Die Geburt der Kätzchen | GELIEBTE KATZE Magazin

Die Geburt der Kätzchen

Einer der aufregendsten Momente eines jeden Katzenzüchters: die Geburt des Katzennachwuchses. Meist machen die Katzenmamas sowieso alles alleine. Dennoch ist die Rolle des Katzenbesitzers nicht zu unterschätzen.
 
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Das sollten Sie bei der Katzengeburt beachten!
Ist der Tag gekommen, an dem die werdende Katzenmama wirft, wird sie sich meist an einen Ort zurückziehen, an dem sie sich sicher fühlt. Nicht immer ist es das Plätzchen, das Sie ihr dafür vorbereitet haben – es kann auch der Wäschekorb oder der Kleiderschrank sein. Auch nach dem Wurf kann es noch vorkommen, dass die junge Mutter ihr Versteck immer wieder wechselt. Erfahrene Zuchtkatzen, die schon mehrmals Junge zur Welt gebracht haben und mit der Zeit ein großes Vertrauen zu ihrem Besitzer aufgebaut haben, bleiben schon von Anfang an in dem Wurflager, das ihnen zugewiesen wurde. Dies ist jedoch die Ausnahme. Meistens werden die jungen Kätzchen schon nach einem Tag in ein neues Versteck getragen. Bieten Sie der jungen Katzenfamilie deshalb gleich mehrere kuschelige Höhlen an, in die sie umziehen kann.

Das sollten Sie bei der Katzengeburt beachten

Der ganze Geburtsvorgang dauert zwischen zwei und sechs Stunden. Hat auch das letzte Kätzchen das Licht der Welt erblickt, legt sich die Katzenmutter zur Seite und putzt sich. Während des Geburtsvorgangs muss man der Samtpfote eigentlich keine Hilfestellung geben. Sie putzt ihre Kleinen selber und beißt auch die Nabelschnur ab. Achten Sie nur darauf, dass die junge Mama ihrem Nachwuchs die Näschen ableckt, damit die Kätzchen atmen können. Die Nabelschnur sollte noch ein bis anderthalb Zentimeter abstehen. Würde sie zu kurz abgebissen, könnte sie sich entzünden. Die Nachgeburt fressen die meisten Katzenmütter auf, das ist völlig normal. Zählen Sie aber mit – es darf nämlich nichts in der Kätzin zurückbleiben. Die erste Milch, die die Kleinen von ihrer Mama bekommen, ist sehr wichtig: Die sogenannte Kolostralmilch ist besonders gehaltvoll und stärkt das Immunsystem der jungen Kätzchen. Sollte eines der Kleinen nicht sofort die Zitze finden, können Sie es ruhig anlegen. Nach anderthalb Tagen bekommen die Jungen normale Milch von ihrer Katzenmama.

Wenn es doch zu Geburtsschwierigkeiten kommt

Wichtig ist, dass Ihr Tierarzt vor der Geburt informiert ist. So ist er vorbereitet und kann schneller reagieren, falls etwas bei der Geburt nicht in Ordnung ist. Die meisten Geburtsschwierigkeiten wurden bei Rassekatzen beobachtet. Es gibt unterschiedliche Ursachen für Komplikationen bei der Geburt. Zum einen kann das Becken der Katzenmutter zu eng gebaut sein, oder die Katze bekommt keine Wehen. Es können aber auch zu große, missgebildete oder tote Katzenwelpen Schwierigkeiten bei der Geburt bereiten. Kontaktieren Sie daher sofort den Tierarzt, wenn Sie merken, dass nach einer Stunde Presswehen immer noch keine Welpen geboren sind und die Katzenmutter immer abgeschlagener wirkt, Fieber hat oder ein übel riechender Scheidenausfluss bemerkt wird. Versuchen Sie, bei all dieser Aufregung dennoch gelassen zu bleiben. Ihre Nervosität könnte sich sonst auf Ihre Samtpfote übertragen, und manchmal werden Geburtsstörungen erst durch Stress verursacht.

Sie sind jetzt die „Katzen-Oma“

In den ersten zwei Wochen braucht die frischgebackene Katzenmama vor allem eines: Ruhe. Betrachten Sie sich als die „Oma“ des kleinen Nachwuchses, die Hilfen gibt, Futter bringt, für Sauberkeit sorgt, eine Katzentoilette in der Nähe aufstellt und sich darum kümmert, dass es der jungen Familie an nichts fehlt. Aber auch das Kuscheln sollte nicht zu kurz kommen. Dieses Schmuse-Privileg dürfen meist nur die nächsten Vertrauten der Katzenmama genießen. Fremde Personen werden nicht geduldet, diese sollten erst nach etwa vier Wochen an die Katzenwelpen herangelassen werden. Kinder sollten nur unter Aufsicht mit dem Katzennachwuchs spielen und ihn in den ersten Wochen sogar nur anschauen dürfen. Von Woche zu Woche werden die kleinen Kätzchen aber auch immer frecher und spielen dann gerne mit den Kindern. Bei all dem gemeinsamen Spaß muss allerdings das Schlaf- und Ruhebedürfnis des Katzennachwuchses immer an erster Stelle stehen und respektiert werden.

Geschlecht bestimmen

In den ersten zwei bis drei Tagen lässt sich die Geschlechtszugehörigkeit von Katzenkindern am leichtesten bestimmen. Verpasst man diesen Moment, wird es wochenlang nicht gut zu erkennen sein. Bei kleinen Katern ist die Entfernung von Geschlechtsteil bis zum After mit ca. 1,5 Zentimetern größer als bei einem Weibchen, bei dem Vagina und After ganz eng beieinander liegen.

Übrigens

Am seltensten innerhalb eines Katzenwurfs sind eineiige Zwillinge. Fast immer ist jedes der Katzenkinder im Mutterleib aus einem eigenen befruchteten Ei geschlüpft. Nicht unbedingt müssen die Babys Vollgeschwister sein. Gerade Familienkatzen, die ihr Revier in Vororten oder ländlichen Gebieten mit vielen anderen Samtpfoten teilen, werden innerhalb ihrer wenigen fruchtbaren Tage von mehreren Katern begattet, so dass ihre Würfe aus Halbgeschwistern bestehen. In herrenlosen Katzenkolonien dagegen gibt es einen Platzhirsch, der sein alleiniges Recht auf Familiengründung rund um die Uhr erbittert verteidigt. (Ewelina Zmyslowska)

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