Katzennachwuchs ist da | GELIEBTE KATZE Magazin

Katzennachwuchs ist da

In den ersten zwei Wochen sind die kleinen Kätzchen noch taub und blind. Dafür ist ihr Geruchssinn schon sehr gut ausgeprägt. So können sie auf eine Entfernung von bis zu 70 Zentimetern ihre Mama finden.
 
© Eric Isselee / Fotolia
Der Katzennachwuchs ist da!
Die Entwicklung des Katzenachwuchses verläuft rasch: Bereits nach fünf bis sieben Tagen öffnen die Kleinen ihre Augen, und schon bald darauf stellen sich auch ihre Ohren auf. Nach zwei Wochen fangen die kleinen Kätzchen das Laufen an und tollen miteinander herum. Mit vier bis fünf Wochen sind sie schon so selbstständig, dass sie selber fressen, und nur ein bis zwei Wochen später sind sie von der Katzenmama entwöhnt. Während dieses rasanten Wachstumsschubs benötigen die Kleinen aber auch sehr viel Energie, vor allem ausreichend Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe dürfen in ihrer Nahrung nicht fehlen. In speziellem Katzenwelpenfutter wird auf diesen Bedarf Rücksicht genommen, was dem Katzenbesitzer die Fütterung einfach macht. Aber auch der Durst will gestillt werden. Jungkätzchen müssen viermal so viel trinken wie ausgewachsene Katzen. Das liegt daran, dass die Nierenfunktion der Kleinen noch nicht richtig ausgebildet ist und kein Wasser aus dem Primärharn zurückgewonnen werden kann. Milch ist jedoch kein geeigneter Durststiller. Sobald sie von ihrer Mutter entwöhnt sind, sollten die Kätzchen nur noch Wasser zum Trinken bekommen.

Kätzchen haben ein empfindliches Immunsystem

In den ersten Wochen sind die Katzenwelpen besonders anfällig für Krankheiten . Während der Stillzeit ist daher bei der Gabe von Medikamenten, Anti-Flohmitteln oder anderen medizinisch wirksamen Präparaten Vorsicht geboten. Diese Mittel mag die Katzenmutter gut vertragen, für den Nachwuchs können sie jedoch giftig sein. Dies gilt auch für pflanzliche Wirkstoffe. Denn über die Muttermilch können die Wirkstoffe auch in den Organismus der kleinen Kätzchen gelangen. Bei äußerlich angewandten Mitteln, wie zum Beispiel einem Anti-Floh-Präparat, das auf das Fell aufgetragen wird, könnten die Katzenwelpen das Mittel vom Fell der Katzenmutter ablecken. Anfangs kann den Katzennachwuchs noch nicht selber die Körpertemperatur regulieren. Er ist dabei voll und ganz auf die Wärme der Katzenmutter angewiesen. Achten Sie daher darauf, dass das „Katzenzimmer“ eine konstante, angenehm warme Raumtemperatur von 24 bis 26 °C hat. In den ersten Tagen brauchen die Kleinen sogar eine Umgebungstemperatur von 30 bis 33 °C. Sollte die Katzenmutter diese nicht aufrechterhalten können, legen Sie den Kätzchen ruhig ein Wärmekissen dazu. Es darf dem Nachwuchs aber nicht zu heiß werden!

Frühzeitige Gesundheitsvorsorge

Bereits in der dritten Woche sollte mit der Entwurmung der Kleinen anfangen werden. Man muss davon ausgehen, dass jedes Kätzchen mit Spulwürmern befallen ist – egal wie gut und sauber es gehalten wird. Die Spulwurmlarven werden nämlich über die Muttermilch übertragen. Das Immunsystem der Katzenmama wird spielend leicht mit diesen Wurmlarven fertig und verhindert die Entwicklung von ausgewachsenen Spulwürmern – nicht so das Immunsystem der Katzenwelpen. Solch ein Wurmbefall kann nicht nur einem Kätzchen gefährlich werden, es besteht auch eine Infektionsgefahr für den Menschen. Regelmäßige Entwurmungen in den ersten Lebensmonaten sind daher Pflicht. Aber auch andere Krankheitserreger machen den Katzenjungen mehr zu schaffen als ausgewachsenen Katzen. So zum Beispiel auch ein Befall durch Ohrmilben: Starker Juckreiz, Kratzspuren und wunde Stellen auf der Haut, schwarze Krümel in Ohrnähe und ein unangenehmer Geruch gehören zu den typischen Symptomen. Ist das Kätzchen frei von Parasiten, kann es geimpft werden. Die erste Impfung (Katzenseuche und Katzenschnupfen) sollte bereits in der sechsten Woche stattfinden. Nach zwei weiteren Auffrischungen in der neunten und der zwölften Woche ist das Kätzchen für das erste Lebensjahr geschützt. In Ausnahmefällen wird noch mal eine Wiederholungsimpfung im Alter von einem halben Jahr empfohlen. Freilaufkatzen brauchen einen zusätzlichen Schutz: Sie müssen gegen gefährliche Krankheitserreger immunisiert werden, die draußen im Garten auf sie lauern. Dazu gehören Tollwut , FIP und FeLV . Lassen Sie sich bezüglich der richtigen Impfung für Ihre Kätzchen am besten von Ihrem Tierarzt beraten.

