Katzen als Lebensbegleiter | GELIEBTE KATZE Magazin
Leben

Katzen als Lebensbegleiter

Die meisten Katzen können bis zu 20 Jahre alt werden und begleiten die Menschen meist über diesen langen Zeitraum durch alle Höhen und Tiefen des Lebens.
 
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Katzen - Begleiter fürs Leben

Partner kommen und gehen, Kinder wachsen heran und ziehen aus, all dies erleben die Katzen mit ihren Haltern gemeinsam. Sie sind oft eine wichtige Stütze für das Zusammenleben oder die eigene Psyche. Dabei gibt es viele Lebensabschnitte, in denen eine oder mehrere Katzen in die Familie, die eigene Wohnung oder in das Haus kommen und das Leben bereichern können. Wichtig ist es, die Bedürfnisse von Mensch und Tier in Einklang zu bringen und das Zuhause für den neuen Mitbewohner einzurichten, aber sich auch selbst auf die Umstellung einzustellen.


Kinder und Katzen – Tipps und Empfehlungen

Viele Kinder wünschen sich ein Haustier, um damit zu spielen, es zu streicheln oder um sich mit etwas Neuem zu beschäftigen. Oft wünschen sie sich sehr früh ein Tier und viele Familien schaffen sich dieses nur aufgrund der vehementen Forderungen ihrer Kinder an. Laut Statista.de liegt bei vielen 6 bis 12-Jährigen das Haustier noch vor dem Computer als größter Geschenkwunsch. Kinder und Katzen sind eine manchmal schwierige, aber auch eine bereichernde Kombination. Zum einen kann die Haltung von Katzen das Allergierisiko senken, denn wenn Kinder früh Kontakt zu den Tieren erhalten, kann ihr Immunsystem entsprechende Antikörper entwickeln. Ein frühes Zusammenleben mit Haustieren führt allerdings nicht zu mehr Tierhaarallergien als bei Kindern, die ohne Haustiere aufwachsen. Darüber hinaus wirkt sich das Halten einer Katze positiv auf viele Bereiche aus:

Verantwortungsbewusstsein
Ausgleich von emotionalem Stress
Gesteigerte Fitness und Aktivität

Durch  das Aufziehen einer Katze  lernen die Kinder Verantwortung für jemand anderen zu übernehmen, durch die Fütterung, die Pflege und die Beschäftigung mit dem Tier. Gleichzeitig steigert sich dadurch das Selbstbewusstsein des Kindes, denn es merkt, welche Bedeutung es im Leben der Katze besitzt und führt die verantwortlichen Tätigkeiten bewusst durch, damit es der Katze gut geht. Dies wirkt sich positiv auf das Sozialverhalten mit anderen Kindern und den Erwachsenen aus, denn die Kinder nehmen das Gelernte mit in jede Umgebung und Situation hinein. Außerdem sind viele Kinder, die den Umgang mit Katzen gewöhnt sind, kontaktfreudiger, aufgeschlossener und haben immer einen Spielkameraden oder jemanden, der zuhört. Je größer der Stress im Kindergarten oder in der Schule wird, desto eher kommen die Jungen und Mädchen auf die Haustiere zurück und nehmen diese als stille Seelsorger an. Da Katzen natürlich ihren eigenen Kopf haben, lernen die Kinder sehr schnell, sensibel auf die Stimmung anderer zu reagieren und erfahren dabei die vorgegebenen Grenzen von anderen. Beim Spielen mit der Katze sitzen die Jungen und Mädchen nicht stundenlang vor dem Fernseher, sondern sie bewegen sich mit ihr, werfen Bälle, Spielzeug und Schnüre hinzu oder toben, soweit es das Alter und der Platz zulässt, gemeinsam durch Garten oder Wohnung.

Empfehlenswert ist es, Kinder ab drei Jahre an die Katze heranzuführen und wenn Zeit und Platz vorhanden ist, kann auch eine junge Babykatze in die Familie geholt werden. Wenn die Katze bereits im Haus ist und Kinder dazu kommen, ist dies in den meisten Fällen  kein Problem für Kind und Tier , da sich beide gut aneinander gewöhnen können.
Haustiere und besonders Katzen sind nicht nur für Kinder lehrreiche und liebenswerte Geschöpfe. Auch im hohen Alter kann das Zusammenleben mit einer Katze eine wundervolle Zeit sein, die den Alltag bereichert und für Abwechslung sorgt. Einsamkeit, Depressionen und Suchtverhalten können im späteren Lebensabschnitt auftreten, wenn die sozialen Kontakte fehlen und eine Isolierung stattfindet. Besonders alleinstehende Frauen und Männer im Alter sollten sich eine Katze zulegen, da diese Wohlbefinden und Gesundheit nachhaltig verbessern kann.

Bei der Auswahl der Katze sollten ältere Personen jedoch daran denken, dass diese bis zu 20 Jahre alt werden können, eine gewisse Summe an Kosten für Ernährung, Pflege, Tierarztbesuche und Zubehör veranschlagen. Dazu kommt die Betreuungsproblematik, sollten die Halter gesundheitlich verhindert sein oder für eine längere Zeit in Pflege kommen. Außerdem ist es nicht ratsam eine sehr junge und agile Katze in die Seniorenwohnung zu  holen, da der Anspruch an Betreuung und eigene Beweglichkeit ebenfalls recht hoch sein wird. Sind die Senioren jedoch noch sehr beweglich und fit, ist eine etwas jüngere Katze kein Problem.


