Handaufzucht von Kätzchen | GELIEBTE KATZE Magazin
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Handaufzucht von Kätzchen

Was passiert, wenn die Katzen-Mutter ihr Junge abstößt? Dann muss der Mensch für ein oder mehrere neugeborene Katzenkinder unversehens Mutterpflichten übernehmen, für Wärme und Geborgenheit sorgen, anfangs alle zwei Stunden das Fläschchen geben und anschließend Babys Bäuchlein massieren.
 
Kätzchen von Hand aufziehen © Odelia Cohen / Fotolia
Neugeborene Kätzchen brauchen alle zwei Stunden Nahrung

Handaufzucht von Kitten

Mutter ist die Beste. Doch manchmal bleibt dem Mensch nichts anderes übrig, als in die Mutterrolle der Katze zu schlüpfen. Entweder wenn sie erkrankt, bei der Geburt stirbt oder als Erstgebärende zu unerfahren ist für Mutterpflichten. Manchmal ist aber auch der Wurf schlichtweg zu groß für die Mutterkatze. In solchen Fällen muss der Besitzer eingreifen und eins oder sogar mehrere Katzenkinder versorgen. Eine schwere Aufgabe, denn neugeborene Kätzchen sind blind, können ihre Körpertemperatur nicht regulieren und brauchen alle zwei Stunden Nahrung. Selbst bei der Verdauung sind sie auf Hilfe angewiesen. Die beste Lösung ist, eine Amme zu finden, damit sie die Babys an Mutterstelle aufzieht. Auskunft, wo eine Katze gerade Mutter geworden ist, die dafür in Frage kommen könnte, geben Zuchtvereine, Züchter, Tierheime, Katzenschutzvereine und Tierärzte. Auch das Internet ist eine gute Adresse, um eine Amme ausfindig zu machen.


Ersatzmilch gibt’s beim Tierarzt

Bleiben die Versuche erfolglos, besorgt man sich vom Tierarzt Ersatzmilch (Notdienste sind auch am Wochenende und nachts zu erreichen) und lässt sich von ihm die Fütterungstechnik mit Nuckelfläschchen oder, falls nötig, Magensonde zeigen. Es gibt verschiedene gute Produkte mit ähnlicher Zusammensetzung, die auf die Bedürfnisse der Katzenwelpen abgestimmt ist. Wie die Ersatzmilch zuzubereiten ist, steht auf der Verpackung, und an diese Angaben sollte man sich unbedingt halten. Wenn Sie Milchpulver benutzen, das mit abgekochtem, heißem Wasser angerührt wird, achten Sie darauf, dass sich beim Anrühren keine Klümpchen bilden. Selbst winzige Klümpchen können Verdauungsprobleme zur Folge haben. Um sicherzugehen, können Sie die Milch durch ein feinmaschiges Sieb filtern. Zum Trinken muss die Milch Körpertemperatur haben (Wangentest). Optimal zum Füttern sind die speziell für Katzen hergestellten Fläschchen mit Gummisauger. Die Öffnung des Saugers darf nicht zu groß sein, aber auch nicht zu klein, sonst macht das Trinken zu viel Mühe. Und natürlich müssen die Saug-Öffnungen mit dem Kätzchen „mitwachsen“.


Jeder Mahlzeit muss Massage folgen

Anfangs bekommt der Säugling alle zwei bis drei Stunden das Fläschchen. Ab der dritten Woche werden die Abstände zwischen den Milchmahlzeiten tagsüber allmählich auf verlängert. Natürlich nur dann, wenn das Kätzchen gut trinkt und sein Geburtsgewicht innerhalb von acht bis zehn Tagen etwa verdoppelt. Das Beste ist, Sie führen ein Gewichtsprotokoll. Jeder Mahlzeit folgt in den ersten beiden Lebenswochen eine Massage des Bauches (in Richtung Darmausgang) und der Analregion. Die Mutterkatze stimuliert den Urin- und Kotabsatz, indem sie mit der Zunge diese Bereiche leckt. Als Pflegemutter nehmen Sie dafür einen feuchten Wattepad. Wenn das Kätzchen vier Wochen alt ist, können Sie ihm die ersten Bissen fester Babykost anbieten.


Fütterungsplan

  • 1. und 2. Woche: Fläschchen um 0, 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20 und 22 Uhr geben.
  • 3. Woche: Fläschchen um 0, 3, 6, 9, 12, 15, 18 und 21 Uhr geben.
  • 4. Woche: Fläschchen um 0, 4, 8, 12, 16 und 20 Uhr geben.
  • 5. Woche: Fläschchen um 0 Uhr, Nassfutter um 8 Uhr, Fläschchen um 14 Uhr und Nassfutter um 20 Uhr geben
  • 6. und 7. Woche: Fläschchen nur noch bei Bedarf geben, wenn z.B. ein Kätzchen nicht gut frisst. Nassfutter morgens, mittags und abends geben.
  • Ab der 8. Woche: Nassfutter morgens und abends geben. 

Text: Nina Blersch


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Fotos: 
Odelia Cohen / Fotolia
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