Chancen gegen Allergie | GELIEBTE KATZE Magazin

Chancen gegen Allergie

Nach wie vor ist Katzenhaarallergie ein großes Problem für viele Tierfreunde.
 
© Foto: Lisa Kyle Young / iStockphoto
Myriam Ramadour ist Allergologin an der Universität von Marseilles und hat mit Kollegen festgestellt, dass unkastrierte Kater mehr von dem Allergieauslöser Fel d1 produzieren und daher oft stärkere allergische Reaktionen hervorrufen als Katzen oder kastrierte Kater. Wir haben sie dazu befragt.

Gibt es aktuell neue Studien zum Thema Katzenallergie?

M.R.: Die meisten aktuellen Publikationen beschäftigen sich mit der Idee, dass man sich durch frühen Kontakt mit dem Allergen eventuell vor einer Allergie schützen kann. Das ist allerdings sehr umstritten. Tatsächlich behaupten einige Wissenschaftler, dass Kontakt mit dem Allergen (also Katzenhaaren) im ersten Lebensjahr ein Kind vor späteren Atembeschwerden schützen kann und die Sensibilisierung reduziert. Andere Forscher sagen das Gegenteil, nämlich dass der Kontakt mit den Tieren in den ersten beiden Lebensjahren das Asthma-Risiko erhöht! Es muss noch viele Studien geben, um das zu klären.

Haben Sie davon gehört, dass Allergiker stärker auf schwarze als auf weiße Katzen reagieren?

M.R.: Ja, aber es gab dazu 2001 lediglich eine kurze Abhandlung von der American Academy of Allergy Asthma & Immunology. Die Ergebnisse damals stammten nur aus Fragebögen, die von Asthma-Patienten ausgefüllt worden waren. Es könnte stimmen, muss aber wissenschaftlich erst bewiesen werden.

Sollte man eine Katze wegen des Allergie-Risikos kastrieren?

M.R.: Absolut nicht! Wir haben zwar in der Tat nachgewiesen, dass eine Kastration die Produktion des Allergens Fel d1 reduziert, aber es bleibt immer noch genug Allergen übrig, um einen Allergiker krank zu machen. Manchmal ist leider die einzige Lösung, die Katze wegzugeben, obwohl das psychologisch sehr problematisch ist, besonders wenn Kinder im Spiel sind.

Amerikanische Wissenschaftler wollen „anti-allergische“ Katzen züchten: Sie wollen die Fel-d1-Produktion der gezüchteten Tiere hemmen. Was halten Sie von der Idee?

M.R.: Das könnte eine gute Idee sein, aber sie ist sehr schwer realisierbar. Besonders weil Fel d1 eine wichtie Rolle im System der Tiere spielt, wie wir in unserer Forschungsgruppe herausgefunden haben: Fel d1 ist vermutlich Träger für Duftstoffe, die für die Beziehung zwischen Katzen und Katern wichtig sind.  (Jessica Kremser)
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