht immun ist, sollte
  • das tägliche Säubern des Katzenklos anderen überlassen,
  • zur Gartenarbeit feste Handschuhe tragen,
  • beim Zubreiten von Fleisch Gummihandschuhe tragen,
  • kein rohes Fleisch essen (Mett, halbgare Steaks, Tartar etc),
  • nach dem Streicheln der Haustiere die Hände waschen.
(Isabella Lauer)

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