Ein Notfallplan sollte vorhanden sein

Junge Katzen brauchen ihre Freiheit und ihre Grenzen und testen diese im Idealfall aus, doch viele ältere Personen sehen sich oft nicht mehr in der Lage, "erzieherische" Maßnahmen zu ergreifen oder hinter der Katze herzuräumen. Ein Notfallplan sollte bei jedem Haustier vorliegen, falls unvorhergesehene Unfälle oder Krankheiten auftreten.
 
Optimale Partner für ältere Menschen sind tatsächlich etwas ältere Katzen ab fünf bis zehn Jahren, die ein ruhigeres Gemüt besitzen und sich auch in einer Wohnung wohlfühlen können. Viele Seniorenkatzen sind weniger aktiv, schlafen viel und spielen meist weniger als ihre jungen Kollegen. Einige wollen tatsächlich mehr gestreichelt werden oder in der Nähe der Menschen liegen und sie sind auch vor zahlreichen Alterserscheinungen und Krankheiten wie eingeschränktes Hör- oder Sehvermögen oder ein geschwächtes Immunsystem nicht gefeilt. Wann eine Katze als "alt" geht, ist durch die unterschiedlichen Rassen und Gemüter kaum zu klären und Zooroyal erklärt umfassend, auf welche Signale der Halter dabei achten kann und wie die ältere Katze am besten zu betreuen ist. So gibt es im Durchschnitt meist ab dem 11. Lebensjahr die ersten Alterserscheinungen wie Gewichts- oder Orientierungsverlust.
Für ältere Personen ist das Leben mit einer Seniorenkatze ideal, denn beide können sich an eine gemeinsame Routine gewöhnen, die geregelte Tageszeiten und Aktivitäten vorsieht. Allein schon der Körperkontakt hilft vielen Menschen dabei, dass ihre Pulsfrequenz sinkt, eine Entspannung einsetzt und der emotionale Stress sich legt. Einige Psychologen bestätigen, dass die Beschäftigung mit der Katze zu einer Unterbrechung negativer Gedankengänge führen kann, so dass Krisen und schwere Zeiten besser zu überstehen sind. Der geregelte Tagesablauf ist für alleinstehende und ältere Personen nicht immer einfach zu bewerkstelligen, doch die Katze verlangt zu regelmäßigen Zeiten ihr Futter und will in vielen Fällen Zuneigung und Beschäftigung haben, auch im fortgeschrittenen Alter.

Dr. Andrea M. Beetz von der Universität Rostock ist Expertin auf dem Gebiet Mensch-Tier-Beziehung. Sie hat herausgefunden, dass bei einem regelmäßigen Körperkontakt über Streicheln das Bindungshormon Oxytozin ausgeschüttet wird, das einem ein gutes Gefühl gibt (Andere Beispiele: Ausschüttung bei der Geburt, Verliebtheit oder positiver Interaktion).  In ihrer Studie  stellt sie heraus, dass dadurch Schmerzen vermindert werden können, das Vertrauen zu anderen Menschen wieder hergestellt werden kann und Empathie erhöht wird.

Wer sich eine Katze nicht leisten kann oder sich durch Krankheit nicht ausreichend um diese kümmern könnte, für den gibt es die Option sich im Tierheim oder als  Katzensitter  zu engagieren. Dadurch entsteht ebenfalls ein positiver Effekt und der ehrenamtliche Einsatz hilft Mensch und Tier bis ins hohe Alter.
Immer mehr Senioren- und Pflegeheime nutzen die Anwesenheit von Tieren wie Hunden oder Katzen, um die älteren Personen positiv zu unterstützen. Rund 87 Prozent der Seniorenheime erlauben die Haltung eigener Tiere, wenn es die Unterbringung räumlich möglich macht und das Tier nicht zu groß ist. Einige Wohnheime begrüßen die Haltung von Katzen und Co., da die Haustiere die Stimmung heben, den Alltag erträglicher machen und auch bei Kognition und Erinnerungsvermögen unterstützend wirken.
 
Alternativ bringen einige Vereine und Ehrenamtliche ihre Tiere mit in die Altersheime und helfen bei Demenzerkrankten beispielsweise auf Ebenen, die über die menschliche Kommunikation nicht mehr möglich ist, wie Stern Online  in diesem Beispiel aus dem Berliner Lutherstift berichtet.
 
Es gibt auch viele sogenannte Therapiekatzen, welche Psychologen in ihre Behandlungen mit einbeziehen, um bei Ängsten, Depressionen und weiteren Krankheiten einen positiven Effekt zu erzielen. Katzen sind sensibel und können sich auf die Emotionen ihres Gegenübers einstellen. So finden Therapeuten einen leichteren Zugang und die Patienten öffnen sich bei Zusammensein mit dem Tier leichter.

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