Unterstützung für die Katzenmutter

In den ersten 14 Tagen beschränkt sich der Kontakt zu den kleinen Kätzchen lediglich auf einen Gesundheits-Check und regelmäßiges Wiegen. Nehmen die Katzenwelpen nicht normal zu, sollten Sie sie sofort von einem Tierarzt untersuchen lassen. Das Geburtsgewicht liegt bei 90 bis 120 Gramm, danach nimmt ein Kätzchen täglich zehn bis 20 Gramm zu. Nach ein bis zwei Wochen sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt haben. Sobald die kleinen Kätzchen mit ihren zwei Wochen anfangen, die Umgebung zu erkunden, kommt der Katzenhalter wieder mehr ins Spiel. Jetzt heißt es, sich intensiv mit dem Nachwuchs zu beschäftigen, damit sich die Kleinen an den Menschen gewöhnen. Auch der Umgang der Katzenmutter mit ihren Jungen wandelt sich mit der Zeit. Sobald die Kätzchen immer frecher werden und beginnen, ihre Mama zu ärgern, auf ihr herumzuklettern und sie zu beißen, können sie schon mal einen Tatzenhieb kassieren. Denn nun beginnt die Erziehung der Kleinen zum zwischenkätzischen Sozialverhalten. Darin können Sie der Katzenmama zwar nicht unter die Arme greifen, doch etwas zur allgemeinen Erziehung beitragen können Sie dennoch. Diese sensible Phase bis zur achten Woche können Sie dazu nutzen, den Kätzchen beizubringen, nicht auf den Esstisch zu springen, sich von Herd und Waschmaschine fernzuhalten und nicht an Vorhängen hochzuklettern. Vergessen Sie bei der ganzen Aufregung um die kleinen Kätzchen aber nicht die Katzenmutter, die sich über Streicheleinheiten und ihr Lieblingsfutter bestimmt sehr freut und die ihr diese anstrengende Zeit ein wenig versüßen. Mit zwölf Wochen haben die jungen Kätzchen schon so viel von ihrer Katzenmama gelernt, dass sie von ihr getrennt werden können.

Die Kindheit ist eine spannende Zeit

Nie mehr ist die Welt so frisch, so neu und so aufregend wie in der ersten Lebensphase. Behütet von den Eltern, entdecken die Tierkinder spielerisch ihren Lebensraum und ihre Talente. Da ist es kein Wunder, dass die meisten Jungen gar nicht so wild auf das Erwachsenwerden sind. Verschlafen blinzelt das Kätzchen in die Nachmittagssonne. Erst vor ein paar Tagen haben sich seine Augen geöffnet. Fast zwei Wochen lang war es blind und taub. Zusammen mit seinen Geschwistern interessierte es sich nur für die Milch seiner Mutter und die Wärme im Nest. Nun erst ist es wirklich auf die Welt gekommen und alles ist neu. Die aufregendsten Wochen im Leben der jungen Katze beginnen. Jedes Gänseblümchen, das im Wind schaukelt, ist ein Ereignis, und jeder davonflatternde Schmetterling verspricht ein Abenteuer. Im Alter von etwa drei Wochen sieht das Kätzchen dem bunten Treiben nicht mehr nur zu, sondern beginnt mitzumischen. Zunächst sind seine Geschwister und die Mama Opfer seines Spieltriebs. Mit Scheinangriffen übt es, wie es später sein Revier verteidigt. Mit vier Wochen ist es bereits ein trainierter Ringer und boxt routiniert mit seinen Geschwistern. Der steifbeinige Mäuselsprung wird in der fünften Lebenswoche perfektioniert. Ab der sechsten Woche bringt die Mutter dann lebende Beute zu ihren Kindern, sodass sie sich auf den ernsten Hintergrund eines jeden Beutespiels vorbereiten können: die Jagd. Denn bereits im Alter von 18 Wochen, also noch vor der Geschlechtsreife, müssen Kätzchen, die nicht in der Obhut des Menschen leben, für sich selbst sorgen. Schon ab der dritten oder vierten Woche zieht sich die Mutter außerdem immer öfter zurück, wenn die Kleinen nach Milch verlangen. So sollen sie gezwungen werden, auch feste Nahrung zu sich zu nehmen und immer selbstständiger zu werden. Das Entwöhnen ist für viele Tierkinder ein schmerzlicher Prozess, gegen den sie sich heftig wehren.

Wo bleiben die Milchzähne?

In der zwölften Woche, manchmal auch erst nach fünf Monaten, verlieren Katzenkinder nach und nach ihre 26 kleinen, superspitzen Milchzähne und ersetzen sie durch 30 bleibende starke Zähne. Zahnlücken wie bei Menschenkindern sind dabei selten zu sehen, denn das zweite Gebiss schiebt die Milchzähne aus dem Kiefer. Die nur wenige Millimeter langen Milchzähne wackeln nicht lange, sondern werden verschluckt oder ausgespuckt. In seltenen Fällen wachsen die zweiten Zähne hinter oder neben den Milchzähnen und verursachen nicht nur Schmerzen bei der jungen Katze, sondern können auch zu Fehlstellungen des Gebisses führen. Wenn während des Zahnwechsels der Appetit des Kätzchens auf sich warten lässt, sollten Sie deshalb zum Tierarzt gehen. (Ewelina Zmyslowska)

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