Katze & andere Haustiere | GELIEBTE KATZE Magazin

Katze & andere Haustiere

Ein Kätzchen und ein Fuchswelpe kugeln durch den Garten. Die kleine Mieze bleibt auf dem Rücken liegen und reagiert aggressiv – sie zeigt Zähne und Krallen, die Ohren sind ärgerlich nach hinten gedreht, ihre Hinterbeine bereit zum Ausschlagen.
 
© T. Campbell / Fotolia
Die Katze mit anderen Tieren vergesellschaften, geht das gut?
Alles ganz harmlos, wissen die Besitzer, die Aggressivität  ist vorgetäuscht, die beiden Freunde tragen einen Rangstreit aus, wie es auch Katzenkinder untereinander häufig tun. Anderen Tierfreunden ist es gelungen, Ratte und Katze unter einen Hut zu bringen. Den naseweisen Nager wollte der Sohn unbedingt haben, die knuffige Katze war Mutters Wunschtier. Fazit: eine glückliche Familie. Und bei den Nachbarn gleich ums Eck sind deren alter Boxer und die betagte Katze seit jeher ein eingespieltes Team. Nur bei den Müllers klappt es einfach nicht mit der tierischen Freundschaft – ihre Vierbeiner sind wie Hund und Katz‘. Der Grund: Die Müllers haben den richtigen Zeitpunkt verpasst.

Der richtige Zeitpunkt ist ausschlaggebend

Schon ab der zweiten Lebenswoche kann ein Katzenkind Beziehungen zu andersartigen Wesen aufnehmen – mit potenziellen Beutetieren genauso wie mit anderen Raubtieren. Wenn es dann mit ihnen spielen, Köpfchen und Flanken an ihnen reiben kann, verlieren Rangordnung und Artschranken offenbar ihre Bedeutung. Solche Freundschaften können lebenslang dauern, nach dem Prinzip "Alte Liebe rostet nicht". Allerdings ist die Phase, in der diese Bindungen klappen, nur kurz, warnt der britische Verhaltensforscher Dr. Bruce Fogle: Sie umfasst maximal fünf Wochen. Bis zur siebten Lebenswoche betrachtet der Mini-Tiger artfremde Geschöpfe, denen er begegnet, einfach als andere Katzen oder möglicherweise auch als Katzen mit anderem Geruch, meint Dr. Fogle. Sanftmütige erwachsene Hunde oder besser noch schwanzwedelnde Welpen eignen sich besonders gut für solche frühkindlichen Sozialkontakte. Man spielt miteinander, kuschelt, genießt Körperkontakt und Körperwärme.

Ab der achten Woche kommt die Furcht

Die Furcht vor Unbekannten bildet sich erst nach der siebten Woche heraus. Und auch der angeborene Trieb, kleinere Arten wie Hamster, Vögel oder Fische zu jagen und zu töten, entwickelt sich erst nach diesem Alter. Untersuchungen haben gezeigt, dass sechswöchige Kätzchen, die gemeinsam mit Ratten aufgezogen wurden, sich später beharrlich weigerten, Ratten derselben Art als Beutetiere zu verfolgen. Erfolgte die erste Kontaktaufnahme jedoch nur eine gute Woche später, endete das Verhältnis mit dem üblichen Katz-Maus-Spiel. Da geht es der Katze nicht anders als einem Hund mit einer fremden Katze: Beim Anblick eines kleineren zappelnden oder flüchtenden Tieres erwacht der natürliche Jagdtrieb, und es kommt zu einer Verfolgungsjagd. Mit (Erz-) Feindschaft in unserem Sinn hat das freilich nichts zu tun. Doch auch nach diesem Zeitpunkt gibt es noch Wege, die zu Freundschaften führen. Allerdings nicht mehr mit allen Arten. Ausgesprochen mit Vorsicht zu genießen sind mit zunehmendem Alter des Kätzchens nähere Beziehungen zu Mäusen, Ratten, Hamstern, Meerschweinchen, Wellensittichen und Kanarienvögeln. Ein kleines Missverständnis kann den Jagdinstinkt wecken, und die Freundschaft hat ein jähes Ende. Zwischen einer Samtpfote und größeren Sittichen und Papageien kann es dafür zu handfesten Streitigkeiten kommen bzw. zu einer verbissenen Verteidigung der Vogelinteressen. Leichter klappt es in der Regel mit einer Katze-Hund-Beziehung.

So geht Liebe durch die Nase

Zunächst gilt es, die Wahrnehmung von Hund und Katze so aufeinander zu richten, dass beide Tiere sie relativ angstfrei erleben. Und das erreicht man, indem man sich den Geruchssinn der Tiere zunutze macht: Man hält für ein bis zwei Tage Hund und Katze in getrennten Räumen und wechselt dann die Katze ins Hundezimmer und umgekehrt. So gewöhnen sich beide an den Geruch des anderen. Dann werden die Tiere zusammengebracht, indem man in leisem und beruhigendem Ton auf sie einredet. Anschließend werden beide mit einem Leckerbissen belohnt. Diese "Rendezvous" werden so oft wie nötig wiederholt. Das kann eine Woche dauern, vielleicht auch länger. Einer schon erwachsenen und von klein auf hofierten Mieze einen jungen Hund hinzuzugesellen geht aber nur selten gut. Denn sie tendiert dazu, den Neuankömmling zu terrorisieren. Und darum wird auch aus Müllers Katz' und Hund nie ein glückliches Paar. (Nina Blersch)

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